Ben Redelings
Ein Tor würde dem Spiel gut tun
Achim Helbig, veröffentlicht am 17.05.2006
Ronaldinho stoppt den Ball in vollem Lauf mit der Schulter, dreht sich um sich selbst, um die Abwehr - das Leder klebt jetzt am Fuß - ein paar Haken, und ansatzlos in den Torwinkel dat Ding: Fußballkunst wie sie die Fans lieben. Abseits des Rasens jedoch lassen die Akteure ihrer philosophischen Ader freien Lauf und sagen Sachen wie "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken mit Ende." Und auch für diese verbalen Juwelen lieben die Fans ihre Idole.
Rechtzeitig zur WM im eigenen Land hat Ben Redelings in seinem Buch "Ein Tor würde dem Spiel gut tun" sage und schreibe rund 3500 solcher Weisheiten gesammelt und auf 384 Seiten zu Papier gebracht. Freilich auch bei diesem Werk im Mittelpunkt: die O-Töne der Spieler, Trainer, Manager, Sportreporter.
Zur Gliederung: Diese ist Ordnung schaffend (Kapitel über Spieler, Trainer oder auch Schiedsrichter; die Redner innerhalb der Kapitel alphabetisch geordnet) und vor allem hilfreich, falls ein besonderer Ausspruch eines deutschen Rekordnationalspielers schnell zur Hand sein muss (wenn er beispielsweise über sich selbst bescheiden in der dritten Person sagt: "Ein Lothar Mathäus spricht kein Französisch").
Inhaltlich lässt das Nachschlagewerk kaum Wünsche offen. Man muss sich nur noch die Stimme von Reporter Werner Hansch vorstellen, dann ist das Vergnügen perfekt: "Borel, 1 Meter 91 ist er alt." Und auch Rolf Rüssmann hört der Leser in seinem geistigen Ohr über Hitzefrei für Fußballprofis schimpfen. "Früher gab es kein Ozon," echauffierte sich der ehemalige Manager des VfB Stuttgart - und ergänzte gnadenlos "eher mal einen Tritt in den Arsch."
Der Untertitel des Werkes "Das ultimative Buch der Fußball-Wahrheiten" erscheint dem Leser nicht übertrieben. Neben den Klassikern (Lothar Emmerich: "Gib mich die Kirsche") gibt's Zitate, die man nicht allenthalben hört oder liest (Rolf Töpperwien: "Wir sollten alle den Calli mal umarmen... oder es zumindest versuchen").
Ein besonderes Leckerli ist das Kapitel Nachspielzeit. Hier sind Sternstunden der Fußball-Berichterstattung dokumentiert (Jauch und Reif kommentieren das CL-Halbfinale zwischen Madrid und Dortmund - dann fällt ein Tor um). Mit Regieanweisungen in Klammern ist das Brandinterview zwischen Rudi Völler vs. Waldemar Hartmann liebevoll versehen - zum Nachlesen ein Riesenvergnügen.
Als Appetitanreger ein Auszug:
(...) Hartmann (gutmütig-irritiert): Ja, ich hab' doch keine Schärfe jetzt da reingebracht.
Völler: Ja, du nicht. Du sitzt locker bequem auf deinem Stuhl und hast drei Weizenbier getrunken und bist schön locker.
Hartmann: Also, in Island gibt es kein Weizenbier (...)
Herrlich!
Rechtzeitig zur WM im eigenen Land hat Ben Redelings in seinem Buch "Ein Tor würde dem Spiel gut tun" sage und schreibe rund 3500 solcher Weisheiten gesammelt und auf 384 Seiten zu Papier gebracht. Freilich auch bei diesem Werk im Mittelpunkt: die O-Töne der Spieler, Trainer, Manager, Sportreporter.
Zur Gliederung: Diese ist Ordnung schaffend (Kapitel über Spieler, Trainer oder auch Schiedsrichter; die Redner innerhalb der Kapitel alphabetisch geordnet) und vor allem hilfreich, falls ein besonderer Ausspruch eines deutschen Rekordnationalspielers schnell zur Hand sein muss (wenn er beispielsweise über sich selbst bescheiden in der dritten Person sagt: "Ein Lothar Mathäus spricht kein Französisch").
Inhaltlich lässt das Nachschlagewerk kaum Wünsche offen. Man muss sich nur noch die Stimme von Reporter Werner Hansch vorstellen, dann ist das Vergnügen perfekt: "Borel, 1 Meter 91 ist er alt." Und auch Rolf Rüssmann hört der Leser in seinem geistigen Ohr über Hitzefrei für Fußballprofis schimpfen. "Früher gab es kein Ozon," echauffierte sich der ehemalige Manager des VfB Stuttgart - und ergänzte gnadenlos "eher mal einen Tritt in den Arsch."
Der Untertitel des Werkes "Das ultimative Buch der Fußball-Wahrheiten" erscheint dem Leser nicht übertrieben. Neben den Klassikern (Lothar Emmerich: "Gib mich die Kirsche") gibt's Zitate, die man nicht allenthalben hört oder liest (Rolf Töpperwien: "Wir sollten alle den Calli mal umarmen... oder es zumindest versuchen").
Ein besonderes Leckerli ist das Kapitel Nachspielzeit. Hier sind Sternstunden der Fußball-Berichterstattung dokumentiert (Jauch und Reif kommentieren das CL-Halbfinale zwischen Madrid und Dortmund - dann fällt ein Tor um). Mit Regieanweisungen in Klammern ist das Brandinterview zwischen Rudi Völler vs. Waldemar Hartmann liebevoll versehen - zum Nachlesen ein Riesenvergnügen.
Als Appetitanreger ein Auszug:
(...) Hartmann (gutmütig-irritiert): Ja, ich hab' doch keine Schärfe jetzt da reingebracht.
Völler: Ja, du nicht. Du sitzt locker bequem auf deinem Stuhl und hast drei Weizenbier getrunken und bist schön locker.
Hartmann: Also, in Island gibt es kein Weizenbier (...)
Herrlich!
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