Krise
Zurück in die Zukunft
Jochen Fischer, veröffentlicht am 28.07.2003
Fiat, so ulkte man früher, sei die Abkürzung von "Fehler in allen Teilen" oder, auf Englisch, von "Fix it again, Toni". Wollen wir uns nicht lange damit aufhalten, ob die Fiat-Modelle früher wirklich eine Ausnahmestellung in Sachen schlampige Verarbeitung eingenommen haben. Auch andere Marken haben eine lange Historie von Pleiten, Pech und Pannen.
Schaut man sich die wirtschaftliche Lage der Fiat-Automobilsparte von heute an, lässt sich allerdings nicht leugnen, dass in vielen Teilen des Unternehmens Fehler passiert sein müssen. Sonst sähe die Gegenwart nicht so düster aus, wie sie eben aussieht: tiefrote Zahlen, Entlassungen, Werkschließungen. Man habe sich zu lange ausschließlich am italienischen Markt orientiert, räumte der Vorstandsvorsitzende der Fiat Deutschland AG, Klaus Fricke, jüngst bei der Vorstellung des neuen Fiat Punto ein. Die Zukunft könne aber nur gesichert werden, wenn der Konzern in sämtlichen europäischen Märkten erfolgreich sei. Einen Schwerpunkt, so Fricke, wolle man im Wachstum versprechenden osteuropäischen Raum setzen. Was insofern Tradition hätte, als es auch früher schon Fiat-Lizenzfertigungen bei Lada, in Polen und in Jugoslawien gab.
In ganz Europa erfolgreich zu sein würde voraussetzen, jene neuen Marktnischen zu bedienen, die sich in den letzten Jahren herauskristallisiert haben, und künftige Trends zu erkennen oder gar selbst zu setzen. Da hat Fiat einiges aufzuarbeiten: Den Trend zu vielfältig nutzbaren Autos hat man mit Ausnahme des Vans Fiat Ulysse/Lancia Zeta und Phedra (der zusammen mit den französischen Marken Citroën und Peugeot entwickelt wurde) glatt verschlafen bzw. mit dem Fiat Multipla bedient, der sich seines Designs wegen nördlich der Alpen als schier unverkäuflich erwiesen hat. Es gibt im Konzern keine aktuelle Allradplattform, und auch bei den Spaßautos gäbe es dringenden Renovierungsbedarf: Fiat Barchetta, Alfa Spider und Alfa GTV haben ihre besten Jahre hinter sich, auch wenn sie jetzt äußerlich überarbeitet worden sind.
Die Designentwicklung der wichtigsten Konzernmarke Fiat mutet wie ein Sinnbild des Schlingerkurses an, den das Unternehmen hinter sich hat: mal viel zu progressiv (Multipla), mal viel zu bieder (Stilo), dazwischen gab es scheinbar nichts. Und es hätte sich an der Firmenpolitik wohl auch in den kommenden Jahren nicht viel geändert, würde nicht in den romanischen Märkten im Allgemeinen und Italien im Besonderen ein neuer Wind wehen: Konkurrenten wie Peugeot, Citroën, Renault und Seat haben kräftig zugelegt, Fiat tritt auf der Stelle.
Es gibt also viel zu tun. Und Fiat - nun in Partnerschaft mit dem US-Autoriesen General Motors, der 20 Prozent der Anteile an der Automobilsparte von Fiat hält - will anpacken. Derzeit arbeiten bei Fiat nicht nur die Kostenkiller auf Hochtouren, sondern auch die Ingenieure. Sie sollen in den kommenden Jahren den Wagenpark von Fiat, Alfa und Lancia auf komplett neue Füße stellen. Den Anfang wird ein neuer Kleinwagen mit Namen Fiat Gingo machen, der noch in diesem Jahr auf den Markt kommt. Wer die Tour de France aufmerksam verfolgt hat, konnte ihn bereits im Tour-Tross sehen, den Fiat als Hauptsponsor mit über 500 Autos bestückt hat. Der Gingo löst den Seicento ab, doch ein Beispiel soll er sich am Panda nehmen, der vor gut 20 Jahren ein Erfolgsmodell für Fiat wurde und als "tolle Kiste" auch das Markenimage geprägt hat.
