Der bayerische Rebell
Reichenhaller Rastafari
ukr, veröffentlicht am 15.04.2004
Filmbeschreibung
Im Biertrinkerparadies Bayern gegen Drogen zu sein ist zugegebenermaßen schwierig, schwieriger noch das Engagement für alternative Drogen wie Cannabis. Der Bad Reichenhaller Liedermacher und bekennende Rastafari Hans Söllner betont unablässig, dass das geltende Betäubungsmittelgesetz für ihn eine Einschränkung seiner Religionsfreiheit darstelle, weil das Rauchen des göttlichen Ganjakrauts zur steten Pflicht des Rastamanns gehöre.
Einen zuverlässigen Freund hat Söllner in Innenminister Günther Beckstein gefunden, der keine Gelegenheit auslässt, den eigenwilligen Quertreiber in seine Schranken zu weisen, und sich dabei auf eine Staatsanwaltschaft verlassen kann, die auf Söllners verschroben-anarchistische Eulenspiegeleien angemessen humorlos und drakonisch reagiert. Im bayerischen Radio wird Söllners Musik nicht gespielt, ins Fernsehen gerät er bestenfalls durch lustige Zufälle, dennoch kann sich Söllner auf eine eingeschworene Fangemeinde verlassen, die seine Haltung gegenüber dem Staat teilt, weniger allerdings seine Zivilcourage. Andreas Stiglmayrs ausgesprochen parteiliche Dokumentation will Salz in die Wunde Söllner streuen, doch zeigt sich rasch, wie sehr auch der Musiker die Aufmerksamkeit von "Vater Staat" genießt und braucht. So ist Stiglmayrs Film letztlich nur trauriges Dokument einer absurden ideologischen Verbohrtheit, die aus einer anderen Zeit zu stammen scheint.
Einen zuverlässigen Freund hat Söllner in Innenminister Günther Beckstein gefunden, der keine Gelegenheit auslässt, den eigenwilligen Quertreiber in seine Schranken zu weisen, und sich dabei auf eine Staatsanwaltschaft verlassen kann, die auf Söllners verschroben-anarchistische Eulenspiegeleien angemessen humorlos und drakonisch reagiert. Im bayerischen Radio wird Söllners Musik nicht gespielt, ins Fernsehen gerät er bestenfalls durch lustige Zufälle, dennoch kann sich Söllner auf eine eingeschworene Fangemeinde verlassen, die seine Haltung gegenüber dem Staat teilt, weniger allerdings seine Zivilcourage. Andreas Stiglmayrs ausgesprochen parteiliche Dokumentation will Salz in die Wunde Söllner streuen, doch zeigt sich rasch, wie sehr auch der Musiker die Aufmerksamkeit von "Vater Staat" genießt und braucht. So ist Stiglmayrs Film letztlich nur trauriges Dokument einer absurden ideologischen Verbohrtheit, die aus einer anderen Zeit zu stammen scheint.
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