Casomai
Moderne Ehe, o mei, o mei!
Von Ruprecht Skasa-Weiß, veröffentlicht am 09.09.2004
Filmbeschreibung
Mitten im Film sagt einer, wie"s ist: "Diese Beziehungsprobleme sind ja immer die gleichen." Das ist die Krux. Was deinen, meinen, unser aller Individualstolz schon bekümmern muss, kommt filmmacherisch gesehen einer Katastrophe gleich. Die exemplarische moderne Ehe stiftet exemplarisch fade Filme. Beweis: "Casomai". In dieser italienischen Produktion sehen wir ein schickes junges Paar - Visagistin ist sie, Artdirektor ist er - erwartungsfroh dem Traualtar entgegenreisen, droben in einem romantischen toskanischen Bergdorf, wo Pfarrer und Freundesgemeinde schon ihrer harren. Doch weil der Film ein Lehrfilm werden soll, modern, tabulos, aber bitte zum Überdenken animierend, verzögert der schöne kringellockige Pfarrer den sakramentalen Akt - wie käme ich denn dazu, fragt er, euch zu trauen? Und das meint er natürlich im doppelten Wortsinn.
So schlendert der Gottesmann lässig wie ein TV-Moderator im Kirchenschiff auf und ab, macht sich der frommen Gemeinde mit extrem libertären Sprüchen auffällig, des Sinnes etwa, dass Versuchungen das Salz des Lebens seien et cetera - und, kaum hat er"s gesagt, da muss der Regisseur Alessandro D"Alatrir für eine große Vorausblende sorgen, welche beweisen soll, dass des Pfarrers nüchterne Visionen allemal berechtigt sind.
Wir sehen also, was wird: junges Ehe(un)glück, zusammengepuzzelt in hundsgewöhnlichen Szenen, und das Zusammenstückeln dauert und dauert. Welches Teil fehlt denn noch? Ach ja, der Schwangerschaftsstress. Das ewige Babygeplärr. Die versagende Alzheimer-Mutti. Der Frust im Büro, wenn die Eiskremkampagne futsch ist. Sein Quickie mit der Mieze von der Campari-Werbung. Ihr erstes weißes Haar. Vaters indiskretes Geplapper, woraus erhellt, dass auch die nochmals geschwängerte Gattin (Abtreibung, ach ja!) ihrerseits schon reihenweise . . . Anwälte demnach. Scheidung vielleicht?
Der Pater traut die beiden trotzdem, sein Geschäft. Nur, warum um Himmels Willen gab auch der Regisseur seinen Segen dazu?
So schlendert der Gottesmann lässig wie ein TV-Moderator im Kirchenschiff auf und ab, macht sich der frommen Gemeinde mit extrem libertären Sprüchen auffällig, des Sinnes etwa, dass Versuchungen das Salz des Lebens seien et cetera - und, kaum hat er"s gesagt, da muss der Regisseur Alessandro D"Alatrir für eine große Vorausblende sorgen, welche beweisen soll, dass des Pfarrers nüchterne Visionen allemal berechtigt sind.
Wir sehen also, was wird: junges Ehe(un)glück, zusammengepuzzelt in hundsgewöhnlichen Szenen, und das Zusammenstückeln dauert und dauert. Welches Teil fehlt denn noch? Ach ja, der Schwangerschaftsstress. Das ewige Babygeplärr. Die versagende Alzheimer-Mutti. Der Frust im Büro, wenn die Eiskremkampagne futsch ist. Sein Quickie mit der Mieze von der Campari-Werbung. Ihr erstes weißes Haar. Vaters indiskretes Geplapper, woraus erhellt, dass auch die nochmals geschwängerte Gattin (Abtreibung, ach ja!) ihrerseits schon reihenweise . . . Anwälte demnach. Scheidung vielleicht?
Der Pater traut die beiden trotzdem, sein Geschäft. Nur, warum um Himmels Willen gab auch der Regisseur seinen Segen dazu?
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