Young Adult
Wo startet man die Zeitmaschine?
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 23.02.2012
Filmbeschreibung
Mavis Gary hat ein großes Thema: Wie erfolgreich sie doch geworden ist. Wie viel aufregender ihr hippes Großstadtleben in Minneapolis verläuft, verglichen mit dem Siechtum in ihrem Geburtsort Mercury. Wie erfüllend ihre Arbeit als Jugendbuchautorin ist, verglichen mit dem Hausfrauendasein, das viele ihrer ehemaligen Mitschülerinnen gewählt haben. Wie zufrieden sie auch im Privaten ist: als ehemalige HighschoolKönigin, die fast noch aussieht wie auf ihren besten Fotos von einst.
Das Problem ist nur, dass Mavis ihre Erfolgsgeschichte in "Young Adult" den Leuten im verachteten Mercury unter die Nase reibt. Dass sich der kurze Abstecher hierher Tag um Tag ausdehnt. Dass sie ihrem ehemaligen Schwarm, der längst verheiratet ist, verzweifelt auf die Pelle rückt. Jeder außer ihr selbst merkt, dass sie sich entblößt. Dass sie aus den Trümmern eines Lebensentwurfs davonläuft und keine Bekannten von einst sucht, sondern den Startknopf der Zeitmaschine. Sie will zurück in ihre Jugend und noch einmal neu anfangen. Wobei Charlize Theron das Biestige und Verkrampfte an dieser Figur so gut kenntlich macht, dass klar wird: Mavis würde wieder alles falsch machen.
Der Regisseur Jason Reitman und die Drehbuchautorin Diablo Cody haben schon einmal eine interessante weibliche Hauptfigur entworfen, in "Juno", ein junges Mädchen mit eigenem Kopf. In "Young Adult" porträtieren sie nun die allürenhafte Durchschnittskarrieristin, die sich für enorm originell hält. Aber dies ist kein denunziatorisches Porträt. Das Verkorkste an Mavis wird immer auch als Leiden gezeigt. Und so kann man in diesem beißend lustigen und klugen Film auch nie sicher sein, ob er Mavis den Aufschwung oder den endgültigen Absturz bescheren wird.
Das Problem ist nur, dass Mavis ihre Erfolgsgeschichte in "Young Adult" den Leuten im verachteten Mercury unter die Nase reibt. Dass sich der kurze Abstecher hierher Tag um Tag ausdehnt. Dass sie ihrem ehemaligen Schwarm, der längst verheiratet ist, verzweifelt auf die Pelle rückt. Jeder außer ihr selbst merkt, dass sie sich entblößt. Dass sie aus den Trümmern eines Lebensentwurfs davonläuft und keine Bekannten von einst sucht, sondern den Startknopf der Zeitmaschine. Sie will zurück in ihre Jugend und noch einmal neu anfangen. Wobei Charlize Theron das Biestige und Verkrampfte an dieser Figur so gut kenntlich macht, dass klar wird: Mavis würde wieder alles falsch machen.
Der Regisseur Jason Reitman und die Drehbuchautorin Diablo Cody haben schon einmal eine interessante weibliche Hauptfigur entworfen, in "Juno", ein junges Mädchen mit eigenem Kopf. In "Young Adult" porträtieren sie nun die allürenhafte Durchschnittskarrieristin, die sich für enorm originell hält. Aber dies ist kein denunziatorisches Porträt. Das Verkorkste an Mavis wird immer auch als Leiden gezeigt. Und so kann man in diesem beißend lustigen und klugen Film auch nie sicher sein, ob er Mavis den Aufschwung oder den endgültigen Absturz bescheren wird.
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