Kleinruppin Forever
Die Mauer und noch viel mehr
tkl, veröffentlicht am 09.09.2004
Filmbeschreibung
Jeder darf mal draufhauen: Die deutsche Komödie "Kleinruppin Forever" hat bis jetzt wenig Freunde gefunden. Eine bemühte Abkocherei des Erfolgs von "Good Bye Lenin" hätten wir hier vor uns, so wird gescholten, Klischees über die DDR, sentimentale Ostalgie, oberflächlichen Klamauk. Seltsam, dass der Regisseur Carsten Fiebeler und die Drehbuchautoren Peer Klehmet und Sebastian Wehlings in die Pflicht genommen werden, als hätten sie sich an einer späten Fortsetzung zu Frank Beyers brillanter DDR-Analyse "Spur der Steine" verhoben.
Doch "Kleinruppin Forever" will bloß eine Teeniekomödie sein. Nur dass die Produzenten mehr gewagt haben als den üblichen ranzigen Aufguss von Hollywoods Sexualnotstandsulk. Sie haben fix auf "Good Bye Lenin" reagiert und das Interesse der Nachgeborenen an dem ganz anderen deutschen Staat aufgegriffen. Der Film biegt den Lebensweg eines Zwillingspaares (gespielt von Tobias Schenke) so zurecht, dass die Jungs auf verschiedenen Seiten der Mauer aufwachsen. Ein Schulausflug bietet dem DDR-Bürger eine große Chance: Er schlüpft in den Westen, sein Bruder sitzt im Osten fest.
Ja, es gibt hier Karikaturen, aber vor allem dort, wo die Realität die satirische Verzerrung verdient hat. Ja, hier gibt es Klamauk, weil der Film auch Dreizehnjährigen gefallen will. Hier gibt es allerdings auch den Anstoß, die deutsche Geschichte nicht als Museum der plünderbaren Moden und veralteten Konsumgüter, sondern als faszinierenden Kampf mit sich selbst im Hader liegender Wertesysteme zu betrachten - für eine Teeniekomödie eine ganze Menge.
Doch "Kleinruppin Forever" will bloß eine Teeniekomödie sein. Nur dass die Produzenten mehr gewagt haben als den üblichen ranzigen Aufguss von Hollywoods Sexualnotstandsulk. Sie haben fix auf "Good Bye Lenin" reagiert und das Interesse der Nachgeborenen an dem ganz anderen deutschen Staat aufgegriffen. Der Film biegt den Lebensweg eines Zwillingspaares (gespielt von Tobias Schenke) so zurecht, dass die Jungs auf verschiedenen Seiten der Mauer aufwachsen. Ein Schulausflug bietet dem DDR-Bürger eine große Chance: Er schlüpft in den Westen, sein Bruder sitzt im Osten fest.
Ja, es gibt hier Karikaturen, aber vor allem dort, wo die Realität die satirische Verzerrung verdient hat. Ja, hier gibt es Klamauk, weil der Film auch Dreizehnjährigen gefallen will. Hier gibt es allerdings auch den Anstoß, die deutsche Geschichte nicht als Museum der plünderbaren Moden und veralteten Konsumgüter, sondern als faszinierenden Kampf mit sich selbst im Hader liegender Wertesysteme zu betrachten - für eine Teeniekomödie eine ganze Menge.
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