Don – The King is back
Ein Tausendsassa, der noch an den Euro glaubt
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 16.02.2012
Filmbeschreibung
Berlin ist die meiste Zeit des Jahres mit sich selbst beschäftigt, mit seiner schlechten Laune, seiner Haushaltsmisere und seinem prallen Stolz, eine brodelnde Kulturszene zu besitzen, die Querköpfe, Trittbrettfahrer und Trendvermarkter aus aller Welt anlockt. Manchmal aber bekommt es einen kräftigen Stups von außen, diesmal von Bollywood: "Mensch, Berlin, du bist doch reich, du bist ein Riesensafe, du bist ein Gaunerfilmtraum!"
Und bevor noch der fixeste Taxifahrer "Watt’n, zu heiß jebadet oda watt?" antworten kann, ist die bislang größte deutsch- indische Co-Produktion "Don – The King is back" schon dabei, ein Riesending einzufädeln. Der Titelgangster hat vor, die Deutsche Zentralbank, die im echten Leben Bundesbank heißen müsste, auszurauben. Don will die Druckplatten der Euroscheine haben. Wenigstens einer, der noch an diese Währung glaubt.
Als Reiseführer durch Berlin taugt der von Farhan Akhtar inszenierte "Don – The King is back" nur sehr bedingt, und auch als Kulturführer durch den Rest der Welt sollte man ihm nicht weit trauen. Dafür taugt er aber bestens als Nostalgiereiseführer durch ein Actionkino früherer Jahrzehnte, dessen Helden weder Grenzen noch Skrupel noch Selbstzweifel kannten.
Der Drogenboss Don, den Bollywoods Superstar Shah Rukh Khan nun schon zum zweiten Mal spielt, pflegt einen Führungsstil, den man im Managementseminar als "hands on" bezeichnen würde. Don langt am liebsten selbst hin. Am wohlsten fühlt sich der Tausendsassa, wenn viele Feinde eng um ihn herumstehen, und richtig glücklich ist er, wenn die dazu schwer bewaffnet sind. Wie Don sich aus solchen Situationen befreit, wie er die deutsche Polizei (etwa Florian Lukas) und eine indische Sonderermittlerin nasführt, das bekommt hier selbstironische Fantasyqualitäten, ohne je zur Blödelei abzurutschen. Wie "Ocean’s Eleven" wahrt "Don – The King is back" zu jeder Übertreibung ein Pokerface.
Nur eines kann man "Don – The King is back" ankreiden. 144 Minuten Spielzeit – in Bollywood gilt das nicht als Überlänge – lassen am Ende viel Gelegenheit, kein Ende zu finden. Aber wer wagt schon, dem Don zu sagen, er sei nicht perfekt?
Und bevor noch der fixeste Taxifahrer "Watt’n, zu heiß jebadet oda watt?" antworten kann, ist die bislang größte deutsch- indische Co-Produktion "Don – The King is back" schon dabei, ein Riesending einzufädeln. Der Titelgangster hat vor, die Deutsche Zentralbank, die im echten Leben Bundesbank heißen müsste, auszurauben. Don will die Druckplatten der Euroscheine haben. Wenigstens einer, der noch an diese Währung glaubt.
Als Reiseführer durch Berlin taugt der von Farhan Akhtar inszenierte "Don – The King is back" nur sehr bedingt, und auch als Kulturführer durch den Rest der Welt sollte man ihm nicht weit trauen. Dafür taugt er aber bestens als Nostalgiereiseführer durch ein Actionkino früherer Jahrzehnte, dessen Helden weder Grenzen noch Skrupel noch Selbstzweifel kannten.
Der Drogenboss Don, den Bollywoods Superstar Shah Rukh Khan nun schon zum zweiten Mal spielt, pflegt einen Führungsstil, den man im Managementseminar als "hands on" bezeichnen würde. Don langt am liebsten selbst hin. Am wohlsten fühlt sich der Tausendsassa, wenn viele Feinde eng um ihn herumstehen, und richtig glücklich ist er, wenn die dazu schwer bewaffnet sind. Wie Don sich aus solchen Situationen befreit, wie er die deutsche Polizei (etwa Florian Lukas) und eine indische Sonderermittlerin nasführt, das bekommt hier selbstironische Fantasyqualitäten, ohne je zur Blödelei abzurutschen. Wie "Ocean’s Eleven" wahrt "Don – The King is back" zu jeder Übertreibung ein Pokerface.
Nur eines kann man "Don – The King is back" ankreiden. 144 Minuten Spielzeit – in Bollywood gilt das nicht als Überlänge – lassen am Ende viel Gelegenheit, kein Ende zu finden. Aber wer wagt schon, dem Don zu sagen, er sei nicht perfekt?
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