Stichwort
Wasserstoffperoxid
Von Rainer Klüting (aus der StZ vom 6.9.), veröffentlicht am 05.09.2007
Stuttgart - Wasserstoffperoxid kann man zum Reinigen, Desinfizieren und Bleichen der Haare einsetzen. Aber in den Händen von Terroristen kann aus der frei verkäuflichen Flüssigkeit, die wie Wasser aussieht, ein hoch gefährlicher Explosivstoff werden.
Die Zutatenliste ist leicht im Internet zu finden, und außerdem ist sie nicht lang. Aus drei Grundstoffen, die jeder leicht kaufen kann, lässt sich ein gefährlicher Sprengstoff herstellen. Wasserstoffperoxid reagiert nämlich sehr heftig mit Azeton, einem Bestandteil von zum Beispiel Nagellackentfernern. Ist auch noch eine Säure beteiligt, etwa Salzsäure, wie sie für Auto-Akkus gebraucht wird, entsteht eine Mischung, vor der man dringend warnen muss. Schon beim Zusammenmischen sind Menschen lebensgefährlich verletzt worden.
Das Produkt heißt Triazetontriperoxid oder kurz TATP, ein zuckerähnliches Pulver, das sich an der Luft relativ schnell zersetzt. Schon ein leichter Schlag genügt, und es explodiert mit einer Wucht, die der des gebräuchlichen Sprengstoffs TNT (Trinitrotoluol) entspricht. Der Unterschied: Sprengstoffe wie TNT müssen mit einem Zünder zur Explosion gebracht werden. Das erlaubt es Fachleuten, sie sicher und gezielt einzusetzen. Anders TATP: als Sprengmittel ist es so gut wie nutzlos, da es zu schnell verdampft und viel zu leicht von selbst losgeht. TATP, auch Apex genannt, unterliegt dem Sprengstoffgesetz, darf also ohne Zulassung nicht verwendet werden.
Für Terroristen, die keinen Zugang zu professionell hergestellten Sprengmitteln haben, dürfte es wichtiger sein, dass sich die Zutaten unauffällig beschaffen lassen. Das jetzt gefundene Wasserstoffperoxid zum Beispiel ist eine vielseitig verwendbare Chemikalie, von der weltweit mehrere Millionen Tonnen jährlich hergestellt werden. Sie hat allerdings selbst ihre Risiken. So kann sie schwere Verätzungen verursachen. Außerdem ist H2O2, wie die chemische Formel lautet, explosiv. Bei Zimmertemperatur ist es zwar eine stabile, wasserähnliche Flüssigkeit. Doch wenn man es nur leicht erhitzt oder mit Metallen wie Kupfer oder Messing und einigen anderen Stoffen zusammenbringt, zersetzt es sich explosionsartig.
Frei verkäuflich ist Wasserstoffperoxid als höchstens siebzigprozentige Lösung in Wasser. Zum Reinigen und Desinfizieren verdünnt man es auf bis zu drei Prozent.
Bekannt ist der Stoff, der früher auch Wasserstoffsuperoxid genannt wurde, weil "Wasserstoffblondinen" damit ihre Haare bleichen. Die Bleichwirkung nutzt auch die Zellstoffindustrie zur Herstellung von weißem Papier. Als Reinigungs- und Desinfektionsmittel ist es etwa in Mundspülungen enthalten. In der Mikroelektronik wird es zum Reinigen eingesetzt. Der Stoff zerfällt in Wasser und Sauerstoff. Da Sauerstoff bei jeder Verbrennung nötig ist, wurde das Peroxid vereinzelt auch für Raketenantriebe verwendet; dort wurde es teils zusammen mit Kerosin verbrannt.
Die Zutatenliste ist leicht im Internet zu finden, und außerdem ist sie nicht lang. Aus drei Grundstoffen, die jeder leicht kaufen kann, lässt sich ein gefährlicher Sprengstoff herstellen. Wasserstoffperoxid reagiert nämlich sehr heftig mit Azeton, einem Bestandteil von zum Beispiel Nagellackentfernern. Ist auch noch eine Säure beteiligt, etwa Salzsäure, wie sie für Auto-Akkus gebraucht wird, entsteht eine Mischung, vor der man dringend warnen muss. Schon beim Zusammenmischen sind Menschen lebensgefährlich verletzt worden.
Das Produkt heißt Triazetontriperoxid oder kurz TATP, ein zuckerähnliches Pulver, das sich an der Luft relativ schnell zersetzt. Schon ein leichter Schlag genügt, und es explodiert mit einer Wucht, die der des gebräuchlichen Sprengstoffs TNT (Trinitrotoluol) entspricht. Der Unterschied: Sprengstoffe wie TNT müssen mit einem Zünder zur Explosion gebracht werden. Das erlaubt es Fachleuten, sie sicher und gezielt einzusetzen. Anders TATP: als Sprengmittel ist es so gut wie nutzlos, da es zu schnell verdampft und viel zu leicht von selbst losgeht. TATP, auch Apex genannt, unterliegt dem Sprengstoffgesetz, darf also ohne Zulassung nicht verwendet werden.
Für Terroristen, die keinen Zugang zu professionell hergestellten Sprengmitteln haben, dürfte es wichtiger sein, dass sich die Zutaten unauffällig beschaffen lassen. Das jetzt gefundene Wasserstoffperoxid zum Beispiel ist eine vielseitig verwendbare Chemikalie, von der weltweit mehrere Millionen Tonnen jährlich hergestellt werden. Sie hat allerdings selbst ihre Risiken. So kann sie schwere Verätzungen verursachen. Außerdem ist H2O2, wie die chemische Formel lautet, explosiv. Bei Zimmertemperatur ist es zwar eine stabile, wasserähnliche Flüssigkeit. Doch wenn man es nur leicht erhitzt oder mit Metallen wie Kupfer oder Messing und einigen anderen Stoffen zusammenbringt, zersetzt es sich explosionsartig.
Frei verkäuflich ist Wasserstoffperoxid als höchstens siebzigprozentige Lösung in Wasser. Zum Reinigen und Desinfizieren verdünnt man es auf bis zu drei Prozent.
Bekannt ist der Stoff, der früher auch Wasserstoffsuperoxid genannt wurde, weil "Wasserstoffblondinen" damit ihre Haare bleichen. Die Bleichwirkung nutzt auch die Zellstoffindustrie zur Herstellung von weißem Papier. Als Reinigungs- und Desinfektionsmittel ist es etwa in Mundspülungen enthalten. In der Mikroelektronik wird es zum Reinigen eingesetzt. Der Stoff zerfällt in Wasser und Sauerstoff. Da Sauerstoff bei jeder Verbrennung nötig ist, wurde das Peroxid vereinzelt auch für Raketenantriebe verwendet; dort wurde es teils zusammen mit Kerosin verbrannt.
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