Science Fiction
Sind die Eltern Aliens?
Rupert Koppold, veröffentlicht am 30.10.2003
Filmbeschreibung
Ein Bungalow an einem künstlichen Teich - glatte Flächen, raumhohes Glas, grünschimmerndes Neonlicht, exquisite Reflexionen. Der belgische Kameramann Walter Vanden Ende ("Toto der Held") komponiert Bilder wie für ein Architekturjournal. Und noch immer taugt der International Style aus der Mitte des 20. Jahrhunderts als Metapher für die Moderne: alles sauber, leer und kühl; klare Ordnungen gegen wucherndes Leben; geplante und gebaute Einsamkeit; alles leicht trist und melancholisch und gleichzeitig faszinierend schön.
In Dany Deprez’ Film "Science Fiction", der mehr ist als "nur" ein Kinderfilm, sind diese Räume Sinnbilder für den Lebensstil eines coolen Wissenschaftlerpaars, das für seinen neunjährigen Sohn Andreas (David Geclowicz) keine Zeit und kein Verständnis hat. Was aber macht Vater eigentlich in seinem Computerkeller, den er so sorgfältig verschließt, was Mutter in ihrem geheimnisvollen Gewächshaus? "Deine Eltern sind Aliens!" sagt das Nachbarmädchen Vero (Fran Michiels). Und als Andreas seinen Eltern nun mit Veros Hilfe nachspioniert, erhärtet sich dieser Verdacht immer mehr.
Dass Eltern nicht die sind, die sie zu sein vorgeben, dass sie tatsächlich als außerirdische Agenten auf der Erde weilen, das war im Amerika der fünfziger Jahre der Plot von Science-Fiction- und Horrorfilmen, in denen die hysterische Angst vor dem Kommunismus ihre Metapher fand. In diesem Film drückt sich in der Alienangst die moderne Enfremdung in der Familie aus, die Distanz in den Beziehungen, die selbstverständliche Priorität der Arbeitswelt vor dem Privaten.
Deprez gelingt in "Science Fiction" eine aufregende Kombination von analytischer Kühle und warmer Emotion. Er übernimmt die Kinderperspektive, aber er erklärt sie nicht banal für "wahr". Und vielleicht können sogar kleine Zuschauer in den Übersteigerungen und Stilisierungen des Films - die Eltern tragen Sonnenbrillen wie die Figuren aus "Matrix" und bewegen sich auch oft wie Keanu Reeves & Co. - deren Bildhaftigkeit erahnen. Eine letzte Ungewissheit aber bleibt bis zum Ende - gerade die macht "Science Fiction" so irritierend spannend.
In Dany Deprez’ Film "Science Fiction", der mehr ist als "nur" ein Kinderfilm, sind diese Räume Sinnbilder für den Lebensstil eines coolen Wissenschaftlerpaars, das für seinen neunjährigen Sohn Andreas (David Geclowicz) keine Zeit und kein Verständnis hat. Was aber macht Vater eigentlich in seinem Computerkeller, den er so sorgfältig verschließt, was Mutter in ihrem geheimnisvollen Gewächshaus? "Deine Eltern sind Aliens!" sagt das Nachbarmädchen Vero (Fran Michiels). Und als Andreas seinen Eltern nun mit Veros Hilfe nachspioniert, erhärtet sich dieser Verdacht immer mehr.
Dass Eltern nicht die sind, die sie zu sein vorgeben, dass sie tatsächlich als außerirdische Agenten auf der Erde weilen, das war im Amerika der fünfziger Jahre der Plot von Science-Fiction- und Horrorfilmen, in denen die hysterische Angst vor dem Kommunismus ihre Metapher fand. In diesem Film drückt sich in der Alienangst die moderne Enfremdung in der Familie aus, die Distanz in den Beziehungen, die selbstverständliche Priorität der Arbeitswelt vor dem Privaten.
Deprez gelingt in "Science Fiction" eine aufregende Kombination von analytischer Kühle und warmer Emotion. Er übernimmt die Kinderperspektive, aber er erklärt sie nicht banal für "wahr". Und vielleicht können sogar kleine Zuschauer in den Übersteigerungen und Stilisierungen des Films - die Eltern tragen Sonnenbrillen wie die Figuren aus "Matrix" und bewegen sich auch oft wie Keanu Reeves & Co. - deren Bildhaftigkeit erahnen. Eine letzte Ungewissheit aber bleibt bis zum Ende - gerade die macht "Science Fiction" so irritierend spannend.
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Highlights am 11.02.
Premiere: Die Kunst zu Leben - Kinder- und Jugendhaus Zuffenhausen Haus 11
Premiere: Der Froschkönig - FITZ - Zentrum für Figurentheater
Derbe Kerbe - Schräglage
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