Spuren auf dem Weg nach Stuttgart
Artikel aus der Strohgäu Extra vom 17.10.2009
Das Wetter am gestrigen Freitag ist für eine Fahrradtour nicht gerade passend gewesen. Das aber hat die 15 Gerlinger Schüler aus dem Religionskurs und ihren Lehrer Michael Volz nicht davon abgehalten, mit dem Fahrrad von Gerlingen bis nach Stuttgart zu fahren. Damit haben sie eine "Spur der Erinnerung" für alle behinderten und seelisch kranken Opfer der Nationalsozialisten gelegt, die in der ehemaligen Heilanstalt Grafeneck bei Tübingen ermordet worden sind.
Manche der Schüler, die sich am Morgen in Gerlingen aufs Rad schwangen, waren so dick eingepackt, dass sie sich kaum noch bewegen konnten - über die Wollmützen wurden die Fahrradhelme geklemmt und über die Winterjacken die roten Warnwesten. Zudem fuhr die Truppe hinter zwei Polizeimotorrädern her. Übersehen konnte man den Fahrradkorso also kaum. Aber es sollte ja auch eine "Fahrt werden, die Aufmerksamkeit erregt", wünschte der Gerlinger Bürgermeister Georg Brenner den Abiturienten.
"Ich habe Respekt, Hochachtung und Anerkennung", sagte der Schultes auf dem Rathausplatz, als er die Truppe mit guten Wünschen nach Stuttgart verabschiedete. Sie setzten ein Zeichen gegen Fanatismus und Faschismus. Und das sei auch heute noch wichtig. "Auch heute werden Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder ihrer Einstellung ausgegrenzt", sagte Brenner. Sich dagegen zu wehren sei wichtig. Darüber hinaus würdige er den persönlichen Einsatz der Schüler.
Die "Spur der Erinnerung" wurde gelegt: Sie führt vom Schulhof des Robert-Bosch-Gymnasiums über den Rathausplatz zum einstigen Wohnhaus von Johanna Schweizer, in dem sich heute das Gerlinger Stadtmuseum befindet. Die Handarbeitslehrerin ist das Gerlinger Gesicht der Deportation nach Grafeneck, wo die Nationalsozialisten mehr als 10 000 Menschen hingerichtet haben. "Und weil Gerlingen nicht auf der Spur der Erinnerung liegt, haben wir eine Nebenstrecke aufgemacht", erklärte Tobias Willmann, Sprecher des Religionskurses. Im Gepäck hatte die Gruppe einen großen, selbst gebastelten Stolperstein für Johanna Schweizer. Auf ihrem Weg verteilten die Schüler kleine Papp-Stolpersteine, auf denen die Lebensdaten der Gerlingerin und ihr Todestag in Grafeneck am 10. Juni 1940 steht. Michael Volz meinte: "Das sind kleine Dekanstöße, die man vielleicht nicht so schnell wegwirft wie einen Handzettel."
Mit dem gestrigen Tag könnte für die Abiturienten auch ein Projekt einen würdigen Abschluss finden. Das zumindest meinte Tim Schick aus dem Relikurs, der sich zwei Jahre mit dem Thema beschäftigt hatte. Es gehe ja nicht darum, dass dadurch das Projekt enden solle. "Aber ich finde schon, dass wir einen Punkt setzen, bevor wir alle nach dem Abi auseinander gehen."
Deshalb hat Michael Volz den Staffelstab an die Stadt übergeben, als der Bürgermeister die Schüler verabschiedet hat. "Dass sie und unsere Schulleiterin uns verabschiedet haben, ist für mich eine Verbindung, die für das Projekt wichtig ist", sagte Volz bei der Abfahrt vom Rathausplatz.
Manche der Schüler, die sich am Morgen in Gerlingen aufs Rad schwangen, waren so dick eingepackt, dass sie sich kaum noch bewegen konnten - über die Wollmützen wurden die Fahrradhelme geklemmt und über die Winterjacken die roten Warnwesten. Zudem fuhr die Truppe hinter zwei Polizeimotorrädern her. Übersehen konnte man den Fahrradkorso also kaum. Aber es sollte ja auch eine "Fahrt werden, die Aufmerksamkeit erregt", wünschte der Gerlinger Bürgermeister Georg Brenner den Abiturienten.
"Ich habe Respekt, Hochachtung und Anerkennung", sagte der Schultes auf dem Rathausplatz, als er die Truppe mit guten Wünschen nach Stuttgart verabschiedete. Sie setzten ein Zeichen gegen Fanatismus und Faschismus. Und das sei auch heute noch wichtig. "Auch heute werden Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder ihrer Einstellung ausgegrenzt", sagte Brenner. Sich dagegen zu wehren sei wichtig. Darüber hinaus würdige er den persönlichen Einsatz der Schüler.
Die "Spur der Erinnerung" wurde gelegt: Sie führt vom Schulhof des Robert-Bosch-Gymnasiums über den Rathausplatz zum einstigen Wohnhaus von Johanna Schweizer, in dem sich heute das Gerlinger Stadtmuseum befindet. Die Handarbeitslehrerin ist das Gerlinger Gesicht der Deportation nach Grafeneck, wo die Nationalsozialisten mehr als 10 000 Menschen hingerichtet haben. "Und weil Gerlingen nicht auf der Spur der Erinnerung liegt, haben wir eine Nebenstrecke aufgemacht", erklärte Tobias Willmann, Sprecher des Religionskurses. Im Gepäck hatte die Gruppe einen großen, selbst gebastelten Stolperstein für Johanna Schweizer. Auf ihrem Weg verteilten die Schüler kleine Papp-Stolpersteine, auf denen die Lebensdaten der Gerlingerin und ihr Todestag in Grafeneck am 10. Juni 1940 steht. Michael Volz meinte: "Das sind kleine Dekanstöße, die man vielleicht nicht so schnell wegwirft wie einen Handzettel."
Mit dem gestrigen Tag könnte für die Abiturienten auch ein Projekt einen würdigen Abschluss finden. Das zumindest meinte Tim Schick aus dem Relikurs, der sich zwei Jahre mit dem Thema beschäftigt hatte. Es gehe ja nicht darum, dass dadurch das Projekt enden solle. "Aber ich finde schon, dass wir einen Punkt setzen, bevor wir alle nach dem Abi auseinander gehen."
Deshalb hat Michael Volz den Staffelstab an die Stadt übergeben, als der Bürgermeister die Schüler verabschiedet hat. "Dass sie und unsere Schulleiterin uns verabschiedet haben, ist für mich eine Verbindung, die für das Projekt wichtig ist", sagte Volz bei der Abfahrt vom Rathausplatz.
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