Das Geheimnis von Green Lake
Überbordende Erzähllust
Ulrich Kriest, veröffentlicht am 30.10.2003
Filmbeschreibung
Wenn einem auf der Straße plötzlich superteure Sportschuhe aus dem Nichts an den Kopf fliegen, tut man gut daran, sie nicht aufzuheben - jedenfalls, wenn man Stanley Yelnats IV. heißt und einer Familie entstammt, die seit Generationen, seit einem hinterhältigen Betrug an einer Wahrsagerin, mit dem Fluch der Erfolglosigkeit gestraft ist. Vater Yelnats etwa forscht in seinem Heimlabor an einem Wundermittel gegen stark riechende Sportschuhe, erfolglos, versteht sich - was die Nachbarn nicht amüsiert!
Sein Sohn Stanley jedenfalls wird wegen Diebstahls zu 18 Monaten Jugendarrest im Camp Green Lake verurteilt. Der Name klingt idyllisch, doch Green Lake liegt mitten in der Wüste, und das drakonische Resozialisierungsprogramm des Oberaufsehers Mr. Sir und der Campchefin "der Boss" kennt nur ein simples pädagogisches Konzept, nämlich das alltägliche Graben von Löchern: ein Loch pro Tag und Kind, trotz der Gluthitze der Wüstensonne und der ständigen Bedrohung durch giftige Echsen. Wer etwas Interessantes findet, bekommt eine Extraration Wasser, aber was interessant ist, bestimmt "der Boss". Natürlich birgt Green Lake mehr als ein Geheimnis - und um davon zu berichten, schweift der Film wiederholt ab, er erzählt etwa die Westerngeschichte von der Räuberin "Kissin"’ Kate Barlow. Sie war eine warmherzige Lehrerin, bis sie sich in den farbigen Zwiebelverkäufer Sam verliebte.
"Das Geheimnis von Green Lake" ist die gelungene Verfilmung des preisgekrönten Kultromans "Holes" von Louis Sachars, der auch das Drehbuch schrieb, und überwältigt durch ein aberwitziges und temporeiches Mäandern zwischen Zeiten und Erzählebenen. Roman wie Drehbuch originell zu nennen ist eine veritable Untertreibung. Schon die Idee, einen Kinderfilm in einem bizarren Gefangenenlager voller skurriler Figuren spielen zu lassen, erinnert an den Humor des radikalen Frühwerks der Coen-Brüder. Wie in "Arizona Junior" spielen bestens aufgelegte Stars wie Jon Voight, Sigourney Weaver oder Patricia Arquette grell und fantasievoll zugespitzte Cartoonfiguren, die ein erwachsenes Publikum wahrscheinlich viel besser unterhalten als die jugendliche Zielgruppe
Sein Sohn Stanley jedenfalls wird wegen Diebstahls zu 18 Monaten Jugendarrest im Camp Green Lake verurteilt. Der Name klingt idyllisch, doch Green Lake liegt mitten in der Wüste, und das drakonische Resozialisierungsprogramm des Oberaufsehers Mr. Sir und der Campchefin "der Boss" kennt nur ein simples pädagogisches Konzept, nämlich das alltägliche Graben von Löchern: ein Loch pro Tag und Kind, trotz der Gluthitze der Wüstensonne und der ständigen Bedrohung durch giftige Echsen. Wer etwas Interessantes findet, bekommt eine Extraration Wasser, aber was interessant ist, bestimmt "der Boss". Natürlich birgt Green Lake mehr als ein Geheimnis - und um davon zu berichten, schweift der Film wiederholt ab, er erzählt etwa die Westerngeschichte von der Räuberin "Kissin"’ Kate Barlow. Sie war eine warmherzige Lehrerin, bis sie sich in den farbigen Zwiebelverkäufer Sam verliebte.
"Das Geheimnis von Green Lake" ist die gelungene Verfilmung des preisgekrönten Kultromans "Holes" von Louis Sachars, der auch das Drehbuch schrieb, und überwältigt durch ein aberwitziges und temporeiches Mäandern zwischen Zeiten und Erzählebenen. Roman wie Drehbuch originell zu nennen ist eine veritable Untertreibung. Schon die Idee, einen Kinderfilm in einem bizarren Gefangenenlager voller skurriler Figuren spielen zu lassen, erinnert an den Humor des radikalen Frühwerks der Coen-Brüder. Wie in "Arizona Junior" spielen bestens aufgelegte Stars wie Jon Voight, Sigourney Weaver oder Patricia Arquette grell und fantasievoll zugespitzte Cartoonfiguren, die ein erwachsenes Publikum wahrscheinlich viel besser unterhalten als die jugendliche Zielgruppe
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