The Cooler - Alles auf Liebe
Auch dem Pech ist nicht zu trauen
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 04.03.2004
Filmbeschreibung
Das Pech der Spieler ist das Glück der Casinos. Darum hält sich der Zockerschuppen Shangri-La in Las Vegas ein Unglücksfaktotum. Bernie Lootz (William H. Macy aus "Fargo") ist ein Stiefkind des Schicksals, sein Pech so dick, dass es auf andere abfärbt. Entdeckt er einen Gewinner, stellt er sich in seine Nähe oder streift ihn im Vorübergehen. Das genügt, um die Glückssträhne zu beenden. In Gestalt von Bernie Lootz stellt uns Wayne Kramers Film "The Cooler - Alles auf Liebe" eine Figur vor, an die wir von nun an denken werden: jedes Mal, wenn wir Karten mischen oder Würfel schütteln.
Macy spielt den magenkrank wirkenden Kümmerling, dem nur noch sein Versagen einen Platz in der Gesellschaft sichert, mit anrührender Selbstverständlichkeit. Bernie klagt nicht, er nimmt hin. Als ihn eine Frau fragt, ob er mit ihr Kaffee trinken will, dreht er sich denn auch sofort um und schaut, wer gemeint sein könnte.
Doch der 37-jährige Regisseur und Drehbuchautor Kramer verlässt sich nicht allein auf seine Hauptfigur. Er weiß, dass nichts unser Interesse so erregt wie eine Welt im Wegrutschen. Alles, was wir sehen, sehen wir vielleicht zum letzten Mal, droht er. Zum einen ist das Shangri-La den Entertainment-Sanierern ein Dorn im Auge. Die möchten neue Leute, Konzepte und Kulissen, die normierte Profitmaximierung, die zwielichtigen alte Casinohaien keinen Platz mehr lässt. Zum anderen erlebt Bernie etwas, das er nie für möglich gehalten hätte: die große Liebe. Aber falls die Beziehung zur Kellnerin Natalie (Maria Bello) das Ende seines Pechs verheißt, geht dem Casino der lebende Talisman verloren. Bernies Chef Shelly (Alec Baldwin), ein nur anfallsweise loyaler Mann mit den Skrupeln und Instinkten eines Alligators, ist auf gefährliche Weise beunruhigt.
Die Schauspieler hier sind interessiert an den Widersprüchen ihrer Figuren, die Kamera ist neugierig auf die Welt der Zocker, die Inszenierung noch nicht ganz von der Berechenbarkeit großer Hollywoodproduktionen. Aber manchmal wirken die Figuren ein wenig gegängelt. Das Drehbuch erzählt nicht von ihnen, es biegt sie zurecht. Wir spüren, dass Kramer in einem einzigen Film vorführen will, dass er wuchtigere Produktionen unterschiedlicher Tonart souverän handhaben könnte. Wie bei vielen kleineren US-Filmen liefert auch hier ein Talent seine Bewerbungsmappe bei den großen Studios ab. Trotzdem sollte man ein paar Chips auf den armen Bernie setzen. So vergnüglich anzuschauen wie "The Cooler" sind Bewerbungsmappen nicht immer.
Macy spielt den magenkrank wirkenden Kümmerling, dem nur noch sein Versagen einen Platz in der Gesellschaft sichert, mit anrührender Selbstverständlichkeit. Bernie klagt nicht, er nimmt hin. Als ihn eine Frau fragt, ob er mit ihr Kaffee trinken will, dreht er sich denn auch sofort um und schaut, wer gemeint sein könnte.
Doch der 37-jährige Regisseur und Drehbuchautor Kramer verlässt sich nicht allein auf seine Hauptfigur. Er weiß, dass nichts unser Interesse so erregt wie eine Welt im Wegrutschen. Alles, was wir sehen, sehen wir vielleicht zum letzten Mal, droht er. Zum einen ist das Shangri-La den Entertainment-Sanierern ein Dorn im Auge. Die möchten neue Leute, Konzepte und Kulissen, die normierte Profitmaximierung, die zwielichtigen alte Casinohaien keinen Platz mehr lässt. Zum anderen erlebt Bernie etwas, das er nie für möglich gehalten hätte: die große Liebe. Aber falls die Beziehung zur Kellnerin Natalie (Maria Bello) das Ende seines Pechs verheißt, geht dem Casino der lebende Talisman verloren. Bernies Chef Shelly (Alec Baldwin), ein nur anfallsweise loyaler Mann mit den Skrupeln und Instinkten eines Alligators, ist auf gefährliche Weise beunruhigt.
Die Schauspieler hier sind interessiert an den Widersprüchen ihrer Figuren, die Kamera ist neugierig auf die Welt der Zocker, die Inszenierung noch nicht ganz von der Berechenbarkeit großer Hollywoodproduktionen. Aber manchmal wirken die Figuren ein wenig gegängelt. Das Drehbuch erzählt nicht von ihnen, es biegt sie zurecht. Wir spüren, dass Kramer in einem einzigen Film vorführen will, dass er wuchtigere Produktionen unterschiedlicher Tonart souverän handhaben könnte. Wie bei vielen kleineren US-Filmen liefert auch hier ein Talent seine Bewerbungsmappe bei den großen Studios ab. Trotzdem sollte man ein paar Chips auf den armen Bernie setzen. So vergnüglich anzuschauen wie "The Cooler" sind Bewerbungsmappen nicht immer.
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