Black Gold
Durch die ölreiche Wüste
Rupert Koppold, veröffentlicht am 13.02.2012
Filmbeschreibung
Die Schlacht ist geschlagen, der Emir Nessib (Antonio Banderas) hat gesiegt, nun diktiert er seinem Widersacher Sultan Amar (Mark Strong) die Bedingungen. Die beiden Söhne Amars sollen bei ihm aufwachsen und den Frieden garantieren, der "gelbe Gürtel" zwischen den beiden Reichen soll ungenutztes Niemandsland bleiben. Als ein texanischer Konzern dort Öl findet, lässt Nessib die Quellen sprudeln und baut mit dem Erlös des schwarzen Goldes Straßen, Schulen, Krankenhäuser und Flughäfen. Amar will diese Verletzung des Abkommens nicht dulden und rüstet zum Krieg, sein jüngerer und zum bebrillten Intellektuellen herangewachsener Sohn Auda (Tahr Rahim) wird deshalb mit Nessibs schöner Tochter Leyla (Freida Pinto) zwangsverheiratet und dann als Emissär zu seinem Vater geschickt.
Der französische Regisseur Jean-Jacques Annaud ("Der Name der Rose") folgt hier unverkennbar den Spuren von David Leans "Lawrence von Arabien". Zunächst allerdings sieht es so aus, als würde er in diesen riesigen Spuren versinken wie im Treibsand: Seine in einem nicht näher spezifizierten Arabien zu Beginn der dreißiger Jahre spielende Orientfantasie sieht mit ihren Oasen, Karawanen und Prunkgemächern zwar auf altmodische Art gut aus, ist aber manchmal zu hölzern-behäbig und dann wieder sehr sprunghaft inszeniert, so als wäre ein längeres Werk durch dilettantische Schnitte verkürzt worden. Die erste Hälfte dieses Epos, in dem auch viel arabisches Geld steckt, wirkt wie eine lustlos erledigte Auftragsarbeit.
In der zweiten Hälfte rückt der junge Auda in den Mittelpunkt der Handlung und versucht, zwischen dem listig-verschlagenen Fortschrittsanhänger Nessib und seinem traditionsbewusst despotischen Vater Amar, der den Ausverkauf der arabischen Kultur befürchtet, zu vermitteln. Zuerst muss Auda sich jedoch als Krieger Autorität verschaffen, und wenn er eine Armee von Gefangenen durch die Wüste führt und dabei Angriffe von Flugzeugen und Panzerwagen abwehrt, dann nimmt die Geschichte doch Fahrt auf, kommt Annaud seinem Vorbild Lean etwas näher.
Wobei in "Black Gold" aber kein Engländer, sondern ein Araber zum Helden wird. Der Film zeigt ihn als charismatische Figur, die das Mittealter an die Moderne heranführen kann, ohne die alte Kultur und die Religion zu verraten. Wenn Auda, der mal als tot betrachtet wird und wiederaufersteht, seine Gefangenen entlässt, eine Sklavin befreit und die Stämme hinter sich vereint, wird er als Mahdi gefeiert, als ein von Allah gesandter Messias. Mit diesem aufgeklärt toleranten und gleichzeitig gottesfürchtigen Auda entwirft der Film also auch einen Helden für das Heute.
"Black Gold" wurde übrigens zu großen Teilen in Tunesien gedreht, und zwar in jenen Tagen, als dort der Arabische Frühling ausbrach. Der hat allerdings nicht auf die Läuterung jener da oben gewartet, sondern die uneinsichtigen Herrscher gestürzt.
Der französische Regisseur Jean-Jacques Annaud ("Der Name der Rose") folgt hier unverkennbar den Spuren von David Leans "Lawrence von Arabien". Zunächst allerdings sieht es so aus, als würde er in diesen riesigen Spuren versinken wie im Treibsand: Seine in einem nicht näher spezifizierten Arabien zu Beginn der dreißiger Jahre spielende Orientfantasie sieht mit ihren Oasen, Karawanen und Prunkgemächern zwar auf altmodische Art gut aus, ist aber manchmal zu hölzern-behäbig und dann wieder sehr sprunghaft inszeniert, so als wäre ein längeres Werk durch dilettantische Schnitte verkürzt worden. Die erste Hälfte dieses Epos, in dem auch viel arabisches Geld steckt, wirkt wie eine lustlos erledigte Auftragsarbeit.
In der zweiten Hälfte rückt der junge Auda in den Mittelpunkt der Handlung und versucht, zwischen dem listig-verschlagenen Fortschrittsanhänger Nessib und seinem traditionsbewusst despotischen Vater Amar, der den Ausverkauf der arabischen Kultur befürchtet, zu vermitteln. Zuerst muss Auda sich jedoch als Krieger Autorität verschaffen, und wenn er eine Armee von Gefangenen durch die Wüste führt und dabei Angriffe von Flugzeugen und Panzerwagen abwehrt, dann nimmt die Geschichte doch Fahrt auf, kommt Annaud seinem Vorbild Lean etwas näher.
Wobei in "Black Gold" aber kein Engländer, sondern ein Araber zum Helden wird. Der Film zeigt ihn als charismatische Figur, die das Mittealter an die Moderne heranführen kann, ohne die alte Kultur und die Religion zu verraten. Wenn Auda, der mal als tot betrachtet wird und wiederaufersteht, seine Gefangenen entlässt, eine Sklavin befreit und die Stämme hinter sich vereint, wird er als Mahdi gefeiert, als ein von Allah gesandter Messias. Mit diesem aufgeklärt toleranten und gleichzeitig gottesfürchtigen Auda entwirft der Film also auch einen Helden für das Heute.
"Black Gold" wurde übrigens zu großen Teilen in Tunesien gedreht, und zwar in jenen Tagen, als dort der Arabische Frühling ausbrach. Der hat allerdings nicht auf die Läuterung jener da oben gewartet, sondern die uneinsichtigen Herrscher gestürzt.
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