Wer auf einem der Jakobswege von London, Brest, Oslo, Rothenburg ob der Tauber oder vielleicht bloß von Winnenden aus nach Santiago de Compostela pilgert, der kommt nicht umhin, Bekanntschaft mit einem der Tropfen zu machen, die entlang des Pilgerpfades wachsen. Irgendwo in Spanien hat es einst für die Pilger sogar einen Weinbrunnen gegeben, zwecks kräftigendem und kostenlosem Schluck für den Weitermarsch. Heute ist diese Tränke – wohl wegen zu intensiver Nutzung durch Bustouristen – geschlossen. Wein gibt es immer noch an der Strecke, aber dazu später, der Heilige geht vor.
Der heilige Jakobus ist es, dessen Grab in Nordspanien zusammen mit Jerusalem und Rom vor knapp 1000 Jahren zu einer der wichtigsten Pilgerstätten der Christenheit wurde. Die Gebeine des Märtyrers und Schutzpatrons der christlichen Kämpfer gegen die Mauren sollen dort in Santiago de Compostela begraben liegen.
Einer der traditionellen Zubringerpfade nimmt seinen Weg direkt durch die Region. Von Rothenburg ob der Tauber nach Rottweil führt er und durchquert dabei den Remstäler Weinort Endersbach. Weil dort nahe einer kleinen Kapelle das Weingut Schwegler direkt am gen Tübingen führenden Jakobsweg liegt, haben die Anwohner beschlossen, dem Pilgerpfad einen eigenen Wein zu widmen. Ganz einfach Jakobsweg nennt sich die Cuvée aus den Weißweinsorten, die am Hang zum Schurwald direkt am Pilgerpfad wachsen: Kerner, Riesling und Müller-Thurgau. Ein leichter, frischer Wanderwein, der in Maßen genossen auch die Knie auf der Etappe nach Plochingen oder Esslingen nicht gleich weichwerden lässt. Ein Tropfen, der eher erfrischend sein will denn trocken oder mit allzu lang bleibendem Geschmackseindruck. Wir haben es bei der StZ-Sommeraktion ausprobiert: Wanderpause mit Jakobswegwein – unsere Eintagespilger waren recht angetan vom stärkenden Schluck beim Endersbacher Käppele. Und allesamt haben sie anschließend noch das Etappenziel Esslingen erreicht.
Jakobsweg Weißweincuvée, 5,20 Euro, Weingut Schwegler in Weinstadt-Endersbach,
www.weingut-schwegler.de