Leonberg
Beat-Baracke ade!
Die Tage der historischen Beat-Baracke sind gezählt. Die Stadt will gemeinsam mit dem Jugendhausverein Leonberg ein neues Jugendhaus in der Nachbarschaft des Leo-Bades bauen. Das Vorhaben ist am Mittwochabend dem Sozial- und Kultusausschuss und gestern Nachmittag den Mitgliedern des Planungsausschusses vorgestellt worden.
Den Stein ins Rollen gebracht hat die Behindertenhilfe Leonberg. Die will in der Nähe ihres bisherigen Standortes zusätzliche neue Wohnungen für Menschen mit Behinderung bauen. Deshalb hat der Verein ein großes Interesse an dem Grundstück an der Neuen Ramtelstraße, auf dem sich gegenwärtig die Beat-Baracke und das Kinderhaus Pinocchio befinden.
Schon seit geraumer Zeit steht fest, dass sich die Beat-Baracke in einem so schlechten baulichen Zustand befindet, dass sie nicht mehr lange zu halten sein wird. Das städtische Gebäudemanagement hatte das Jahr 2016 als Zeitpunkt für den Abriss ins Auge gefasst. Doch damit die Behindertenhilfe ihre Pläne für ein neues Wohnheim zeitgerecht umsetzen kann, muss die Beat-Baracke spätestens im September 2013 abgerissen werden. „Da im Jugendhausverein der bauliche Zustand der Beat-Baracke bekannt ist, war der Schock nicht ganz so groß, als die Stadt die Pläne der Behindertenhilfe erläuterte“, so Birgit Widmaier, die Geschäftsführerin des Vereins. Deutlich geworden sei, dass die Stadt den Bau eines neuen Jugendhauses nicht stemmen könne. Die Lösung: der Jugendhausverein wird zum Bauherrn und baut selbst ein neues Jugendhaus. „Mit Hilfe von Geldmitteln von Dritten und Zuschüssen, unter anderen von Stiftungen, sowie Spenden ist es dem Verein möglich, ein Jugendhaus zu einem wesentlich günstigeren Preis zu bauen, als es die Stadt könnte“, so Widmaier. Zudem rechne man auch mit erheblichen Eigenleistungen und baue auf die Unterstützung vieler ehemaliger Ehrenamtlicher. „Erste Zusagen in dieser Richtung gibt es bereits“, sagte Widmaier.
Mit dem vorgeschlagenen Standort am Leo-Bad zeigten sich die Ausschussmitglieder zufrieden, zumal sich das Grundstück in städtischer Hand befindet. Trotzdem muss der Bebauungsplan geändert werden – was der Planungsausschuss gestern bereits auf den Weg gebracht hat. Die Zeit drängt, damit die Stadt nach dem Abriss der Beat-Baracke nicht ohne ein Jugendhaus dasteht. Einen ersten Planentwurf für das neue Jugendhaus hat das Leonberger Architekturbüro Hansjörk Schneck erstellt. In den nächsten Wochen werden das Raumprogramm und die konzeptionelle Weiterentwicklung der offenen Jugendarbeit in Eltingen entwickelt, aber auch die Kosten und das Finanzierungskonzept aufgestellt. Ausgegangen wird von etwa 800 000 Euro Kosten für das Haus mit einer Fläche bis zu 500 Quadratmetern. Der städtische Zuschuss aus dem Erlös des Grundstücks an der Neuen Ramtelstraße wird bei etwa 350 000 Euro liegen. Das Kinderhaus Pinocchio soll in der August-Lämmle-Schule untergebracht werden.
Gedacht ist, das neue Jugendhaus nach dem Vorbild des Hospizvereins beim Bau des stationären Hospizes zu verwirklichen. Auch hier hatten Stadt und Kreis dem Verein das Grundstück in Erbpacht überlassen. Im Sozialausschuss gab es einhellige Zustimmung zu dem Vorhaben. Der SPD-Vorschlag zu prüfen, ob das ehemalige Badehaus beim Leo-Bad zum Jugendhaus umgebaut werden könnte, wurde abgelehnt. Jutta Metz von den Freien Wählern brachte es auf den Punkt: „Nicht schon wieder eine alte Bude als Jugendhaus!“
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