Glasers Netzkolumne
Abschalten als Menschenrecht
Peter Glaser, veröffentlicht am 08.08.2001
Manche Menschen empfinden heute bereits das Drücken des Tastatursperre-knopfs an ihrem Handy als beängstigenden ersten Schritt in den eisigen Schatten des Nichtkommunizierens. Ich schätze, die Arbeit von Psychologen wird sich in ein paar Jahren darauf beschränken, Leuten beizubringen, wie man Geräte abschaltet.
An der Art, wie Schaltknöpfe gestaltet wurden, lässt sich eine kleine Geschichte der modernen Welt erzählen. Einen der Kunststoffknöpfe an einem Radioapparat zu drücken, hieß in den sechziger Jahren, Körperkraft gegen mechanischen Widerstand anzuwenden. Da bewegten sich noch richtige Atome, keine blassen Bits. In den siebziger Jahren ging die Berührung bereits merklich sachter vonstatten. An butterglatt skalierbaren Drehknöpfen stellte sich erstmals etwas wie Zartgefühl den Maschinen gegenüber ein. In den Achtzigern waren Bedienknöpfe nur noch sentimentale Repliken auf einen richtigen, echten Knopf. Sie wurden flach und weich wie Fleisch, mit schaumgummiartigen Tasten oder auf Folientastaturen. Nun bedienen wir überhaupt nur noch scheinbare Knöpfe - Buttons genannt - unter der gläsernen Haut der Bildschirme.
An der Art, wie Schaltknöpfe gestaltet wurden, lässt sich eine kleine Geschichte der modernen Welt erzählen. Einen der Kunststoffknöpfe an einem Radioapparat zu drücken, hieß in den sechziger Jahren, Körperkraft gegen mechanischen Widerstand anzuwenden. Da bewegten sich noch richtige Atome, keine blassen Bits. In den siebziger Jahren ging die Berührung bereits merklich sachter vonstatten. An butterglatt skalierbaren Drehknöpfen stellte sich erstmals etwas wie Zartgefühl den Maschinen gegenüber ein. In den Achtzigern waren Bedienknöpfe nur noch sentimentale Repliken auf einen richtigen, echten Knopf. Sie wurden flach und weich wie Fleisch, mit schaumgummiartigen Tasten oder auf Folientastaturen. Nun bedienen wir überhaupt nur noch scheinbare Knöpfe - Buttons genannt - unter der gläsernen Haut der Bildschirme.
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