Jet Lag
Warten auf die Liebe
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 02.10.2003
Filmbeschreibung
Die Wunder der Mobilität bringen es mit sich, dass wir alle möglichen Menschen kennen lernen. Weniger, weil uns die Technik an jeden Winkel der Welt transportiert, sondern eher, weil wir so viel Zeit mit anderen im Warten darauf zubringen, dass die Technik wieder funktioniert. Daniele Thompsons neuer Film "Jet Lag" erzählt von einer Liebe, die im Abflugstau geboren wird, in der Tristesse nächtlicher Flughafenhallen, wo klickernde Abflugtafeln immer neue Verzögerungen annoncieren. Und so wie im Großen die Logistik stockt, so sind auch die beiden Leben, von denen nun näher erzählt wird, aus dem Tritt geraten.
Die schüchterne Kosmetikerin Rose (Juliette Binoche) flieht vor einer gewalttätigen Beziehung. Der selbstbewusste Felix (Jean Reno) eilt der Erkenntnis der Leere eines Erfolgs davon, der ihn zum Boss einer Tiefkühlmarke gemacht hat. Thompson konzentriert sich ganz auf ihre beiden Hauptfiguren. Dieser Tunnelblick versäumt es zwar, die Soziologie der Wartehalle, die Kultur der Ödnis des Wartens mit dem Handgepäck als Kopfkissen zur Kenntnis zu nehmen.
Aber Binoche und Reno verleihen ihren Figuren genug Leben und Kummer, um das auszugleichen. Die Kamera darf hier nach Spuren des Schicksals in den Gesichtern suchen. Juliette Binoche wird nicht schön geschminkt, das allmähliche Altern einer Frau wird zugegeben, und das wirkt umso rührender, als ihre Figur einer Kosmetikerin sich ja müht, solche Spuren des Zerrinnens der Tage aus der Haut zu tilgen. So wird "Jet Lag" eine im Kern melancholische Komödie, eine für Menschen, die zu viel reisen, oder zu viel allein sind.
Die schüchterne Kosmetikerin Rose (Juliette Binoche) flieht vor einer gewalttätigen Beziehung. Der selbstbewusste Felix (Jean Reno) eilt der Erkenntnis der Leere eines Erfolgs davon, der ihn zum Boss einer Tiefkühlmarke gemacht hat. Thompson konzentriert sich ganz auf ihre beiden Hauptfiguren. Dieser Tunnelblick versäumt es zwar, die Soziologie der Wartehalle, die Kultur der Ödnis des Wartens mit dem Handgepäck als Kopfkissen zur Kenntnis zu nehmen.
Aber Binoche und Reno verleihen ihren Figuren genug Leben und Kummer, um das auszugleichen. Die Kamera darf hier nach Spuren des Schicksals in den Gesichtern suchen. Juliette Binoche wird nicht schön geschminkt, das allmähliche Altern einer Frau wird zugegeben, und das wirkt umso rührender, als ihre Figur einer Kosmetikerin sich ja müht, solche Spuren des Zerrinnens der Tage aus der Haut zu tilgen. So wird "Jet Lag" eine im Kern melancholische Komödie, eine für Menschen, die zu viel reisen, oder zu viel allein sind.
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Highlights am 11.02.
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