Fremde Haut
Versteck auf den Fildern
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 20.10.2005
Filmbeschreibung
Fariba passt nicht mehr in den Iran. In ihrer Heimat hat man nämlich entdeckt, dass sie Frauen liebt. Das ist ein todeswürdiges Vergehen im Gottesstaat. Die fliehende Fariba passt aber auch nicht nach Deutschland. Die Grenzbeamten fragen trocken, ob sie denn eine beglaubigte Kopie ihres Todesurteils vorlegen könne. Angesichts der drohenden Abschiebung zieht Fariba (Jasmin Tabatabai) schließlich die logische Konsequenz daraus, dass sie nirgends mehr geduldet wird. Sie lässt sich verschwinden. Sie taucht ab in die Identität eines Mannes.
Wenn Fariba sich im Asylbewerberheim auf engem Raum irgendwie abseits halten muss, was spätestens beim Gang zur Gemeinschaftsdusche extreme soziale Verrenkungen erfordert und bedrohliche Aufmerksamkeit erregt, dann gelingt es der Regisseurin Angelina Maccarone, die unwirkliche und bedrückende Atmosphäre einer ausgegrenzten Welt mitten in unserem Land einzufangen. Wenn sich dann aber eine Kollegin Faribas in der Sauerkrautfabrik - der Film spielt auf den Fildern und sucht dort nach Bildern einer abweisenden Provinzialität - immer stärker zu dem Ayatollah genannten Hilfsarbeiter hingezogen fühlt, dann schwankt "Fremde Haut" zwischen der Spannung einer Liebe zur Unzeit und dem Kitsch lesbischer Befreiungsschnulzen.
Angelina Maccarone ("Alles wird gut", "Ein Engel schlägt zurück") benutzt immer wieder verbrauchte Klischees. Fariba ist Dolmetscherin und mit der deutschen Kultur bestens vertraut, einem tumben Beamten kann sie darum beim Kreuzworträtseln aus der Not helfen, den Dichter Novalis weder erraten noch buchstabieren zu können. Für den Gedanken, ein Pass sage wenig über die Zugehörigkeit zu einem Kulturraum, hätte man sich ein weniger plumpes Bild gewünscht. Doch auch in den drögesten Momenten spielt Jasmin Tabatabai ihre Fariba mit Zurückhaltung und Spannung. Ernst ist nun etwas anderes für sie als Trotz, Schmollen und Rüpelei, und so bleibt an Fariba eine Verlorenheit spürbar, die sich nicht in simplen
Wenn Fariba sich im Asylbewerberheim auf engem Raum irgendwie abseits halten muss, was spätestens beim Gang zur Gemeinschaftsdusche extreme soziale Verrenkungen erfordert und bedrohliche Aufmerksamkeit erregt, dann gelingt es der Regisseurin Angelina Maccarone, die unwirkliche und bedrückende Atmosphäre einer ausgegrenzten Welt mitten in unserem Land einzufangen. Wenn sich dann aber eine Kollegin Faribas in der Sauerkrautfabrik - der Film spielt auf den Fildern und sucht dort nach Bildern einer abweisenden Provinzialität - immer stärker zu dem Ayatollah genannten Hilfsarbeiter hingezogen fühlt, dann schwankt "Fremde Haut" zwischen der Spannung einer Liebe zur Unzeit und dem Kitsch lesbischer Befreiungsschnulzen.
Angelina Maccarone ("Alles wird gut", "Ein Engel schlägt zurück") benutzt immer wieder verbrauchte Klischees. Fariba ist Dolmetscherin und mit der deutschen Kultur bestens vertraut, einem tumben Beamten kann sie darum beim Kreuzworträtseln aus der Not helfen, den Dichter Novalis weder erraten noch buchstabieren zu können. Für den Gedanken, ein Pass sage wenig über die Zugehörigkeit zu einem Kulturraum, hätte man sich ein weniger plumpes Bild gewünscht. Doch auch in den drögesten Momenten spielt Jasmin Tabatabai ihre Fariba mit Zurückhaltung und Spannung. Ernst ist nun etwas anderes für sie als Trotz, Schmollen und Rüpelei, und so bleibt an Fariba eine Verlorenheit spürbar, die sich nicht in simplen
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Highlights am 11.02.
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