Wir sind Helden
Albern, sanft und gewohnt frech
Irena Güttel, dpa, veröffentlicht am 23.04.2007
Foto: AP
Hamburg/Berlin - Mit der Single "Gekommen um zu bleiben" schien die deutsche Pop-Band Wir sind Helden zugleich ein Versprechen abzulegen. Hielt sie sich doch mit dem dazu gehörigen Album "Von hier an blind" über ein Jahr in den deutschen Musikcharts. Ganz andere Töne stimmen die "Helden" dagegen auf ihrer dritten Platte "Soundso" an, die am 25. Mai erscheint. "Lass uns verschwinden - Wir lösen uns auf" lautet der Refrain des letzten Liedes auf dem Album.
Doch wer nun einen Helden-Abgesang fürchtet, den kann Sängerin Judith Holofernes beruhigen. "Es gibt absolut keine Auflösungstendenzen", sagte sie in einem Interview mit der dpa in Hamburg. In dem Lied gehe es vielmehr um eine Zweierbeziehung, in der die Identität der Einzelpersonen verschwimmt. Die Doppeldeutigkeit der Zeilen war Wir sind Helden durchaus bewusst, die Platzierung als letztes Lied absichtlich gewählt. "Das ist ein Beweis für unseren wirklich fiesen Humor", sagte Holofernes mit einem Grinsen.
Ironisch und frech - genau so, wie die Fans ihre "Helden" lieben, melden sie sich aus der Babypause zurück. Im Dezember hatten Holofernes und Band-Schlagzeuger Pola Roy, die seit Sommer verheiratet sind und in Berlin leben, einen Sohn bekommen. Seitdem sind Hektik und Stress tabu, dafür nimmt das Privatleben bei allen vier Bandmitgliedern wieder einen höheren Stellenwert ein. "Die ganze Band hat jetzt ein Baby", sagte Holofernes.
Seit sieben Jahren gibt es Wir sind Helden, seit fünf Jahren sind sie groß im Pop-Geschäft. Für das zweite Album "Von hier an blind" gab es erst kürzlich eine Doppel-Platin-Auszeichnung für mehr als 400.000 verkaufte Platten. Mit der Zahl der verkauften Platten ist auch das Selbstbewusstsein gestiegen. Der Erfolgsdruck, den sie vor allem beim zweiten Album gespürt haben, ist von ihnen abgefallen. "Diesmal haben wir uns mit dem gestreckten Mittelfinger gedacht: Wir ziehen uns diesen Schuh nicht mehr an", sagte Roy. Spielfreude und ein schamloses Ausprobieren zeichneten das neue Album daher aus, sagte Holofernes. "Dieses Mal haben wir uns so gut wie gar nichts verkniffen und weder vor Albernheiten noch vor Ausflügen in andere Genres Halt gemacht."
Dabei herausgekommen ist ein facettenreiches Album, das den Bogen von lieblichen Pop-Melodien wie "Für nichts garantieren" über melancholische Balladen bis zum widerborstigen "Endlich ein Grund zur Panik" spannt. Wie auch beim Vorgänger-Album stehen die Gitarren deutlicher im Vordergrund als bei der ersten Platte "Die Reklamation". So beginnt "Soundso", der Titelsong des dritten Albums, mit einem Gitarrensolo, das US-Rockmusiker Meat Loaf alle Ehre machen würde. Aber auch auf Anleihen aus der Neuen Deutschen Welle haben die "Helden" nicht verzichtet.
Mit drei veröffentlichten Alben sind Wir sind Helden fast schon Veteranen auf dem deutschen Musikmarkt, auf den dank des Internets immer mehr junge Talente drängen. Ihr kometenhafter Aufstieg löste 2004 einen Boom deutschsprachiger Pop- und Rockmusik aus. Davon profitierten auch die Gießener Band Juli und Silbermond aus Bautzen, die auf ein ähnliches Erfolgskonzept vertrauen wie Wir sind Helden: charismatische Sängerin im Vordergrund, drei bis vier Männer drum herum und ehrlich-freche Texte. Seitdem sind die deutschen Charts fest in der Hand heimischer Musik: So waren im Jahr 2005 unter den zehn beliebtesten Alben in Deutschland fünf deutsche Künstler.