Schaut man sich die wirtschaftliche Lage der Fiat-Automobilsparte von heute an, lässt sich allerdings nicht leugnen, dass in vielen Teilen des Unternehmens Fehler passiert sein müssen. Sonst sähe die Gegenwart nicht so düster aus, wie sie eben aussieht: tiefrote Zahlen, Entlassungen, Werkschließungen. Man habe sich zu lange ausschließlich am italienischen Markt orientiert, räumte der Vorstandsvorsitzende der Fiat Deutschland AG, Klaus Fricke, jüngst bei der Vorstellung des neuen Fiat Punto ein. Die Zukunft könne aber nur gesichert werden, wenn der Konzern in sämtlichen europäischen Märkten erfolgreich sei. Einen Schwerpunkt, so Fricke, wolle man im Wachstum versprechenden osteuropäischen Raum setzen. Was insofern Tradition hätte, als es auch früher schon Fiat-Lizenzfertigungen bei Lada, in Polen und in Jugoslawien gab.
In ganz Europa erfolgreich zu sein würde voraussetzen, jene neuen Marktnischen zu bedienen, die sich in den letzten Jahren herauskristallisiert haben, und künftige Trends zu erkennen oder gar selbst zu setzen. Da hat Fiat einiges aufzuarbeiten: Den Trend zu vielfältig nutzbaren Autos hat man mit Ausnahme des Vans Fiat Ulysse/Lancia Zeta und Phedra (der zusammen mit den französischen Marken Citroën und Peugeot entwickelt wurde) glatt verschlafen bzw. mit dem Fiat Multipla bedient, der sich seines Designs wegen nördlich der Alpen als schier unverkäuflich erwiesen hat. Es gibt im Konzern keine aktuelle Allradplattform, und auch bei den Spaßautos gäbe es dringenden Renovierungsbedarf: Fiat Barchetta, Alfa Spider und Alfa GTV haben ihre besten Jahre hinter sich, auch wenn sie jetzt äußerlich überarbeitet worden sind.
Die Designentwicklung der wichtigsten Konzernmarke Fiat mutet wie ein Sinnbild des Schlingerkurses an, den das Unternehmen hinter sich hat: mal viel zu progressiv (Multipla), mal viel zu bieder (Stilo), dazwischen gab es scheinbar nichts. Und es hätte sich an der Firmenpolitik wohl auch in den kommenden Jahren nicht viel geändert, würde nicht in den romanischen Märkten im Allgemeinen und Italien im Besonderen ein neuer Wind wehen: Konkurrenten wie Peugeot, Citroën, Renault und Seat haben kräftig zugelegt, Fiat tritt auf der Stelle.
Es gibt also viel zu tun. Und Fiat - nun in Partnerschaft mit dem US-Autoriesen General Motors, der 20 Prozent der Anteile an der Automobilsparte von Fiat hält - will anpacken. Derzeit arbeiten bei Fiat nicht nur die Kostenkiller auf Hochtouren, sondern auch die Ingenieure. Sie sollen in den kommenden Jahren den Wagenpark von Fiat, Alfa und Lancia auf komplett neue Füße stellen. Den Anfang wird ein neuer Kleinwagen mit Namen Fiat Gingo machen, der noch in diesem Jahr auf den Markt kommt. Wer die Tour de France aufmerksam verfolgt hat, konnte ihn bereits im Tour-Tross sehen, den Fiat als Hauptsponsor mit über 500 Autos bestückt hat. Der Gingo löst den Seicento ab, doch ein Beispiel soll er sich am Panda nehmen, der vor gut 20 Jahren ein Erfolgsmodell für Fiat wurde und als "tolle Kiste" auch das Markenimage geprägt hat.
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