Junikäfer
Notizen aus der US-Provinz
Ulrich Kriest, veröffentlicht am 08.03.2007
Filmbeschreibung
Im US-amerikanischen Independent-Film wird die Provinz seinem zumeist großstädtischen Publikum gerne als Objekt der Verspottung und Herabsetzung gezeigt, als Hort der Reaktion und der Gewalt. Andererseits: wenn man es wie die intellektuelle Chicagoer Galeristin Madeleine (Embeth Davidtz) auf authentische "Outsider-Kunst" abgesehen hat, dann lohnt sich ein Besuch von North Carolina allemal. Dort stößt sie auf einen Maler, einen kauzigen Autodidakten, auf dessen mythisch-naiven Bürgerkriegsgemälden Farbige mit ihren riesigen Penissen Samen aufs blutige Schlachtfeld spritzen.
Da die Familie von Madeleines frisch gebackenem Ehemann George (Alessandro Nivola) in der Nähe lebt, lässt sich das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden. Das denkt Madeleine in "Junebug", ohne zu wissen, was ihr nützlich und was nur angenehm ist. Immerhin lernt sie so, dass Georges familiärer Hintergrund zwischen grenzdebil, erzreaktionär und fundamentalistisch oszilliert, was die traute Zweisamkeit des Paares etwas stört. Und was macht der Regisseur Phil Morrison? Der wechselt schnell mal die Perspektive und geht im Zeichen der Familie zur emanzipierten und selbstbewussten Karrierefrau entschieden auf Distanz. Ganz schön irritierend! Oder provozierend?
Da die Familie von Madeleines frisch gebackenem Ehemann George (Alessandro Nivola) in der Nähe lebt, lässt sich das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden. Das denkt Madeleine in "Junebug", ohne zu wissen, was ihr nützlich und was nur angenehm ist. Immerhin lernt sie so, dass Georges familiärer Hintergrund zwischen grenzdebil, erzreaktionär und fundamentalistisch oszilliert, was die traute Zweisamkeit des Paares etwas stört. Und was macht der Regisseur Phil Morrison? Der wechselt schnell mal die Perspektive und geht im Zeichen der Familie zur emanzipierten und selbstbewussten Karrierefrau entschieden auf Distanz. Ganz schön irritierend! Oder provozierend?
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