Auch die nächste Generation deutscher Bands zeichnet sich bereits ab: Gruppen, die zwar deutsch singen, aber eher nach britischem Retro-Gitarrenrock oder dem New Wave der 80er Jahre klingen wie die Berliner Gruppe Klez.E, das Hamburger Trio Sport und die Kölner Band Karpatenhund. Vom 27. April an ist aber erstmal wieder Helden-Zeit: Dann erscheint "Endlich ein Grund zur Panik", die neue Single von Wir sind Helden.
Doch wer nun einen Helden-Abgesang fürchtet, den kann Sängerin Judith Holofernes beruhigen. "Es gibt absolut keine Auflösungstendenzen", sagte sie in einem Interview mit der dpa in Hamburg. In dem Lied gehe es vielmehr um eine Zweierbeziehung, in der die Identität der Einzelpersonen verschwimmt. Die Doppeldeutigkeit der Zeilen war Wir sind Helden durchaus bewusst, die Platzierung als letztes Lied absichtlich gewählt. "Das ist ein Beweis für unseren wirklich fiesen Humor", sagte Holofernes mit einem Grinsen.
Ironisch und frech - genau so, wie die Fans ihre "Helden" lieben, melden sie sich aus der Babypause zurück. Im Dezember hatten Holofernes und Band-Schlagzeuger Pola Roy, die seit Sommer verheiratet sind und in Berlin leben, einen Sohn bekommen. Seitdem sind Hektik und Stress tabu, dafür nimmt das Privatleben bei allen vier Bandmitgliedern wieder einen höheren Stellenwert ein. "Die ganze Band hat jetzt ein Baby", sagte Holofernes.
Seit sieben Jahren gibt es Wir sind Helden, seit fünf Jahren sind sie groß im Pop-Geschäft. Für das zweite Album "Von hier an blind" gab es erst kürzlich eine Doppel-Platin-Auszeichnung für mehr als 400.000 verkaufte Platten. Mit der Zahl der verkauften Platten ist auch das Selbstbewusstsein gestiegen. Der Erfolgsdruck, den sie vor allem beim zweiten Album gespürt haben, ist von ihnen abgefallen. "Diesmal haben wir uns mit dem gestreckten Mittelfinger gedacht: Wir ziehen uns diesen Schuh nicht mehr an", sagte Roy. Spielfreude und ein schamloses Ausprobieren zeichneten das neue Album daher aus, sagte Holofernes. "Dieses Mal haben wir uns so gut wie gar nichts verkniffen und weder vor Albernheiten noch vor Ausflügen in andere Genres Halt gemacht."
Dabei herausgekommen ist ein facettenreiches Album, das den Bogen von lieblichen Pop-Melodien wie "Für nichts garantieren" über melancholische Balladen bis zum widerborstigen "Endlich ein Grund zur Panik" spannt. Wie auch beim Vorgänger-Album stehen die Gitarren deutlicher im Vordergrund als bei der ersten Platte "Die Reklamation". So beginnt "Soundso", der Titelsong des dritten Albums, mit einem Gitarrensolo, das US-Rockmusiker Meat Loaf alle Ehre machen würde. Aber auch auf Anleihen aus der Neuen Deutschen Welle haben die "Helden" nicht verzichtet.
Mit drei veröffentlichten Alben sind Wir sind Helden fast schon Veteranen auf dem deutschen Musikmarkt, auf den dank des Internets immer mehr junge Talente drängen. Ihr kometenhafter Aufstieg löste 2004 einen Boom deutschsprachiger Pop- und Rockmusik aus. Davon profitierten auch die Gießener Band Juli und Silbermond aus Bautzen, die auf ein ähnliches Erfolgskonzept vertrauen wie Wir sind Helden: charismatische Sängerin im Vordergrund, drei bis vier Männer drum herum und ehrlich-freche Texte. Seitdem sind die deutschen Charts fest in der Hand heimischer Musik: So waren im Jahr 2005 unter den zehn beliebtesten Alben in Deutschland fünf deutsche Künstler.
Auch die nächste Generation deutscher Bands zeichnet sich bereits ab: Gruppen, die zwar deutsch singen, aber eher nach britischem Retro-Gitarrenrock oder dem New Wave der 80er Jahre klingen wie die Berliner Gruppe Klez.E, das Hamburger Trio Sport und die Kölner Band Karpatenhund. Vom 27. April an ist aber erstmal wieder Helden-Zeit: Dann erscheint "Endlich ein Grund zur Panik", die neue Single von Wir sind Helden.
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