Dirty Dancing 2
Zu viel Cuba libre
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 29.04.2004
Filmbeschreibung
In Amerika wird eine Erinnerung wach: daran, dass Kuba mal ein Ferien- und Freizeitparadies der USA war, plastikbunt exotisch wie Hawaii und kleinbürgerlich lasterhaft wie Las Vegas. Diese Insel war für US-Touristen und die Casinos betreibende Mafia lange unerreichbar, dank der Revolution Fidel Castros und der Embargopolitik Washingtons. Doch Castros Tage sind gezählt, und Hollywood macht sich daran, Amerika auf die Zeit danach vorzubereiten. In "Dirty Dancing 2", dessen Untertitel "Havana Nights" aus rechtlichen Gründen gekappt wurde, werden wir in die letzten Tage des alten Regimes zurückgeführt - eine verwegene Ära und Kulisse für die Fortsetzung der erfolgreichen Tanzschnulze von 1987, die mit Kuba rein gar nichts zu tun hatte.
Mit neuem Personal (immerhin: Patrick Swayze, einst der junge Held, hat noch eine Nebenrolle als Tanzlehrer abbekommen) wird eine alte Geschichte erzählt. Eine begüterte US-Familie kommt nach Kuba, das Töchterchen (Romola Garai) langweilt sich in den eigenen Kreisen, lernt einen netten einheimischen Kellner (Diego Luna) und durch ihn eine ganz neue Art des Tanzens kennen, nimmt mit dem Habenichts am Tanzwettbewerb teil und erntet anfangs den Zorn, dann aber die Unterstützung der Eltern.
Die Darsteller sind viel besser als im ersten Teil, die Fotografie ist exquisiter, die Zielgruppe nach wie vor sehr jung. Interessant aber ist der Subtext dieser Geschichte, in der die netten Amerikaner keine Vorurteile gegen Castros Rebellen hegen, und in der ein mutiger junger Kubaner seine Liebe zur Yankeetochter verteidigt. Hier wird erzählt, dass auf einer Spaß- und Bauchebene Kuba und die USA schon immer prima miteinander klarkamen, dass nur ein paar Politicos Probleme bereitet haben, dass aber bald eine sorgenfreie Wiedervereinigung mit viel Partymusik und Cuba libre angesagt ist. So viel Verständnis wie nach diesem Film hat man für Castros altersstarrsinnige, abgedroschene Anti-US-Rhetorik selten gehabt.
Mit neuem Personal (immerhin: Patrick Swayze, einst der junge Held, hat noch eine Nebenrolle als Tanzlehrer abbekommen) wird eine alte Geschichte erzählt. Eine begüterte US-Familie kommt nach Kuba, das Töchterchen (Romola Garai) langweilt sich in den eigenen Kreisen, lernt einen netten einheimischen Kellner (Diego Luna) und durch ihn eine ganz neue Art des Tanzens kennen, nimmt mit dem Habenichts am Tanzwettbewerb teil und erntet anfangs den Zorn, dann aber die Unterstützung der Eltern.
Die Darsteller sind viel besser als im ersten Teil, die Fotografie ist exquisiter, die Zielgruppe nach wie vor sehr jung. Interessant aber ist der Subtext dieser Geschichte, in der die netten Amerikaner keine Vorurteile gegen Castros Rebellen hegen, und in der ein mutiger junger Kubaner seine Liebe zur Yankeetochter verteidigt. Hier wird erzählt, dass auf einer Spaß- und Bauchebene Kuba und die USA schon immer prima miteinander klarkamen, dass nur ein paar Politicos Probleme bereitet haben, dass aber bald eine sorgenfreie Wiedervereinigung mit viel Partymusik und Cuba libre angesagt ist. So viel Verständnis wie nach diesem Film hat man für Castros altersstarrsinnige, abgedroschene Anti-US-Rhetorik selten gehabt.
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