Beim ersten Mal
Nach der wilden Party fängt das wahre Leben an
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 23.08.2007
Filmbeschreibung
Jetzt geht die Party richtig los, jetzt geht die Hose auf. Naja, oder wenn das mit dem Sex doch noch nicht so richtig klappt, dann setzt zumindest die elterliche Aufsicht aus. Dann kann man mit ein paar Kumpels im unaufgeräumten Zimmer herumgammeln, saufen, kiffen, Lieferpizza verkleckern, stundenlang Müllfilme glotzen, absurde Debatten über Popkulturtrivialitäten führen und einander versichern, dass morgen die Party los und die Hose auf gehen wird.
Aber mal so richtig. Das ist das treibende Versprechen vieler amerikanischer Teeniekomödien (vor allem das der Neu-am-College-Variante), die einen wilden Traum vom Draufmacherparadies träumen: sich daheim abnabeln zu dürfen, ohne wirklich erwachsen werden zu müssen.
Auch die von Judd Apatow inszenierte Komödie "Beim ersten Mal" bietet ein paar männliche Figuren auf, die sich gern in dieser ewigen Pubertät eingerichtet hätten. Aber "Knocked up", so der Originaltitel des Films, ist dann doch keine Teeniekomödie. Sie transportiert ihre Figuren und auch einige ihrer Haltungen in die Lebensphase der Verantwortungsübernahme und schaut dann zu, was von ihnen übrig bleibt.
Alison Scott (Katherine Heigl) macht gerade Karriere im flimmernden, lallenden Mediengewerbe, beim Poprummelsender "E!", wo sie neuerdings Stars, Sternchen und die ganze Füllspachtelprominenz der Eintagssensationen interviewen darf. Trotzdem oder gerade deswegen findet sie eines Abends, als der Alkohol wie verschüttete Milch und überhitzter Honig fließt, einen Typen putzig, der eigentlich das Abbild jener Loser ist, die man auf dem steilen Weg nach oben nicht weiter beachten sollte.
Dieser Ben Stone (Seth Rogen) ist ein abgebrannter Partykracher, der die wilden Jahre immer noch hinziehen will, weil er sie nie so richtig erlebt hat. Er ist eine Teeniekomödienfigur im Männerkörper, ein Typ, der die Entwicklungskurve nicht gekriegt hat und nun jenseits der Leitplanke mit ein paar ebenfalls infantilen Kumpels "Brumm-Brumm" singt, während die anderen tatsächlich durchs Leben fahren.
Als Alison morgens aufwacht und sieht, mit wem sie die Nacht verbracht hat, nimmt sie sich vor, diesen Ausrutscher ganz schnell zu vergessen. Als Ben aufwacht, hofft er, nun breche endlich die Zeit der ganz heißen Nächte an. Für beide aber kommt es ganz anders: Alison ist schwanger. Die künftigen Eltern stehen vor zwei heiklen Entscheidungen: Wollen sie das Kind bekommen und können sie zusammen so etwas wie ein Zuhause bauen, oder ertragen sie einander nicht, geschweige denn die Elternschaft?
Diese erwachsene Krise ist die ernsteste Herausforderung, der sich Figuren eines Apatow-Films bisher stellen mussten. Sowohl in Apatows Regiedebüt "Jungfrau, (40), männlich, sucht" wie auch in seinen Drehbüchern für die Will-Ferrell-Komödien "Anchorman - Die Legende von Ron Burgundy" und "Ricky Bobby - König der Rennfahrer" regierte nämlich nur der schrille Klamauk.
Wenn er nun Ben bei seinen Kumpels zeigt, dann verharrt Apatow auch in der Verzerrungslust des Klamaukfilms. Und wenn er Ben und Alison Partnerschaft üben und das Elternsein trainieren lässt, dann begibt er sich fast zu willig in die Weichzeichnergüte der romantischen Komödie. Seine Absicht, Kinofiguren so aus der Verantwortungslosigkeit heraustreten zu lassen, wie ein Komödienpublikum irgendwann aus den Filmen zurück ins Leben muss, bleibt zwar theoretisch interessant, aber sie findet in den fernsehbraven Bildern, den meist sehr naheliegenden Szenenvariationen, den gemütlichen, hie und da witzigen, aber selten wirklich zugespitzten Dialogen nie ganz den Ausdruck, den sie verdient hätte.
