Das Schloss im Himmel
Der große Traum vom Fliegen
Rupert Koppold, veröffentlicht am 08.06.2006
Filmbeschreibung
Ein Luftschiff fährt durch die Nacht, das traurige Mädchen Sheeta sitzt darin, eine Gefangene des sinistren Regierungsagenten Musca. Plötzlich sieht Sheeta durch eine Fensterluke, wie aus den Wolken insektenartige Fluggeräte hervorschwirren. Die stämmige Piratin Dora mit ihren Söhnen surrt heran und versucht, das Schiff zu entern, in den Wirren des nun ausbrechenden Kampfes will das gefangene Mädchen fliehen, rutscht aus und stürzt in die Tiefe. Dort unten entdeckt der Bergarbeiterjunge Pazu einen leuchtenden Punkt am Himmel, rennt auf diesen zu und fängt Sheeta auf, deren Amulett die Schwerkraft besiegt und den Fall gebremst hat. So beginnt Hayao Miyazakis 1986 entstandenes Zeichentrickabenteuer "Das Schloss im Himmel", das nach des Regisseurs Erfolgen mit dem "Wandelnden Schloss" oder mit "Chihiros Reise" nun sein deutsches Kinodebüt feiert.
Schon in diesen Auftaktszenen, mit ihren Maschinen im Science-Fiction-Retrolook und ihren rauschhaften Bildern vom Fliegen, zeigt sich wieder, wie Miyazaki das Medium des Animationsfilms beherrscht. Und die Abenteuer von Sheeta und ihrem selbst ernannten Beschützer Pazu gehen weiter in einer Bergarbeiterstadt, deren Häuser direkt an den Steilwänden einer Schlucht kleben, es folgen fulminante Verfolgungsjagden auf Schienen, es sind Festungen zu sehen, die von riesigen Robotern in Brand geschossen werden, und am Ende wird eine fliegende Stadt entdeckt und auf dieser das Geheimnis um Sheetas Herkunft gelüftet.
Aber Miyazaki füllt seine 124 Minuten Film nicht nur mit Action und detailreichem Dekor. Nein, dieser Regisseur - der immer von Kindern und Jugendlichen erzählt, aber keineswegs nur für diese - stellt mit seinen beiden Helden eben auch einprägsame Charaktere vor, um die man bangt, und mit den Söhnen der bezopften Piratin Dora auch prollig-pralle Karikaturen, deren komische Tölpeleien auch mitten im Getümmel immer wieder mal für ein wenig Entspannung sorgen. Schon dieses Miyazaki-Werk umspielt auch den Konflikt zwischen Technik und Natur, fürchtet sich vor der Apokalypse und steckt voller Anspielungen auf die europäische Kultur und Zivilisation - von Jonathan Swifts fliegender Inselutopie Laputa über das Dampfzeitalter und die industrielle Revolution bis hin zu den fantastischen Fluggeräten eines Jules Verne.
Aber kann dieses "Schloss im Himmel" so viel Stoff überhaupt tragen? Stürzt es nicht irgendwann ab wegen zu viel Ballast? Tatsächlich ächzt der Film beim actionreichen und etwas unübersichtlichen Finale und gerät auch in Schieflage, bevor er sich wieder einigermaßen fängt. Wie Miyazaki es aber bis dahin geglückt ist, überhaupt so viel Material in der Balance zu halten und es auch noch zu einer ebenso spannenden wie vielschichtigen Erzählung zu formen, das macht den Film wenn schon nicht zum Meisterwerk, dann doch zum Werk eines Meisters.
Schon in diesen Auftaktszenen, mit ihren Maschinen im Science-Fiction-Retrolook und ihren rauschhaften Bildern vom Fliegen, zeigt sich wieder, wie Miyazaki das Medium des Animationsfilms beherrscht. Und die Abenteuer von Sheeta und ihrem selbst ernannten Beschützer Pazu gehen weiter in einer Bergarbeiterstadt, deren Häuser direkt an den Steilwänden einer Schlucht kleben, es folgen fulminante Verfolgungsjagden auf Schienen, es sind Festungen zu sehen, die von riesigen Robotern in Brand geschossen werden, und am Ende wird eine fliegende Stadt entdeckt und auf dieser das Geheimnis um Sheetas Herkunft gelüftet.
Aber Miyazaki füllt seine 124 Minuten Film nicht nur mit Action und detailreichem Dekor. Nein, dieser Regisseur - der immer von Kindern und Jugendlichen erzählt, aber keineswegs nur für diese - stellt mit seinen beiden Helden eben auch einprägsame Charaktere vor, um die man bangt, und mit den Söhnen der bezopften Piratin Dora auch prollig-pralle Karikaturen, deren komische Tölpeleien auch mitten im Getümmel immer wieder mal für ein wenig Entspannung sorgen. Schon dieses Miyazaki-Werk umspielt auch den Konflikt zwischen Technik und Natur, fürchtet sich vor der Apokalypse und steckt voller Anspielungen auf die europäische Kultur und Zivilisation - von Jonathan Swifts fliegender Inselutopie Laputa über das Dampfzeitalter und die industrielle Revolution bis hin zu den fantastischen Fluggeräten eines Jules Verne.
Aber kann dieses "Schloss im Himmel" so viel Stoff überhaupt tragen? Stürzt es nicht irgendwann ab wegen zu viel Ballast? Tatsächlich ächzt der Film beim actionreichen und etwas unübersichtlichen Finale und gerät auch in Schieflage, bevor er sich wieder einigermaßen fängt. Wie Miyazaki es aber bis dahin geglückt ist, überhaupt so viel Material in der Balance zu halten und es auch noch zu einer ebenso spannenden wie vielschichtigen Erzählung zu formen, das macht den Film wenn schon nicht zum Meisterwerk, dann doch zum Werk eines Meisters.
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