Eine italienische Hochzeit
Das leise Ticken der Romantikmaschine
tkl, veröffentlicht am 29.07.2004
Filmbeschreibung
Man kann alles übertreiben. Man kann zum Beispiel bis zur Frechheit schüchtern sein. "Eine italienische Hochzeit" erzählt von so einem Fall, vom Sohn einer italienischen Auswandererfamilie, der seine künftige Braut lieber nicht unter den Frauen am Ort sucht, denen er ins Gesicht sehen müsste, der stattdessen Briefkontakt zu Frauen in der alten Heimat sucht, sich aber schon fast daran gewöhnt hat, dass seine papierenen Versuche, ein Herz zu erweichen, keine Frau nach Australien locken werden. Doch dann überkommt Angelo (Giovanni Ribisi) eine Idee. Er legt in den nächsten Brief kein eigenes Foto, sondern das seines vermeintlich attraktiveren Bruders Gino (Adam Garcia). Das Herz der Angeschriebenen (Amelia Warner) erwärmt sich, sie reist übers Meer und findet auch den Mann, den sie erwartet hat. Aber der ist nicht identisch mit jenem Mann, der sie erwartet.
Dem Regisseur Jan Sardi (der Drehbuchautor von "Shine") geht es nicht darum, zu erkunden, woran sich Liebe festmacht und wie flexibel sie ist. Es geht ihm um verschmunzelte Nettigkeit und um die Prämisse der romantischen Komödie, dass alle soziale Realität sich unserem Gefühlsleben unterordnet. Die üblichen ethnischen Käuze werden auf die Bühne gerufen, die alten Italiener, die sich um die neue Espressomaschine im Cafétreff im fremden Land versammeln und bekritteln, dass die Jungen die alten Regeln nicht mehr achten. Eine verträumte Kamera zeichnet delikate Bilder der heilen Provinz, und schmachtende Augen leuchten auf uns herab wie kleine Sommerhimmel. Alle äußeren Bedingungen dessen, was man gern zauberhaftes Kino nennt, sind hier getreulich erfüllt. Aber wer feine Ohren hat, der hört vielleicht das ablaufende Uhrwerk der Romantikmaschine ticken.
Dem Regisseur Jan Sardi (der Drehbuchautor von "Shine") geht es nicht darum, zu erkunden, woran sich Liebe festmacht und wie flexibel sie ist. Es geht ihm um verschmunzelte Nettigkeit und um die Prämisse der romantischen Komödie, dass alle soziale Realität sich unserem Gefühlsleben unterordnet. Die üblichen ethnischen Käuze werden auf die Bühne gerufen, die alten Italiener, die sich um die neue Espressomaschine im Cafétreff im fremden Land versammeln und bekritteln, dass die Jungen die alten Regeln nicht mehr achten. Eine verträumte Kamera zeichnet delikate Bilder der heilen Provinz, und schmachtende Augen leuchten auf uns herab wie kleine Sommerhimmel. Alle äußeren Bedingungen dessen, was man gern zauberhaftes Kino nennt, sind hier getreulich erfüllt. Aber wer feine Ohren hat, der hört vielleicht das ablaufende Uhrwerk der Romantikmaschine ticken.
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