Halloween
Vom Menschen zum Monster
Rupert Koppold, veröffentlicht am 25.10.2007
Filmbeschreibung
"Erschlagen/Ertränken/Strangulieren/Kehle durchschneiden ..." So geht das noch lange weiter im Plot-Schlüsselwortverzeichnis der International Movie Database zu "Halloween". Und alles, was da an bösen Taten für Rob Zombies Remake des 1978 von John Carpenter inszenierten Horrorklassikers aufgelistet wird, ist auch tatsächlich detailliert zu sehen. Und doch beginnt dieser Film als eine Art Sozialstudie: Er gibt seinem bösen Helden Mike Myers, bevor er zum Monster mutiert, eine Vorgeschichte als Mensch.
Dieser zehnjährige Junge, weich und ein wenig weiblich wirkend, wächst im Örtchen Haddonville in einem vermüllten Prollhaushalt auf, wird vom saufenden Stiefvater getriezt, von der älteren Schwester verlacht, von Mitschülern gemobbt. Wenn immer es geht, trägt Mike eine Clownsmaske, er könne darunter sein hässliches Aussehen verstecken, erklärt er der Mutter, die ihr Geld als Stripperin verdient. Der Regisseur geht nahe ran ans Milieu, aber das Erstaunliche ist: er schaut nie auf dieses herab. Und so lange trägt er zusammen, was auf Mike einwirkt, bevor dieser zum Messer greift und ein Massaker anrichtet, dass klar wird: Haddonville ist nicht weit weg von Columbine.
Nachdem aber ein Anstaltspsychiater (Malcolm McDowell) sich lange Jahre um Mike kümmert und schließlich aufgibt, mündet "Halloween" doch ins Genre ein und gehorcht dessen Regeln. Von nun an mordet sich Mike als stummer Maskierter durch die Mittelschicht, von nun an schreien Mädchen ausgiebig herum, wenn dieser Zweimeterkoloss mechanisch hinter ihnen herstapft, und von nun an wird auch ein Zusammenhang suggeriert zwischen sexuellen Aktivitäten und mikeschen (Straf-)Taten: Überleben wird von einem Teeniemädchentrio also nur die letzte Jungfrau.
Diese Geschichte allerdings hat der Originalfilm ökonomischer und spannender erzählt, mit weniger Toten, aber viel mehr Suspense. Aber John Carpenter hat damals ja auch gar nicht erst versucht, seinem "Halloween"-Helden Mike Myers eine soziale Dimension mitzugeben. Vielleicht weil er schon vorher wusste, was sein Kollege Rob Zombie nun erst durch Ausprobieren herausfand: dass es verdammt schwierig ist, einen Menschen und ein Monster zu zeigen.
Dieser zehnjährige Junge, weich und ein wenig weiblich wirkend, wächst im Örtchen Haddonville in einem vermüllten Prollhaushalt auf, wird vom saufenden Stiefvater getriezt, von der älteren Schwester verlacht, von Mitschülern gemobbt. Wenn immer es geht, trägt Mike eine Clownsmaske, er könne darunter sein hässliches Aussehen verstecken, erklärt er der Mutter, die ihr Geld als Stripperin verdient. Der Regisseur geht nahe ran ans Milieu, aber das Erstaunliche ist: er schaut nie auf dieses herab. Und so lange trägt er zusammen, was auf Mike einwirkt, bevor dieser zum Messer greift und ein Massaker anrichtet, dass klar wird: Haddonville ist nicht weit weg von Columbine.
Nachdem aber ein Anstaltspsychiater (Malcolm McDowell) sich lange Jahre um Mike kümmert und schließlich aufgibt, mündet "Halloween" doch ins Genre ein und gehorcht dessen Regeln. Von nun an mordet sich Mike als stummer Maskierter durch die Mittelschicht, von nun an schreien Mädchen ausgiebig herum, wenn dieser Zweimeterkoloss mechanisch hinter ihnen herstapft, und von nun an wird auch ein Zusammenhang suggeriert zwischen sexuellen Aktivitäten und mikeschen (Straf-)Taten: Überleben wird von einem Teeniemädchentrio also nur die letzte Jungfrau.
Diese Geschichte allerdings hat der Originalfilm ökonomischer und spannender erzählt, mit weniger Toten, aber viel mehr Suspense. Aber John Carpenter hat damals ja auch gar nicht erst versucht, seinem "Halloween"-Helden Mike Myers eine soziale Dimension mitzugeben. Vielleicht weil er schon vorher wusste, was sein Kollege Rob Zombie nun erst durch Ausprobieren herausfand: dass es verdammt schwierig ist, einen Menschen und ein Monster zu zeigen.
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