Goal! - Lebe deinen Traum
Mit Beckham an der Bar
Ulrich Kriest, veröffentlicht am 27.10.2005
Filmbeschreibung
Das gigantische Medienevent WM 2006 wirft seine ersten Schatten voraus, zwischen der Kommunikations- und Kreativitätskrise in der deutschen Nationalmannschaft und den von André Heller bestellten "Rundlederwelten"-Ausstellungen ist da gewiss noch Platz für ein schönes Märchen zur Einstimmung. Danny Cannons Fußballfilm "Goal!" beginnt wie Sozialkitsch der übelsten Sorte: Der mexikanische Junge Santiago Munez (Kuno Becker) ist ein begnadeter Straßenfußballer, der unbestrittene Dribbelkönig in seinem Viertel. Als seine freiheitsdurstigen Eltern dann in die USA immigrieren, verschaffen ihm seine Ballkünste sogar in der Fremde erste Anerkennung.
Leider träumt Santiagos Vater den amerikanischen Traum auf altmodische Weise: Durch seiner Hände Arbeit will der Patriarch den sozialen Aufstieg erreichen. Doch Santiago will kein Gärtner werden, sondern das Grün lieber mit Stollen traktieren. Der Konflikt mit dem unnachgiebigen und stolzen Vater ist programmiert. Durch Zufall entdeckt der britische Talentesucher Glen Foy, selber mal Profifußballer in der englischen Premier League, den hoch begabten Freizeitkicker. Ein verständnisvoller Freund ist so gefunden. Munez reist gegen den Willen seines Vaters nach England, bekommt dort die einmalige Chance, ein Probetraining bei Newcastle United zu absolvieren, wird nach allerlei Schwierigkeiten und Zufällen auch tatsächlich "entdeckt" und beginnt seine Karriere in Europa mit dem entscheidenden Tor bei der Qualifikation für den Uefa-Cup.
Auch die ganz steile Karriere beginnt also im Mittelmaß und folgt der trivialen Dramaturgie der Daily Soap. Santiago selber ist zwar ein ziemlich eindimensionaler und somit langweiliger Charakter, der aufrecht und gefestigt allen Anfechtungen seines neuen Jobs widersteht. Er lässt sich vom Trainer, der ein "harter Hund" ist, nicht brechen, übersteht die Intrigen der Medien, ist dem Materiellen abhold, hurt nicht herum und nimmt auch keine Drogen. Aber mit Hilfe einiger Nebenfiguren gelingt es dem Film trotzdem recht überzeugend, auf interessante Weise die poppige Traumwelt zu skizzieren, in die junge Fußballprofis heutzutage geworfen werden.
Als Santiago zum Training bei der ersten Mannschaft von Newcastle United erscheint, stehen auf dem Parkplatz vor dem Trainingsplatz nur superteure Sportwagen der Luxusklasse; nach dem entscheidenden Durchbruch trifft er dann an der Bar die Herren Zidane, Beckham und Raul - die echten Stars, die sich hier selbst spielen, allerdings nicht auf dem Spielfeld, sondern nur am Tresen, wo sie sich von den Strapazen der Dreharbeiten für einen Werbespot erholen. Zusätzlichen Reiz entwickelt der Film durch seine Verankerung im Milieu der nordenglischen Stadt Newcastle. Hier bekommt das Märchen vom Aufstieg Santiagos seine Bodenhaftung, weil in der Begeisterung der "einfachen Leute" tatsächlich etwas von der Faszination und identitätsstiftenden Kraft des Spiels eingefangen ist, etwas, von dem die Spieler selber bereits meilenweit entfernt sind.
Deshalb sieht man in diesem Film auch gerne darüber hinweg, dass die Spielszenen selbst wenig Neues bieten: viel Bewegung in der Totale und immer wieder Großaufnahmen des immergleichen Übersteigertricks. Übrigens wird es noch mehr Tore geben: "Goal!" ist der erste Teil einer geplanten Trilogie, deren Fortsetzungen bei Real Madrid und während der WM angesiedelt sind.
Leider träumt Santiagos Vater den amerikanischen Traum auf altmodische Weise: Durch seiner Hände Arbeit will der Patriarch den sozialen Aufstieg erreichen. Doch Santiago will kein Gärtner werden, sondern das Grün lieber mit Stollen traktieren. Der Konflikt mit dem unnachgiebigen und stolzen Vater ist programmiert. Durch Zufall entdeckt der britische Talentesucher Glen Foy, selber mal Profifußballer in der englischen Premier League, den hoch begabten Freizeitkicker. Ein verständnisvoller Freund ist so gefunden. Munez reist gegen den Willen seines Vaters nach England, bekommt dort die einmalige Chance, ein Probetraining bei Newcastle United zu absolvieren, wird nach allerlei Schwierigkeiten und Zufällen auch tatsächlich "entdeckt" und beginnt seine Karriere in Europa mit dem entscheidenden Tor bei der Qualifikation für den Uefa-Cup.
Auch die ganz steile Karriere beginnt also im Mittelmaß und folgt der trivialen Dramaturgie der Daily Soap. Santiago selber ist zwar ein ziemlich eindimensionaler und somit langweiliger Charakter, der aufrecht und gefestigt allen Anfechtungen seines neuen Jobs widersteht. Er lässt sich vom Trainer, der ein "harter Hund" ist, nicht brechen, übersteht die Intrigen der Medien, ist dem Materiellen abhold, hurt nicht herum und nimmt auch keine Drogen. Aber mit Hilfe einiger Nebenfiguren gelingt es dem Film trotzdem recht überzeugend, auf interessante Weise die poppige Traumwelt zu skizzieren, in die junge Fußballprofis heutzutage geworfen werden.
Als Santiago zum Training bei der ersten Mannschaft von Newcastle United erscheint, stehen auf dem Parkplatz vor dem Trainingsplatz nur superteure Sportwagen der Luxusklasse; nach dem entscheidenden Durchbruch trifft er dann an der Bar die Herren Zidane, Beckham und Raul - die echten Stars, die sich hier selbst spielen, allerdings nicht auf dem Spielfeld, sondern nur am Tresen, wo sie sich von den Strapazen der Dreharbeiten für einen Werbespot erholen. Zusätzlichen Reiz entwickelt der Film durch seine Verankerung im Milieu der nordenglischen Stadt Newcastle. Hier bekommt das Märchen vom Aufstieg Santiagos seine Bodenhaftung, weil in der Begeisterung der "einfachen Leute" tatsächlich etwas von der Faszination und identitätsstiftenden Kraft des Spiels eingefangen ist, etwas, von dem die Spieler selber bereits meilenweit entfernt sind.
Deshalb sieht man in diesem Film auch gerne darüber hinweg, dass die Spielszenen selbst wenig Neues bieten: viel Bewegung in der Totale und immer wieder Großaufnahmen des immergleichen Übersteigertricks. Übrigens wird es noch mehr Tore geben: "Goal!" ist der erste Teil einer geplanten Trilogie, deren Fortsetzungen bei Real Madrid und während der WM angesiedelt sind.
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