Wahlkampf mit Ohrstöpseln
Artikel aus der Filder-Zeitung vom 07.02.2011
Politikern wird gern unterstellt, dass sie schlecht zuhören. Bei der vom Landesverband organisierten Podiumsdiskussion im David-Wengert- Haus in Vaihingen hörten die Landtagskandidaten Gotthilf Lorch (Die Linke), Matthias Oechsner (FDP), Matthias Tröndle (SPD) und Bärbel Mielich (Grüne) deutlich schlechter als sonst - zumindest für eine gewisse Zeit. Laura Hüster-Leibbrand versorgte die Politiker nämlich mit Ohropax. "Damit erwerben sie kurzfristig eine leichte bis mittlere Hörschädigung", sagte die Vorsitzende des Landesverbands.
Sie und ihre Mitstreiter hatten einen umfangreichen Fragen- und Forderungskatalog ausgearbeitet. Andreas Kammerbauer, Vize-Präsident des Deutschen Schwerhörigenbunds, moderierte das Gespräch. Im Fokus stand dabei auch das Thema Inklusion. Teilhabe statt Ausgrenzung behinderter Menschen. Das fordert auch eine UN-Konvention.
"Wie soll diese in Baden-Württemberg umgesetzt werden?", lautete die Frage an die Landtagskandidaten. Die Antworten fielen in einer Einmütigkeit aus, die man in Zeiten des Wahlkampfs nicht gewohnt ist. "Wir brauchen einen Aktionsplan auf allen Ebenen und einen Landesbehindertenbeauftragten", sagte Lorch, der im Wahlkreis Ravensburg kandidiert. Aussagen, die auch seine Nebensitzer voll unterstützten.
Dieter Hillebrand, Staatssekretär im Sozialministerium ist derzeit auch Behindertenbeauftragter der Landesregierung. Geht es nach Mielich, der Vize-Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Landtag, soll der Beauftragte künftig von den Behindertenverbänden gewählt werden.
Hillebrand war auch als Teilnehmer auf dem Podium vorgesehen. Er sagte aber ab, genau wie Florian Weller, der eigentlich für die CDU die Fahnen hochhalten sollte. Dass sich kein Vertreter fand, überraschte Laura Hüster-Leibbrand doch sehr: "Wir hätten uns da ein deutlicheres Interesse gewünscht." Ob es am provokativen Titel der Diskussionsrunde gelegen hat? Der hatte unter anderem gelautet: "Gibt es einen Politikwechsel im Behindertenbereich - oder bleibt alles beim Alten?".
Dass da einiges im Argen liegt, machte Marcel Karthäuser, Schriftführer des Landesverbands, deutlich. So müsse man etwa bei einem Termin im Sozialministerium die benötigten Hilfsmittel selbst mitbringen. "Im Möhringer Bürgerhaus gibt es eine induktive Höranlage. Doch das ist einer der ganz wenigen Lichtblicke", ergänzte Karthäuser. Im David-Wengert-Haus befindet sich eine solche Induktionsanlage, die es ermöglicht, dass die Wortbeiträge direkt in die Hörhilfe übertragen werden. "Die Entfernung zum Redner ist damit weg", erklärte Hüster-Leibbrand. Bei der Diskussion war auch eine Schriftdolmetscherin im Einsatz. Sie stenografierte das Gespräch mit. Die Niederschrift wurde an die Wand projiziert.
Die vier Kandidaten waren sich einig, dass es in Sachen Inklusion noch viel zu tun gibt . "Da gibt es noch sehr viel Verbesserungsbedarf im Land", sagte Tröndle. Das "ganze gesellschaftliche Leben" müsse inklusiv werden. "Es ist nicht damit getan, dass man das Schulsystem umbaut", ergänzte Mielich. Die Umstellung brauche aber Zeit, sagte Oechsner.: "Der Wille ist da. Es ist sehr gut, dass wir gezwungen sind, die Inklusion umzusetzen." Er war genau wie seine Mitbewerber froh, dass er die Diskussion später ohne Ohrstöpsel fortsetzen konnte. "Das ist schon ein phänomenaler Unterschied", brachte es schließlich Lorch auf den Punkt.
Sie und ihre Mitstreiter hatten einen umfangreichen Fragen- und Forderungskatalog ausgearbeitet. Andreas Kammerbauer, Vize-Präsident des Deutschen Schwerhörigenbunds, moderierte das Gespräch. Im Fokus stand dabei auch das Thema Inklusion. Teilhabe statt Ausgrenzung behinderter Menschen. Das fordert auch eine UN-Konvention.
"Wie soll diese in Baden-Württemberg umgesetzt werden?", lautete die Frage an die Landtagskandidaten. Die Antworten fielen in einer Einmütigkeit aus, die man in Zeiten des Wahlkampfs nicht gewohnt ist. "Wir brauchen einen Aktionsplan auf allen Ebenen und einen Landesbehindertenbeauftragten", sagte Lorch, der im Wahlkreis Ravensburg kandidiert. Aussagen, die auch seine Nebensitzer voll unterstützten.
Dieter Hillebrand, Staatssekretär im Sozialministerium ist derzeit auch Behindertenbeauftragter der Landesregierung. Geht es nach Mielich, der Vize-Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Landtag, soll der Beauftragte künftig von den Behindertenverbänden gewählt werden.
Hillebrand war auch als Teilnehmer auf dem Podium vorgesehen. Er sagte aber ab, genau wie Florian Weller, der eigentlich für die CDU die Fahnen hochhalten sollte. Dass sich kein Vertreter fand, überraschte Laura Hüster-Leibbrand doch sehr: "Wir hätten uns da ein deutlicheres Interesse gewünscht." Ob es am provokativen Titel der Diskussionsrunde gelegen hat? Der hatte unter anderem gelautet: "Gibt es einen Politikwechsel im Behindertenbereich - oder bleibt alles beim Alten?".
Dass da einiges im Argen liegt, machte Marcel Karthäuser, Schriftführer des Landesverbands, deutlich. So müsse man etwa bei einem Termin im Sozialministerium die benötigten Hilfsmittel selbst mitbringen. "Im Möhringer Bürgerhaus gibt es eine induktive Höranlage. Doch das ist einer der ganz wenigen Lichtblicke", ergänzte Karthäuser. Im David-Wengert-Haus befindet sich eine solche Induktionsanlage, die es ermöglicht, dass die Wortbeiträge direkt in die Hörhilfe übertragen werden. "Die Entfernung zum Redner ist damit weg", erklärte Hüster-Leibbrand. Bei der Diskussion war auch eine Schriftdolmetscherin im Einsatz. Sie stenografierte das Gespräch mit. Die Niederschrift wurde an die Wand projiziert.
Die vier Kandidaten waren sich einig, dass es in Sachen Inklusion noch viel zu tun gibt . "Da gibt es noch sehr viel Verbesserungsbedarf im Land", sagte Tröndle. Das "ganze gesellschaftliche Leben" müsse inklusiv werden. "Es ist nicht damit getan, dass man das Schulsystem umbaut", ergänzte Mielich. Die Umstellung brauche aber Zeit, sagte Oechsner.: "Der Wille ist da. Es ist sehr gut, dass wir gezwungen sind, die Inklusion umzusetzen." Er war genau wie seine Mitbewerber froh, dass er die Diskussion später ohne Ohrstöpsel fortsetzen konnte. "Das ist schon ein phänomenaler Unterschied", brachte es schließlich Lorch auf den Punkt.
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