Glasers Netzkolumne
Digitaler Indiana Jones
Peter Glaser, veröffentlicht am 10.07.2002
Neben konventionellen Entspannungsformen beschert uns die Kommunikationstechnik auch überraschende Varianten. In England sind sie zum Sommerhit geworden: M-Partys. Das M steht für mobil. Partymacher verschicken Einladungen per SMS - aber nicht direkt, sondern in Andeutungen. Man erhält Hinweise darauf, wann und wo eine Party stattfindet, und die Gäste begeben sich auf eine Art virtuelle Schnitzeljagd. Unterwegs stoßen sie öfters auf Gleichgesinnte, die derselben Spur folgen. Es macht Vergnügen, die Leute kommen zusammen, und sie reden miteinander. Ehe die Party begonnen hat, kennen sich alle. Kommunikation vom Feinsten.
Wer den Ort nicht findet, kann sich immer noch von einem erfolgreichen Freund soufflieren lassen - natürlich per SMS. Es ist die Hightech-Version dessen, was früher für kleine Pfadfinder der Orientierungslauf war, bei dem mit Kompass und Karte bestimmte Ziele im freien Gelände anzusteuern waren. Die ganze Welt als Spielbrett ist natürlich eine ganze Ecke interessanter als ein Stück Pappe mit Mensch-ärgere-dich-nicht-Figuren drauf.
Die Tücken der Netze können sich aber auch stark bremsend auf die Unterhaltungsdynamik auswirken. Tom Carr, Gründer der Londoner Partyagentur Pocket Generation, berichtet von einem trübsinnigen Abend, zu dem kaum Gäste erschienen, und die meisten von ihnen viel zu spät. Der Grund: das Netz war überlastet, die Kurznachrichten waren erst mit zwei Stunden Verspätung angekommen.
Wer den Ort nicht findet, kann sich immer noch von einem erfolgreichen Freund soufflieren lassen - natürlich per SMS. Es ist die Hightech-Version dessen, was früher für kleine Pfadfinder der Orientierungslauf war, bei dem mit Kompass und Karte bestimmte Ziele im freien Gelände anzusteuern waren. Die ganze Welt als Spielbrett ist natürlich eine ganze Ecke interessanter als ein Stück Pappe mit Mensch-ärgere-dich-nicht-Figuren drauf.
Die Tücken der Netze können sich aber auch stark bremsend auf die Unterhaltungsdynamik auswirken. Tom Carr, Gründer der Londoner Partyagentur Pocket Generation, berichtet von einem trübsinnigen Abend, zu dem kaum Gäste erschienen, und die meisten von ihnen viel zu spät. Der Grund: das Netz war überlastet, die Kurznachrichten waren erst mit zwei Stunden Verspätung angekommen.
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