Down with Love
Ran ans blonde Gift
Albert Baer, veröffentlicht am 31.12.2003
Filmbeschreibung
Die Emanze und der Playboy: das waren in den Sechzigern, als die Frauen noch Bienenkorbfrisuren trugen und alle Männer sich smart gaben, die Paraderollen für Doris Day und Rock Hudson. In knallbunten Komödien wie "Bettgeflüster", "Ein Pyjama für zwei" oder "Schick mir keine Blumen" warfen sie sich zündende Pointen an den Kopf, und Tony Randall flankierte das Traumpaar als Trottel vom Dienst. Von diesen Filmen lässt sich Peyton Reeds bonbonbunte Klamotte "Down with Love" inspirieren, die ins Jahr 1962 zurückführt.
Die Erfolgsautorin Barbara (Renée Zellweger) empfiehlt in ihrem Emanzipationsratgeber "Down with Love", (also: "Nieder mit der Liebe") allen Frauen, Sex genauso zu praktizieren wie die Männer. Das bedeutet: Spaß an der Sache haben, ohne sich gleich zu verlieben. Ein Affront für den smarten Männermagazin-Reporter Catcher Block (Ewan McGregor). Der eingebildete, aber durch Barbaras Bestseller kaltgestellte Casanova schmiedet den Plan, die Thesen der kühlen Autorin ad absurdum zu führen. Inkognito, verkleidet als bebrillter Astronaut Zip, rückt er dem blonden Gift zu Leibe.
Der Regisseur und seine Crew haben die Doris-Day-Rock-Hudson-Oldies eifrig studiert und in ihrer schönen Hommage deren Handlungsmotive und Figurenkonstellationen dreist durcheinander gewirbelt. "Down with Love" ist eine Fleißarbeit in Sachen Recycling, bei der man den Eindruck hat, man säße wirklich in einem Sixties-Film: gemalte Kulissen und saftige Technicolor-Farben, ein swingender Soundtrack und Split Screens, also geteilte Leinwände, sodass Zellweger und McGregor wie einst Day und Hudson miteinander telefonieren. Es ist auch amüsant anzusehen, mit welcher Spielfreude die Hauptdarsteller in ihre Rollen schlüpfen und einen altmodischen Geschlechterkampf im "Bettgeflüster"-Stil ausfechten. Und wie sich David Hyde Pierce - besser bekannt als Niles Crane aus der TV-Sitcom "Frasier" - in der früher von Tony Randall gespielten Rolle des ewigen Nörglers und Verlierers aufführt, ist ebenfalls sehr amüsant.
"Down with Love" schwelgt auch perfektionistisch im Dekor der Sechziger, das hier noch mal überspitzt zur Geltung kommt. Der Kostümbildner Daniel Orlandi hat für den Film mehr als hundert prächtig-poppige Kleider selbst geschneidert, der Ausstatter Andrew Laws durchwühlte für seine Bauten den Fundus der Hollywood-Lagerhallen. So sind die Papp-Skylines von New York, die durch die Fenster zu sehen sind, dieselben, vor denen bereits Doris Day und Rock Hudson zankten und flirteten. Und noch ein Original wurde für "Down with Love" ausgegraben: Der in Ehren ergraute Tony Randall, in den Day-Hudson-Komödien stets das dritte Rad am Wagen, huscht auch mal durchs Bild und gibt mit seinem köstlichen Gastspiel dieser putzigen Parodie den Segen.
Die Erfolgsautorin Barbara (Renée Zellweger) empfiehlt in ihrem Emanzipationsratgeber "Down with Love", (also: "Nieder mit der Liebe") allen Frauen, Sex genauso zu praktizieren wie die Männer. Das bedeutet: Spaß an der Sache haben, ohne sich gleich zu verlieben. Ein Affront für den smarten Männermagazin-Reporter Catcher Block (Ewan McGregor). Der eingebildete, aber durch Barbaras Bestseller kaltgestellte Casanova schmiedet den Plan, die Thesen der kühlen Autorin ad absurdum zu führen. Inkognito, verkleidet als bebrillter Astronaut Zip, rückt er dem blonden Gift zu Leibe.
Der Regisseur und seine Crew haben die Doris-Day-Rock-Hudson-Oldies eifrig studiert und in ihrer schönen Hommage deren Handlungsmotive und Figurenkonstellationen dreist durcheinander gewirbelt. "Down with Love" ist eine Fleißarbeit in Sachen Recycling, bei der man den Eindruck hat, man säße wirklich in einem Sixties-Film: gemalte Kulissen und saftige Technicolor-Farben, ein swingender Soundtrack und Split Screens, also geteilte Leinwände, sodass Zellweger und McGregor wie einst Day und Hudson miteinander telefonieren. Es ist auch amüsant anzusehen, mit welcher Spielfreude die Hauptdarsteller in ihre Rollen schlüpfen und einen altmodischen Geschlechterkampf im "Bettgeflüster"-Stil ausfechten. Und wie sich David Hyde Pierce - besser bekannt als Niles Crane aus der TV-Sitcom "Frasier" - in der früher von Tony Randall gespielten Rolle des ewigen Nörglers und Verlierers aufführt, ist ebenfalls sehr amüsant.
"Down with Love" schwelgt auch perfektionistisch im Dekor der Sechziger, das hier noch mal überspitzt zur Geltung kommt. Der Kostümbildner Daniel Orlandi hat für den Film mehr als hundert prächtig-poppige Kleider selbst geschneidert, der Ausstatter Andrew Laws durchwühlte für seine Bauten den Fundus der Hollywood-Lagerhallen. So sind die Papp-Skylines von New York, die durch die Fenster zu sehen sind, dieselben, vor denen bereits Doris Day und Rock Hudson zankten und flirteten. Und noch ein Original wurde für "Down with Love" ausgegraben: Der in Ehren ergraute Tony Randall, in den Day-Hudson-Komödien stets das dritte Rad am Wagen, huscht auch mal durchs Bild und gibt mit seinem köstlichen Gastspiel dieser putzigen Parodie den Segen.
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