Der Hals der Giraffe
Die Lügenkette zerreißen
STZ, veröffentlicht am 17.08.2006
Filmbeschreibung
Das Leben scheint manchmal so schwer und kompliziert zu sein. Vielleicht wäre es in solchen Momenten erleichternd, sich wieder auf einen kindlichen Blickwinkel einzulassen wie in Safy Nebbous Spielfilm "Der Hals der Giraffe". Der Wahlfranzose erzählt in seinem sympathischen Kinodebüt zwar von verdrängten Gefühlen und den Lebenslügen Erwachsener, stellt dabei aber ein waches Mädchen in den Mittelpunkt. Die neunjährige Mathilde (Louisa Pili) lebt bei ihrer gestresst wirkenden Mutter Hélène (Sandrine Bonnaire). Irgendwann stolpert sie über ein Bündel Briefe von der Großmutter an ihren Großvater Paul (Claude Rich), die der aus verletztem Stolz nie geöffnet hat, weil seine Frau ihn wegen eines anderen verlassen hat. Das liegt dreißig Jahre zurück. Aber die Kleine will jetzt die Wahrheit wissen. Heimlich zieht sie nachts los und holt den betagten Mann aus dem Altenheim, um mit ihm die Verschollene ausfindig zu machen.
Der Regisseur und Drehbuchautor Saffy Nebbou greift auf eigene Erfahrungen zurück. Er kam im Baskenland zur Welt, seine Mutter hat deutsche Wurzeln, der Vater ist ein algerischer Berber. "Wissen, von wo man kommt, um zu wissen, wohin man geht" - diese Sehnsucht macht er an seiner kleinen Heldin fest. Sie treibt die Geschichte voran.
Gleichzeitig gelingt es ihm in seinem sensiblen Roadmovie zu zeigen, wie seelische Verhärtungen aufbrechen können, wenn man sich seiner Vergangenheit stellt und so wieder Raum für das Leben entsteht. Das bezieht sich sowohl auf die tragische Fehlleistung von Paul, der lange Jahre seiner Tochter die Mutter und der Enkelin die Oma vorenthielt, als auch auf Hélène, die instinktiv dem unbewussten Wunsch ihrer Tochter folgt, die Kette der mit vielen Lügen durchsetzten Familienlegende endlich zu zerreißen, um die wenigen Perlen aufzuklauben. Von drei wunderbaren Hauptdarstellern getragen und bis in die kleinste Nebenrolle exzellent besetzt, vermittelt dieser leise, aber kraftvolle Film so etwas wie Hoffnung auf Aussöhnung mit dem Schicksal.
Der Regisseur und Drehbuchautor Saffy Nebbou greift auf eigene Erfahrungen zurück. Er kam im Baskenland zur Welt, seine Mutter hat deutsche Wurzeln, der Vater ist ein algerischer Berber. "Wissen, von wo man kommt, um zu wissen, wohin man geht" - diese Sehnsucht macht er an seiner kleinen Heldin fest. Sie treibt die Geschichte voran.
Gleichzeitig gelingt es ihm in seinem sensiblen Roadmovie zu zeigen, wie seelische Verhärtungen aufbrechen können, wenn man sich seiner Vergangenheit stellt und so wieder Raum für das Leben entsteht. Das bezieht sich sowohl auf die tragische Fehlleistung von Paul, der lange Jahre seiner Tochter die Mutter und der Enkelin die Oma vorenthielt, als auch auf Hélène, die instinktiv dem unbewussten Wunsch ihrer Tochter folgt, die Kette der mit vielen Lügen durchsetzten Familienlegende endlich zu zerreißen, um die wenigen Perlen aufzuklauben. Von drei wunderbaren Hauptdarstellern getragen und bis in die kleinste Nebenrolle exzellent besetzt, vermittelt dieser leise, aber kraftvolle Film so etwas wie Hoffnung auf Aussöhnung mit dem Schicksal.
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Highlights am 11.02.
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