Mein Name ist Bach
Ein Genie in Geldnöten
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 08.04.2004
Filmbeschreibung
Der alte Bach, das musikalische Großgenie, und all die Anekdötchen über ihn, nebst den klugen Analysen seines enormen Schaffens, die können einen so einschüchtern, dass man gar nicht mehr wagt, seine Musik zu hören. Da ist zum Beispiel die Brillanz, mit der er in seinen geistlichen Werken so komponiert hat, dass sich aus den Notenwerten die Bibelstelle ablesen lässt, auf die er sich bezieht. Da ist die reizbare Sensibilität, die ihn ergrimmt vom Mittagsschläfchen aufstehen und durchs ganze Haus gehen ließ, um kurz mal ans Klavier zu tippen, weil einer seiner Söhne vom Üben aufgestanden war, ohne den letzten Akkord aufzulösen.
Mit diesem erdrückenden Bach der kulturbürgerlichen Überlieferung will Dominique de Rivaz’ Spielfilm "Mein Name ist Bach" nicht viel zu tun haben. Die schweizerisch-deutsche Koproduktion versucht, Johann Sebastian Bach als soziales Wesen zu zeichnen, als Familienvater in Geldnöten, vor allem aber als Untertanen eines verachtenswerten Regimes, als Menschen, der in den Augen der Vornehmen seiner Zeit kaum mehr ist als ein Stalltier mit besonderen Fähigkeiten, eher Besitz als Genie. Der alte Bach, gespielt von Vadim Glowna, ist denn auch gar nicht die alle überragende Zentralfigur. Er ist nur so wichtig wie sein Sohn, der am Hof des preußischen Königs am großen Familiennamen so leidet wie an den Machtverhältnissen. Und er ist innerhalb des Sozialgefüges dieses Films nicht ein Hundertstel so wichtig wie der junge König Friedrich der Große, den Jürgen Vogel spielt.
Das wäre ein schöner Erzählansatz, aus dem hier aber leider nichts wird. Maßlos und beliebig ist die Verachtung, mit der Friedrich als ein mit Kunstallüren behafteter Rüpel, als ein das eigene Schwulsein verdrängender Tyrann dargestellt wird, allzu schnaubend gewöhnlich wird der wohl doch eher wunderliche Johann Sebastian Bach gezeichnet, viel zu selbstgefällig wirkt der respektlose Umgang mit den großen Namen. Nach kurzer Zeit ist die kritische Pose hier so enervierend wie die frömmelnde Kunstanbetung der Geniefilme alten Schlages. Bach bleibt uns auch in diesem Film sehr fremd - eine Perücke, eine Behauptung, ein Rätsel.
Mit diesem erdrückenden Bach der kulturbürgerlichen Überlieferung will Dominique de Rivaz’ Spielfilm "Mein Name ist Bach" nicht viel zu tun haben. Die schweizerisch-deutsche Koproduktion versucht, Johann Sebastian Bach als soziales Wesen zu zeichnen, als Familienvater in Geldnöten, vor allem aber als Untertanen eines verachtenswerten Regimes, als Menschen, der in den Augen der Vornehmen seiner Zeit kaum mehr ist als ein Stalltier mit besonderen Fähigkeiten, eher Besitz als Genie. Der alte Bach, gespielt von Vadim Glowna, ist denn auch gar nicht die alle überragende Zentralfigur. Er ist nur so wichtig wie sein Sohn, der am Hof des preußischen Königs am großen Familiennamen so leidet wie an den Machtverhältnissen. Und er ist innerhalb des Sozialgefüges dieses Films nicht ein Hundertstel so wichtig wie der junge König Friedrich der Große, den Jürgen Vogel spielt.
Das wäre ein schöner Erzählansatz, aus dem hier aber leider nichts wird. Maßlos und beliebig ist die Verachtung, mit der Friedrich als ein mit Kunstallüren behafteter Rüpel, als ein das eigene Schwulsein verdrängender Tyrann dargestellt wird, allzu schnaubend gewöhnlich wird der wohl doch eher wunderliche Johann Sebastian Bach gezeichnet, viel zu selbstgefällig wirkt der respektlose Umgang mit den großen Namen. Nach kurzer Zeit ist die kritische Pose hier so enervierend wie die frömmelnde Kunstanbetung der Geniefilme alten Schlages. Bach bleibt uns auch in diesem Film sehr fremd - eine Perücke, eine Behauptung, ein Rätsel.
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Highlights am 11.02.
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