Godsend
Das Omen aus dem Glas
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 08.07.2004
Filmbeschreibung
Mit den Fortschritten der Gentechnik, so fürchten ihre Kritiker, kommt eine gefährliche, gottgleiche Allmacht auf den Menschen zu. Nick Hamms Thriller "Godsend" nimmt sich eines Schlüsselaspekts göttlicher Macht an, der Fähigkeit, Tote zu erwecken. Rebecca Romijn Stamos und Greg Kinnear spielen das Ehepaar Duncan, dessen einziges Kind tödlich verunglückt. Robert de Niro als Genforscher jenseits der Legalität bietet ihnen an, einen identischen Klon des verlorenen Sohnes zu liefern, falls seine Firma Godsend eine Langzeitbeobachtung der Duncans durchführen darf. Die Familie wird zu diesem Zweck in ein Luxusanwesen umgesiedelt, und wie vieles hier bekommt das schöne Haus einen derb symbolischen Aspekt. Es wird zum unrecht Gut, das nicht gedeihet.
Godsend, das ließe sich mit Gottesgeschenk übersetzen. Aber wie de Niro früh, smart und ungebeten an der Seite der trauernden Eltern auftaucht, erinnert an die entgegengesetzte Dienststelle: de Niros Doktor Wells lässt uns an den Teufel und dessen fußangelnreiche Vertragsangebote denken. Auch sonst geht Regisseur Nick Hamm ("The Hole") nicht zimperlich mit Horrorelementen um. Der geklonte Junge (Cameron Bright) hat Visionen und Albträume, Motive von Spukhaus-, Wiedergänger- und Teufelsbabyfilmen tauchen auf. Gentechnik, munkelt "Godsend", hat was entschieden Gespenstisches: Womit der Erkenntnishorizont dieses Films auch schon abgesteckt wäre.
"Godsend" ist weder Horrorfilm noch Wissenschaftsthriller, sondern ein unentschiedener Mischmasch, dem die ethischen Probleme der Gentechnik zu Parolenfetzen verkommen und der seine Protagonisten wie Wackelenten durch hektische Plotwendungen zerrt. Die Gefühle der Eltern angesichts eines zunehmend seltsam werdenden Sohnes, der seine Mitschüler bedroht und auch zu Hause immer unheimlicher agiert, werden in dieser Geschichte bloß als atmosphärische Hysteriesteigerung eingesetzt.
Und die Großaufnahmen eines finster blickenden Kindergesichts wollen nicht ausleuchten, wie sich ein Ersatzsohn fühlt, sondern Erinnerungen an die "Omen"-Serie aufrufen. Bevor Hollywood über Retortenmenschen spekuliert, sollte es sich der Problematik der Retortenfilme annehmen.
Godsend, das ließe sich mit Gottesgeschenk übersetzen. Aber wie de Niro früh, smart und ungebeten an der Seite der trauernden Eltern auftaucht, erinnert an die entgegengesetzte Dienststelle: de Niros Doktor Wells lässt uns an den Teufel und dessen fußangelnreiche Vertragsangebote denken. Auch sonst geht Regisseur Nick Hamm ("The Hole") nicht zimperlich mit Horrorelementen um. Der geklonte Junge (Cameron Bright) hat Visionen und Albträume, Motive von Spukhaus-, Wiedergänger- und Teufelsbabyfilmen tauchen auf. Gentechnik, munkelt "Godsend", hat was entschieden Gespenstisches: Womit der Erkenntnishorizont dieses Films auch schon abgesteckt wäre.
"Godsend" ist weder Horrorfilm noch Wissenschaftsthriller, sondern ein unentschiedener Mischmasch, dem die ethischen Probleme der Gentechnik zu Parolenfetzen verkommen und der seine Protagonisten wie Wackelenten durch hektische Plotwendungen zerrt. Die Gefühle der Eltern angesichts eines zunehmend seltsam werdenden Sohnes, der seine Mitschüler bedroht und auch zu Hause immer unheimlicher agiert, werden in dieser Geschichte bloß als atmosphärische Hysteriesteigerung eingesetzt.
Und die Großaufnahmen eines finster blickenden Kindergesichts wollen nicht ausleuchten, wie sich ein Ersatzsohn fühlt, sondern Erinnerungen an die "Omen"-Serie aufrufen. Bevor Hollywood über Retortenmenschen spekuliert, sollte es sich der Problematik der Retortenfilme annehmen.
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