Aber mal so richtig. Das ist das treibende Versprechen vieler amerikanischer Teeniekomödien (vor allem das der Neu-am-College-Variante), die einen wilden Traum vom Draufmacherparadies träumen: sich daheim abnabeln zu dürfen, ohne wirklich erwachsen werden zu müssen.
Auch die von Judd Apatow inszenierte Komödie "Beim ersten Mal" bietet ein paar männliche Figuren auf, die sich gern in dieser ewigen Pubertät eingerichtet hätten. Aber "Knocked up", so der Originaltitel des Films, ist dann doch keine Teeniekomödie. Sie transportiert ihre Figuren und auch einige ihrer Haltungen in die Lebensphase der Verantwortungsübernahme und schaut dann zu, was von ihnen übrig bleibt.
Alison Scott (Katherine Heigl) macht gerade Karriere im flimmernden, lallenden Mediengewerbe, beim Poprummelsender "E!", wo sie neuerdings Stars, Sternchen und die ganze Füllspachtelprominenz der Eintagssensationen interviewen darf. Trotzdem oder gerade deswegen findet sie eines Abends, als der Alkohol wie verschüttete Milch und überhitzter Honig fließt, einen Typen putzig, der eigentlich das Abbild jener Loser ist, die man auf dem steilen Weg nach oben nicht weiter beachten sollte.
Dieser Ben Stone (Seth Rogen) ist ein abgebrannter Partykracher, der die wilden Jahre immer noch hinziehen will, weil er sie nie so richtig erlebt hat. Er ist eine Teeniekomödienfigur im Männerkörper, ein Typ, der die Entwicklungskurve nicht gekriegt hat und nun jenseits der Leitplanke mit ein paar ebenfalls infantilen Kumpels "Brumm-Brumm" singt, während die anderen tatsächlich durchs Leben fahren.
Als Alison morgens aufwacht und sieht, mit wem sie die Nacht verbracht hat, nimmt sie sich vor, diesen Ausrutscher ganz schnell zu vergessen. Als Ben aufwacht, hofft er, nun breche endlich die Zeit der ganz heißen Nächte an. Für beide aber kommt es ganz anders: Alison ist schwanger. Die künftigen Eltern stehen vor zwei heiklen Entscheidungen: Wollen sie das Kind bekommen und können sie zusammen so etwas wie ein Zuhause bauen, oder ertragen sie einander nicht, geschweige denn die Elternschaft?
Diese erwachsene Krise ist die ernsteste Herausforderung, der sich Figuren eines Apatow-Films bisher stellen mussten. Sowohl in Apatows Regiedebüt "Jungfrau, (40), männlich, sucht" wie auch in seinen Drehbüchern für die Will-Ferrell-Komödien "Anchorman - Die Legende von Ron Burgundy" und "Ricky Bobby - König der Rennfahrer" regierte nämlich nur der schrille Klamauk.
Wenn er nun Ben bei seinen Kumpels zeigt, dann verharrt Apatow auch in der Verzerrungslust des Klamaukfilms. Und wenn er Ben und Alison Partnerschaft üben und das Elternsein trainieren lässt, dann begibt er sich fast zu willig in die Weichzeichnergüte der romantischen Komödie. Seine Absicht, Kinofiguren so aus der Verantwortungslosigkeit heraustreten zu lassen, wie ein Komödienpublikum irgendwann aus den Filmen zurück ins Leben muss, bleibt zwar theoretisch interessant, aber sie findet in den fernsehbraven Bildern, den meist sehr naheliegenden Szenenvariationen, den gemütlichen, hie und da witzigen, aber selten wirklich zugespitzten Dialogen nie ganz den Ausdruck, den sie verdient hätte.
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