Stealing Rembrandt
Possierliche Gauner
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 12.08.2004
Filmbeschreibung
Warum nun ein Gemälde so viel mehr wert sein soll als ein anderes, das ist den beiden chronisch glücklosen dänischen Kleinkriminellen Mick (Lars Brygman) und Kenneth (Nikolaj Coster Waldau) auch nicht ganz klar. Aber dass jedes Gemälde ein bisschen was wert sein dürfte, zumindest wenn es im Museum hängt, das haben die Banausen dann doch begriffen. Weshalb sie eines Tages in einem Museum, das schlechter bewacht ist als der Fahrradständer vorm Freibad, ein Bild vom Haken nehmen und die Kurve kratzen. Aus den Fernsehnachrichten erfahren sie anschließend, dass man sie nun zur Elite der internationalen Kunstraubprofis rechnet: Mick und Kenneth haben einen Rembrandt geklaut.
Zu Hause in Dänemark war "Stealing Rembrandt" des Regisseurs Jannik Johansen und des Autors Thomas Jensen ("Mifune") ein Kinohit. Die Geschichte von den unerwarteten Schwierigkeiten kleiner Diebe mit einer großen Beute basiert nämlich auf einer realen Kriminalposse, über die im Jahr 1999 das ganze Land mit Ausnahme von ein paar Museumshierarchen und Versicherungsmanagern feixte. Uns aber kommt der Film ein wenig spröde und zäh vor, denn er zeichnet seine Figuren mit der verschwommenen Verklärtheit der handelsüblichen Gaunerkomödie, er gibt ihnen also von Anfang an etwas abgehoben Possierliches. Nachdem sich dieser Film aber derart weit ins Reich der Fiktion begeben hat, vergisst er völlig, den Kunstfiguren auch einen schlagfertigen Wortwitz zu spendieren oder die Ereignisse ins wirklich Skurrile zu überdrehen. Da fühlt sich "Stealing Rembrandt" dann der Wirklichkeit wieder sehr verpflichtet.
In der kleinen Gaunerbande, deren Erfahrungen sich auf Diebstahl von Altmetall beschränken, sind unter anderem ein Vater mit seinem Sohn sowie ein dicker, weltfremder Comicfan vertreten, der nebenher tatsächlich noch ein Studium betreibt. Keine dieser Gestalten wird - und zwar nicht trotz, sondern wegen des Drehbuchbemühens, sie zugänglich und kumpelhaft zu halten - wirklich greifbar. Der betuliche Amüsierwille dieses Films liegt wie eine beschlagene Aquariumsscheibe zwischen den Figuren und uns. Ein paar tiefenschärfere und aufregendere Menschen hätten es schon sein dürfen. Anders gesagt: Rembrandt verpflichtet.
Zu Hause in Dänemark war "Stealing Rembrandt" des Regisseurs Jannik Johansen und des Autors Thomas Jensen ("Mifune") ein Kinohit. Die Geschichte von den unerwarteten Schwierigkeiten kleiner Diebe mit einer großen Beute basiert nämlich auf einer realen Kriminalposse, über die im Jahr 1999 das ganze Land mit Ausnahme von ein paar Museumshierarchen und Versicherungsmanagern feixte. Uns aber kommt der Film ein wenig spröde und zäh vor, denn er zeichnet seine Figuren mit der verschwommenen Verklärtheit der handelsüblichen Gaunerkomödie, er gibt ihnen also von Anfang an etwas abgehoben Possierliches. Nachdem sich dieser Film aber derart weit ins Reich der Fiktion begeben hat, vergisst er völlig, den Kunstfiguren auch einen schlagfertigen Wortwitz zu spendieren oder die Ereignisse ins wirklich Skurrile zu überdrehen. Da fühlt sich "Stealing Rembrandt" dann der Wirklichkeit wieder sehr verpflichtet.
In der kleinen Gaunerbande, deren Erfahrungen sich auf Diebstahl von Altmetall beschränken, sind unter anderem ein Vater mit seinem Sohn sowie ein dicker, weltfremder Comicfan vertreten, der nebenher tatsächlich noch ein Studium betreibt. Keine dieser Gestalten wird - und zwar nicht trotz, sondern wegen des Drehbuchbemühens, sie zugänglich und kumpelhaft zu halten - wirklich greifbar. Der betuliche Amüsierwille dieses Films liegt wie eine beschlagene Aquariumsscheibe zwischen den Figuren und uns. Ein paar tiefenschärfere und aufregendere Menschen hätten es schon sein dürfen. Anders gesagt: Rembrandt verpflichtet.
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