Rekonstruiert
So sah Klaus Störtebeker aus
AP, veröffentlicht am 24.11.2004
Hamburg - Der berühmteste Seeräuber Norddeutschlands hat endlich ein Gesicht: Tief liegende Augen, eine große Nase, markante Wangenknochen und ein fehlender Schneidezahn waren vermutlich die Merkmale des legendären Klaus Störtebeker, der Ende des 14. Jahrhunderts Nord- und Ostsee unsicher machte.
Letzte Gewissheit bietet die Rekonstruktion, die seit Mittwoch im Museum für Hamburgische Geschichte zu sehen ist, aber nicht. Noch immer ist unklar, ob ein 1878 in Hamburg gefundener Piratenschädel wirklich zu Störtebeker gehört.
Das Museum und der Sender "Spiegel TV", der die Rekonstruktion in Auftrag gab, präsentierten am Mittwoch stolz den täuschend echten Silikonkopf, der ab sofort neben dem geheimnisvollen "Störtebeker-Schädel" ausgestellt wird. Der sagenumwobene "Robin Hood" der Meere war demnach blond und blauäugig, hatte volle Lippen, strubbelige Haare und einen dünnen Bart.
Die Wissenschaftler und die französische Künstlerin Elisabeth Daynès räumten ein, dass in diesen Punkten ein wenig Phantasie gefragt war. Bei einem Norddeutschen, der vermutlich aus Wismar in Mecklenburg stammt, hielt Daynès aber nach eigenen Angaben schwarze Haare für unwahrscheinlich.
Mit einem beunruhigten, leicht fragenden Blick schaut der zottelige Pirat, dessen Alter auf Anfang bis Mitte 30 geschätzt wird, nach links. Die Augen seien am schwierigsten, betonte Daynès. "Einem Piraten in die Augen blicken zu können, das ist doch was", glaubt Ralf Wiechmann, Abteilungsleiter für die mittelalterliche Geschichte beim Museum.
Über die Geschichte Störtebekers ist nicht viel bekannt. Er war der Anführer der gefürchteten Vitalienbrüder, die unterstützt von Dänemark, Friesland und Mecklenburg Handelsschiffe der Hanse kaperten. Störtebeker wurde im Jahr 1400 mit seinen Mannen auf dem Hamburger Grasbrook im Hafen hingerichtet.
Der im 19. Jahrhundert dort gefundene Schädel war mit einem großen Nagel durchbohrt: Indiz dafür, dass dieser Pirat einer der herausragenden Persönlichkeiten in der Gruppe der Vitalienbrüder war. Zur Abschreckung wurde sein Kopf auf einen Pfahl genagelt und ausgestellt.
Die große Frage, ob es sich wirklich um Klaus Störtebeker handelt, treibt die Wissenschaftler weiter um. Im nächsten Jahr soll eine DNA-Analyse mehr Klarheit bringen. Falls an dem Schädel noch Gen-Spuren gefunden werden, soll das Material mit dem genetischen Fingerabdruck von heute lebenden Menschen namens Störtebeker abgeglichen werden. Auch der Todeszeitpunkt soll anhand des Schädels noch genauer bestimmt werden.
Bislang ist nur klar, dass die Hinrichtung dieses Piraten zwischen 1390 und 1450 stattfand. Wiechmann betonte aber: "Die besten Geschichten sind die mit einem offenen Ende. Und nicht alle Geheimnisse sollten wirklich gelüftet werden." Zu groß wäre wohl am Ende die Enttäuschung, wenn die Museumsbesucher dem falschen Piraten fasziniert in die Augen geblickt hätten.
Letzte Gewissheit bietet die Rekonstruktion, die seit Mittwoch im Museum für Hamburgische Geschichte zu sehen ist, aber nicht. Noch immer ist unklar, ob ein 1878 in Hamburg gefundener Piratenschädel wirklich zu Störtebeker gehört.
Das Museum und der Sender "Spiegel TV", der die Rekonstruktion in Auftrag gab, präsentierten am Mittwoch stolz den täuschend echten Silikonkopf, der ab sofort neben dem geheimnisvollen "Störtebeker-Schädel" ausgestellt wird. Der sagenumwobene "Robin Hood" der Meere war demnach blond und blauäugig, hatte volle Lippen, strubbelige Haare und einen dünnen Bart.
Die Wissenschaftler und die französische Künstlerin Elisabeth Daynès räumten ein, dass in diesen Punkten ein wenig Phantasie gefragt war. Bei einem Norddeutschen, der vermutlich aus Wismar in Mecklenburg stammt, hielt Daynès aber nach eigenen Angaben schwarze Haare für unwahrscheinlich.
Mit einem beunruhigten, leicht fragenden Blick schaut der zottelige Pirat, dessen Alter auf Anfang bis Mitte 30 geschätzt wird, nach links. Die Augen seien am schwierigsten, betonte Daynès. "Einem Piraten in die Augen blicken zu können, das ist doch was", glaubt Ralf Wiechmann, Abteilungsleiter für die mittelalterliche Geschichte beim Museum.
Über die Geschichte Störtebekers ist nicht viel bekannt. Er war der Anführer der gefürchteten Vitalienbrüder, die unterstützt von Dänemark, Friesland und Mecklenburg Handelsschiffe der Hanse kaperten. Störtebeker wurde im Jahr 1400 mit seinen Mannen auf dem Hamburger Grasbrook im Hafen hingerichtet.
Der im 19. Jahrhundert dort gefundene Schädel war mit einem großen Nagel durchbohrt: Indiz dafür, dass dieser Pirat einer der herausragenden Persönlichkeiten in der Gruppe der Vitalienbrüder war. Zur Abschreckung wurde sein Kopf auf einen Pfahl genagelt und ausgestellt.
Die große Frage, ob es sich wirklich um Klaus Störtebeker handelt, treibt die Wissenschaftler weiter um. Im nächsten Jahr soll eine DNA-Analyse mehr Klarheit bringen. Falls an dem Schädel noch Gen-Spuren gefunden werden, soll das Material mit dem genetischen Fingerabdruck von heute lebenden Menschen namens Störtebeker abgeglichen werden. Auch der Todeszeitpunkt soll anhand des Schädels noch genauer bestimmt werden.
Bislang ist nur klar, dass die Hinrichtung dieses Piraten zwischen 1390 und 1450 stattfand. Wiechmann betonte aber: "Die besten Geschichten sind die mit einem offenen Ende. Und nicht alle Geheimnisse sollten wirklich gelüftet werden." Zu groß wäre wohl am Ende die Enttäuschung, wenn die Museumsbesucher dem falschen Piraten fasziniert in die Augen geblickt hätten.
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