Biblis A
Jede Panne verlängert das Leben
dpa, veröffentlicht am 18.08.2004
Foto: dpa/lhe
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Biblis - Je mehr Pannen ein Atomkraftwerk zum Stillstand zwingen, desto länger darf es am Netz bleiben. Diese Gleichung, die sich aus dem Atomkonsens ergibt, lässt sich deutlich am südhessischen Meiler Biblis A ablesen. Die Betreibergesellschaft RWE hat damit allen Grund, in diesen Tagen den 30. Geburtstag ihres ersten Kernkraftwerks zu feiern. Denn der umstrittene Reaktor wird nach mehreren Auszeiten in den vergangenen Jahren voraussichtlich erst 2008 abgeschaltet. Vielleicht sogar noch viel später, wenn die Regierung wechseln sollte. So hat Kraftwerksleiter Hartmut Lauer bereits angedeutet, dass Biblis durchaus 60 Jahre durchhalten könnte.
Die Verlängerung der Lebensdauer nach dem Atomkonsens errechnet sich aus den Reststrommengen, die jeder Meiler ab dem Stichtag 1. Januar 2000 produzieren darf. Für Biblis A - den ersten Druckwasserreaktor der 1300-Megawatt-Klasse - wurden 62 Milliarden Kilowattstunden festgelegt. Das entspricht bei normaler Auslastung und kurzen Wechseln der Brennstäbe einer Laufzeit von knapp sieben Jahren. Doch bereits im vergangenen Jahr stand der Block wegen zu klein geratener Ansaugflächen im Notkühlsystem acht Monate still. Diese Zeit darf er nachholen.
Für die Atomkraftgegner kommt diese Rechnung einer Belohnung gleich. Seit Jahren kämpfen sie erfolglos darum, dass der "Schrottreaktor", wie sie ihn nennen, abgeschaltet wird. Mit 360 meldepflichtigen Pannen seit Fertigstellung steht das Kraftwerk unangefochten an der Spitze der Statistik. Außerdem sorgte es 1987 für einen der schwersten Störfälle in deutschen Atomkraftwerken. Durch ein offenes Ventil entwich 15 Stunden lang radioaktiver Dampf.
In der Konsequenz verordnete die damalige schwarz-gelbe Landesregierung dem Kraftwerk 55 Nachrüstungsmaßnahmen. Doch dann folgte der Regierungswechsel zu Rot-Grün. Die Genehmigungen für die Nachrüstungen wurden verzögert, weil nun das Ziel nicht die Modernisierung, sondern das Abschalten war. Doch Biblis A und B überlebten im Kampf zwischen den Genehmigungsbehörden von Bund und Land.
Die Verlängerung der Lebensdauer nach dem Atomkonsens errechnet sich aus den Reststrommengen, die jeder Meiler ab dem Stichtag 1. Januar 2000 produzieren darf. Für Biblis A - den ersten Druckwasserreaktor der 1300-Megawatt-Klasse - wurden 62 Milliarden Kilowattstunden festgelegt. Das entspricht bei normaler Auslastung und kurzen Wechseln der Brennstäbe einer Laufzeit von knapp sieben Jahren. Doch bereits im vergangenen Jahr stand der Block wegen zu klein geratener Ansaugflächen im Notkühlsystem acht Monate still. Diese Zeit darf er nachholen.
Für die Atomkraftgegner kommt diese Rechnung einer Belohnung gleich. Seit Jahren kämpfen sie erfolglos darum, dass der "Schrottreaktor", wie sie ihn nennen, abgeschaltet wird. Mit 360 meldepflichtigen Pannen seit Fertigstellung steht das Kraftwerk unangefochten an der Spitze der Statistik. Außerdem sorgte es 1987 für einen der schwersten Störfälle in deutschen Atomkraftwerken. Durch ein offenes Ventil entwich 15 Stunden lang radioaktiver Dampf.
In der Konsequenz verordnete die damalige schwarz-gelbe Landesregierung dem Kraftwerk 55 Nachrüstungsmaßnahmen. Doch dann folgte der Regierungswechsel zu Rot-Grün. Die Genehmigungen für die Nachrüstungen wurden verzögert, weil nun das Ziel nicht die Modernisierung, sondern das Abschalten war. Doch Biblis A und B überlebten im Kampf zwischen den Genehmigungsbehörden von Bund und Land.
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