Gefährten
Eine Geschichte vom Pferd
Rupert Koppold, veröffentlicht am 18.02.2012
Filmbeschreibung
Das Landleben ist hart, die kleine Farm in Dartmoor bringt wenig ein, und als die Pacht nicht mehr zu bezahlen ist, muss sogar das Vollblutpferd Joey vor den Pflug gespannt werden. Für seinen jungen Freund, den Farmerssohn Albert (Jeremy Irvine), arbeitet der treue Joey aber gern, und überhaupt hätte es schon noch eine schöne Zeit werden können. Die Gegend mit ihren grünen Hügeln sieht nämlich idyllisch aus, die sauber ausgeleuchtete Armut folkloristisch-dekorativ, die Gesichter von Mensch und Pferd wie frisch geputzt. Eigentlich wartet man nun darauf, dass jemand zu singen anfängt, dass also ein buntes Musical beginnt. Aber Steven Spielbergs Film "Gefährten", der auf einem schon für die Bühne adaptierten Jugendroman basiert, schickt Joey stattdessen in den Ersten Weltkrieg.
Der Film wird jetzt episodisch, Joey expediert mal einen Kavalleristen in deutsches Maschinengewehrfeuer, zieht dann schwere Kanonen durch kniehohen Schlamm und freundet sich dabei mit einem Offizierspferd und Leidensgenossen an, das schließlich vor Erschöpfung zusammenbricht und verendet. Joey aber überlebt, gerät immer wieder an neue und schnell wechselnde Besitzer und zwischen die Fronten. Nach einem wilden Galopp durch Granatenhagel steckt der vierbeinige Held dann im Stacheldraht des nächtlichen Niemandslands fest. Von manchen Kritikern wurde diese Geschichte einer geschundenen Kreatur schon mit Robert Bressons Film "Zum Beispiel Balthasar" (1966) verglichen, in dem das traurige Schicksal eines Esels geschildert wird. Aber wo der Asket Bresson insistierend genau hinschaut, verschwimmt bei Steven Spielberg alles in einem Gebräu aus falschem Pathos, unehrlicher Pietät und triefender Sentimentalität. Und natürlich gibt auch John Williams’ Musik überhaupt keine Ruh!
Dieser überlange Film wäre so gern groß und wuchtig, er wirkt aber nur aufgeblasen und trotz seiner so stolz herausgestellten Schauwerte merkwürdig leer. Die vielen Protagonisten sind abgenutzte Standardfiguren, sozusagen Platzhalter für echte Charaktere, und so sehr sich Schauspieler wie Emily Watson, Peter Mullan, Niels Arestrup, David Kross und Hinnerk Schönemann auch bemühen: gegen diese Geschichte, gegen diese Inszenierung, gegen diese hölzernen Dialoge kommen sie letztlich nicht an. Spielberg fällt hier weit hinter seinen exzellenten Kriegsfilm "Der Soldat James Ryan" zurück. Am Ende geht in "Gefährten" wieder mal sehr pittoresk vor schöner englischer Landschaft die Sonne unter und der ganze Aufwand schrumpft zusammen auf die banale Botschaft: Die Welt möge doch irgendwie gut sein – und jedes brave Pferd zu seinem wahren Besitzer zurückfinden!
Der Film wird jetzt episodisch, Joey expediert mal einen Kavalleristen in deutsches Maschinengewehrfeuer, zieht dann schwere Kanonen durch kniehohen Schlamm und freundet sich dabei mit einem Offizierspferd und Leidensgenossen an, das schließlich vor Erschöpfung zusammenbricht und verendet. Joey aber überlebt, gerät immer wieder an neue und schnell wechselnde Besitzer und zwischen die Fronten. Nach einem wilden Galopp durch Granatenhagel steckt der vierbeinige Held dann im Stacheldraht des nächtlichen Niemandslands fest. Von manchen Kritikern wurde diese Geschichte einer geschundenen Kreatur schon mit Robert Bressons Film "Zum Beispiel Balthasar" (1966) verglichen, in dem das traurige Schicksal eines Esels geschildert wird. Aber wo der Asket Bresson insistierend genau hinschaut, verschwimmt bei Steven Spielberg alles in einem Gebräu aus falschem Pathos, unehrlicher Pietät und triefender Sentimentalität. Und natürlich gibt auch John Williams’ Musik überhaupt keine Ruh!
Dieser überlange Film wäre so gern groß und wuchtig, er wirkt aber nur aufgeblasen und trotz seiner so stolz herausgestellten Schauwerte merkwürdig leer. Die vielen Protagonisten sind abgenutzte Standardfiguren, sozusagen Platzhalter für echte Charaktere, und so sehr sich Schauspieler wie Emily Watson, Peter Mullan, Niels Arestrup, David Kross und Hinnerk Schönemann auch bemühen: gegen diese Geschichte, gegen diese Inszenierung, gegen diese hölzernen Dialoge kommen sie letztlich nicht an. Spielberg fällt hier weit hinter seinen exzellenten Kriegsfilm "Der Soldat James Ryan" zurück. Am Ende geht in "Gefährten" wieder mal sehr pittoresk vor schöner englischer Landschaft die Sonne unter und der ganze Aufwand schrumpft zusammen auf die banale Botschaft: Die Welt möge doch irgendwie gut sein – und jedes brave Pferd zu seinem wahren Besitzer zurückfinden!
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