37 Uses for a dead Sheep
Das nachgestellte Leben der Kirgisen
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 14.12.2006
Filmbeschreibung
Er wolle keinen Film über die Pamir-Kirgisen drehen, sondern einen mit den Pamir-Kirgisen, erklärt der britische Regisseur Ben Hopkins in seinem Film "37 Uses for a dead Sheep". In dieser Aussage liegt die respektable Zurückweisung der Deutungshoheit über fremde Geschichte und Kultur. Die Pamir-Kirgisen sind zwischen die Mühlsteine großer Mächte geraten, sie wurden von den Sowjets drangsaliert, sie landeten nach beschwerlichen Irrwegen schließlich in der Türkei.
Hopkins, der mit seinen experimentierfreudigen Spielfilmen "Simon Magus" (1999) und "Die neun Leben des Tomas Katz" (2000) bekannt wurde, befragt die Kirgisen aber nicht einfach, er setzt in Spielszenen um, was sie ihm erzählen, und berichtet zugleich davon, wie er mit den Hirten diese fiktionalen Szenen erarbeitet hat. Den Wahrheitsanspruch will er im Keim ersticken, obwohl oder weil es ihm um die subjektive Wahrheit der Kirgisen geht. Er dreht die Spielszenen so, als seien es Wochenschau- und Spielfilmrelikte aus den frühen Tagen des Kinos. Das schafft Distanz, aber problematischerweise auch eine Verfremdung, die manchmal sowohl das alte Kino wie die Kirgisen unbeabsichtigt als Objekte des Spotts freigibt.
Hopkins, der mit seinen experimentierfreudigen Spielfilmen "Simon Magus" (1999) und "Die neun Leben des Tomas Katz" (2000) bekannt wurde, befragt die Kirgisen aber nicht einfach, er setzt in Spielszenen um, was sie ihm erzählen, und berichtet zugleich davon, wie er mit den Hirten diese fiktionalen Szenen erarbeitet hat. Den Wahrheitsanspruch will er im Keim ersticken, obwohl oder weil es ihm um die subjektive Wahrheit der Kirgisen geht. Er dreht die Spielszenen so, als seien es Wochenschau- und Spielfilmrelikte aus den frühen Tagen des Kinos. Das schafft Distanz, aber problematischerweise auch eine Verfremdung, die manchmal sowohl das alte Kino wie die Kirgisen unbeabsichtigt als Objekte des Spotts freigibt.
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