Stuttgarter Zeitung online | Zeitungsgruppe Stuttgart |  Sonntag, 12. Februar 2012

Theater


Friedrichsbau Varieté

Nostalgia - The Sideshow

Veranstalter/JeannetteSchwarzer, veröffentlicht am 01.04.2010
Andrey Silchev, Evgeniaya Panina Foto: Veranstalter
Friedrichsbau Varieté
Friedrichstraße 24
70174 Stuttgart-Mitte
Fax 07 11/2 25 70 20
Tickets:
Tel. 07 11/2 25 70 70
www.friedrichsbau.de




Kartenpreise
20,- bis 40,- Euro
VVK Tel. 0711/22570-70, tickets@friedrichsbau.de

Termine

Stadtinfo
Friedrichsbau Varieté
 
Sideshow ist ein Begriff aus der US-amerikanischen Unterhaltungskultur und war ab 1900 spektakuläres Beiprogramm von Zirkus- oder Jahrmarktsveranstaltungen für ein Publikum aus einfachen Verhältnissen. Es gab kuriose Nummern wie der kleinste, der größte oder der stärkste Mann der Welt. Die Show konnte auch eine Abnormitätenschau ("Freak Show) sein, in der siamesische Zwillinge oder körperlich versehrte Menschen "ausgestellt" wurden.

Das Friedrichsbau-Varieté möchte mit seiner Show die romantische, melancholische Seite, aber auch die Fröhlichkeit der wandernden Darsteller transportieren und zeigen, dass Unterhaltung auch zum Nachdenken anregen kann. Fee Hübner, Schwester von Gregor und Veit Hübner aus dem Tango-Five-Ensemble, fungiert als Musikdirectrice und stellt mit verschiedensten Instrumenten und Gesang die wundersamen Menschen der kleinen Gauklertruppe vor.

Wie an jedem Morgen versammeln sich die Schausteller vor ihren Zirkuswägen, um ihren alltäglichen Pflichten nachzugehen. Während die einen waschen und das Essen vorbereiten, proben die anderen für das abendliche Programm. Da übt Lorenzo Mastropietro seine Jonglagenummer und lässt die Hüte nur so durch die Lüfte sausen, Silea, scheint ohne jegliches Schmerzempfinden, indem sie Rasierklingen schluckt, sich die Zunge durchsticht und an hochgezogenen Eisenketten turnt. Edd Muir’s bewegt sich am chinesischen Mast, als wäre es eine Selbstverständlichkeit und ist sich dabei der bewundernden Blicke der reizenden Tanzakrobatin, Amélie Soleil, bewusst. Die puppenhafte Evgeniaya Panina schwebt hoch am Luftring über den Köpfen des Publikums und raubt den Zuschauern mit ihrer gymnastischen Geschicklichkeit den Atem. Der stärkste Mann der Welt, Andrey Silchev, stemmt mit seinen Armen unglaublich schwere Lasten in die Höhe, und was er erst so alles mit bloßen Zähnen stemmt, fantastisch! Für lachende Herzen sorgt Circusunternehmer und Dompteur Monsieur Jules mit seinem vom Lampenfieber befallenen Affen Gaspard.

Die Atmosphäre ist sehr familiär, denn fast immer sind alle Darsteller zugleich auf der Bühne vertreten, um ihre Zirkuskollegen anzufeuern, mitzufiebern und zu applaudieren. Da fasst der Kleinwüchsige Oleg Djachuk den Riesen Marcelo Pivota an den Händen und gemeinsam mit allen anderen tanzen sie lachend über die Bühne und zeigen dem Publikum, dass das größte Weltengut die Freundschaft ist.

Fazit: Eine wirklich gelungene Show – anders als die anderen – wild und romantisch zugleich – atemberaubend gut!
 


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