Jaguar XJ

Ein leichter Genuss

Martina Göres, veröffentlicht am 31.03.2003

Mehrmals wurde seine Markteinführung verschoben, doch das lange Warten hat sich gelohnt: Im neuen Jaguar XJ vereinen sich traditionell anspruchsvolle Werte mit technischer Kompetenz. Die größte Raubkatze der britischen Nobelmarke braucht sich vor der deutschen Konkurrenz nicht zu verstecken.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die ab Ende Mai erhältliche siebte Generation des Limousinenklassikers kaum vom Vorgänger - und das ist durchaus gewollt. Die Kundschaft liebe die Fortführung des traditionellen, eleganten Designs, gibt man sich bei Jaguar überzeugt. Das 5,09 Meter lange Flaggschiff ist zwar länger, breiter und höher als das bisherige Modell, doch dank ausgefeilter Leichtbauweise wiegt die 220 Kilogramm schwere Aluminium-Rohkarosserie 40 Prozent weniger als eine vergleichbare Stahlkonstruktion. Zugleich ist sie um 60 Prozent verwindungssteifer. Von den gewachsenen Dimensionen profitieren Kofferraum und Passagiere gleichermaßen: 470 Liter Ladevolumen bedeuten ein Plus von 60 Litern; der verschwenderisch mit edlen Hölzern und weichem Leder ausgestattete Innenraum wurde sogar rechnerisch um 40 Prozent geräumiger. Vor allem die Fahrgäste im Fond werden sich über das bessere Platzangebot freuen, doch auch Fahrer und Beifahrer haben im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich mehr Bewegungsfreiheit hinter dem hohen Armaturenbrett. Bis zu 16fach einstellbare Vordersitze (Option), elektrische Kopfstützen, die serienmäßige elektrische Verstellung für Gas- und Bremspedal und das justierbare Lenkrad bieten maximalen Sitz- und Fahrkomfort auf den vorderen Plätzen.

Erste Probefahrten zeigten, dass sich der große Jaguar bereits mit dem kleinsten verfügbaren Motor, dem aus X- und S-Type bekannten Dreiliter-V6 mit 175 kW/238 PS und einem Drehmoment von 293 Nm bei 4100 U/min, agil und mühelos bewegen lässt. Den Sprint von 0 auf 100 km/h erledigt der nur 1545 Kilogramm schwere Wagen - die Basisversion trägt die Bezeichnung XJ 6 - in 8,1 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 233 km/h. Als Normverbrauch sind 10,5 Liter Super je 100 Kilometer angegeben. Die Kraftübertragung auf die Hinterräder erfolgt bei allen Versionen über ein samtweich schaltendes Sechsstufen-Automatikgetriebe von ZF. Mit 59 900 Euro kostet das Basismodell des noblen Briten weniger als der S 320 von Mercedes-Benz oder der BMW 730i.
 

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