Filmbeschreibung
Die Ehe, lehrt uns der französische Film, ist eine Art Fegefeur auf Erden. Der Ort, an dem uns konstant Vorwürfe dafür gemacht werden, dass wir noch fähig sind zu lieben - Vorwürfe, die vom Ehepartner stammen, der unsere Entflammbarkeit Betrug nennt. Anne Fontaines "Nathalie" findet leider keinen Funken Humor in den Klischees von Beschwichtigungen und Vorhaltungen, Zügellosigkeit und Eifersuchtsqualen. Dies ist also ein verbissen wichtigtuerisches Pariser Drama, das banale Lakenschwitzereien gerne zu sehr existenziellen Grenzerfahrungen aufpumpen möchte. Die Mikrofone fangen zwischen den weit auseinander liegenden Sätzen der Figuren immer ganz deutlich das schwere Atmen ein. Wir sollen dann denken, wir hörten das Rascheln der Gewänder des Weltgeistes.
Fanny Ardant spielt die Ehefrau, die ihrem Hallodri von Mann, den Gerard Depardieu mit der Routine hunderter ähnlicher Rollen mimt, auf die Schliche kommt. Uns scheint Depardieus Figur so oberflächlich gezeichnet, dass wir uns nicht wundern würden, wenn er in der nächsten Szene in seinem alten Obelix-Kostüm mit einem Hinkelstein auf dem Rücken durch die Tür käme. Ardant bleibt frei von solchen Vorstellungen. Sie heuert eine Edelprostituierte an, Emmanuelle Béart, und gibt ihr den Auftrag, eine Affäre mit Männe zu beginnen und regelmäßig Bericht zu erstatten.
Auf den leichten Ruch des Perversen ist Fontaine sehr stolz und zeichnet Ardants Nachtclubbesuche als bürgerliche Abenteuer. Noch stolzer ist sie auf Bilder, die uns gemahnen sollen, dass Affären aus Lügen bestehen. Als die Prostituierte einmal telefonisch von der Brunft im Hotel berichtet, steht Ardant im Flur. Durch die Tür sehen wir, in einer anderen Welt sozusagen, den Mann mit dem Kind sitzen. Erzähltes und Gesehenes passen nicht zusammen - in einem Film von Truffaut oder Chabrol wäre das vielleicht ein spannender Moment. Hier ist es nur der triumphierende Ruf: Schaut her, ich habe einen Trick parat! Nicht nur die Ehe, auch das Kino kann als Fegefeuer dienen.
Fanny Ardant spielt die Ehefrau, die ihrem Hallodri von Mann, den Gerard Depardieu mit der Routine hunderter ähnlicher Rollen mimt, auf die Schliche kommt. Uns scheint Depardieus Figur so oberflächlich gezeichnet, dass wir uns nicht wundern würden, wenn er in der nächsten Szene in seinem alten Obelix-Kostüm mit einem Hinkelstein auf dem Rücken durch die Tür käme. Ardant bleibt frei von solchen Vorstellungen. Sie heuert eine Edelprostituierte an, Emmanuelle Béart, und gibt ihr den Auftrag, eine Affäre mit Männe zu beginnen und regelmäßig Bericht zu erstatten.
Auf den leichten Ruch des Perversen ist Fontaine sehr stolz und zeichnet Ardants Nachtclubbesuche als bürgerliche Abenteuer. Noch stolzer ist sie auf Bilder, die uns gemahnen sollen, dass Affären aus Lügen bestehen. Als die Prostituierte einmal telefonisch von der Brunft im Hotel berichtet, steht Ardant im Flur. Durch die Tür sehen wir, in einer anderen Welt sozusagen, den Mann mit dem Kind sitzen. Erzähltes und Gesehenes passen nicht zusammen - in einem Film von Truffaut oder Chabrol wäre das vielleicht ein spannender Moment. Hier ist es nur der triumphierende Ruf: Schaut her, ich habe einen Trick parat! Nicht nur die Ehe, auch das Kino kann als Fegefeuer dienen.
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