Keine halben Sachen 2 - Jetzt erst recht
Erstickt am dicken Schicksalsquark
Von Ruprecht Skasa-Weiß, veröffentlicht am 09.09.2004
Filmbeschreibung
Wie fängt man"s an, wenn man einen krottenschlechten Film drehen will? "Keine halben Sachen 2" gibt da ein Lehrbeispiel. Zunächst: man nehme einen prominenten Schauspieler (Bruce Willis), verstecke ihn unter Strohhüten, hänge ihm eine krude Karriere und eine Vielzahl wirrer Eigenschaften an - dergestalt, dass man aus ihm einen christkindgläubigen Massenmörder i. R. macht, einen Exbettnässer mit erektiler Dysfunktion, der auf seiner mexikanischen Hazienda wegen eines erschossenen Huhns Weinkrämpfe kriegt, sofern er nicht Müll rausträgt oder Hebräisch brabbelt. Lässt man einen solchen Typ dazu noch eierköpfig schwanken zwischen Jähzorn und Melancholie, Impotenz und ruckartig wiederentdeckter Virilität, dann entsteht zuletzt ein solcher Schicksalsquark, dass jeder Schauspieler daran ersticken muss.
Sodann: man ködere das Publikum mit einem Mafiathriller, aber so, als gehe es um ein Familienlustspiel, und locke wieder andere mit einer Partnertauschklamotte, aber so, als sei zuletzt ein Gangsterfilm zu erwarten. Schließlich denke man sich zu diesem hochbewährten Genre-Allerlei eine Handlung aus, welche derart verworren ist, dass sie auf alle Fälle als "turbulent" gelten kann. Turbulenz ist ganz wichtig. Chaos: das erste Gütesiegel. Kann solch ein Film außerdem andocken an ein bekanntes Erfolgswerk - was hindert"s dann, dass sich die Krottenschlechtigkeit wunderbar auszahlt?
Keine halben Sachen zweimal: das macht nach Adam Riese. . . ? Keine ganzen. Entsprechend sieht er aus, Howard Deutchs Film, der "jetzt erst recht" (wie der deutsche Untertitel ungeniert verrät) die Rezeptur der ersten halben Sachen wiederholt: Beziehungskrisen, mit Gangsterkriegen verschnitten; oder Gangsterkrisen, von Beziehungskriegen durchwettert - das übliche Wechseldichspiel.
Jimmy (Bruce) lebt hausmännisch zurückgezogen im Staubwüstenbungalow, von nichts sekkiert als seinem scharf schießenden Eheweib, das noch immer der abgebrochenen Killerkarriere hinterherträumt. Eines Tages steht - unangemeldet - Oz in Jimmys Tür, ein Zahnarzt und Nachbar aus früheren Tagen (wie ein schönes manngewordenes Smartie: Matthew Perry). Oz erzählt Jimmy, dass der Gangsterboss Lazlo aus dem Gefängnis entlassen sei (ein Ostblock-Mafioso mit schwarzen Brillenrändern, dick wie Abortdeckel: Kevin Pollak) - und dass Lazlo, um an Jimmy ranzukommen, Oz" Frau entführt habe. Jimmy soll helfen. Weil aber Oz" Frau früher Jimmys Frau gewesen war und weil Jimmys Neue jetzt prompt auch Oz verführen will (und sie zudem haufenweise Intimes verrät aus dem Leben mit Jimmy, von wegen: null Bock im Bett et cetera), ist die Beziehungskacke bald am Dampfen.
Der Rest der Geschichte: zwangsneurotische Tollhäuslerei, fuchtelnde Einfalt, als sei Aufgekratztheit schon ein Erzählprogramm. Der Gangsterboss, stellt sich heraus, ist in Wahrheit Jimmys Erzeuger; und als Jimmys Zweitfrau, die killerkarrieregeile Scharfschützin (Amanda Peet), bekannt gibt, dass sie geschwängert sei, verdrückt Jimmy unter der Strohhutkrempe ein paar Tränen. Sonst? Krakeel, Kofferraumtote, Doofmannsreden - und eine Großmutter als Dauerfurzerin. Geht"s krottendumpfer? Als Bruce Willis und der schöne Matthew Perry traut umklammert nach durchzechter Nacht im Ehebett erwachen, hat Matthew sofort eine Frage: "Warum tut mein Arsch weh?" O Krott!
Sodann: man ködere das Publikum mit einem Mafiathriller, aber so, als gehe es um ein Familienlustspiel, und locke wieder andere mit einer Partnertauschklamotte, aber so, als sei zuletzt ein Gangsterfilm zu erwarten. Schließlich denke man sich zu diesem hochbewährten Genre-Allerlei eine Handlung aus, welche derart verworren ist, dass sie auf alle Fälle als "turbulent" gelten kann. Turbulenz ist ganz wichtig. Chaos: das erste Gütesiegel. Kann solch ein Film außerdem andocken an ein bekanntes Erfolgswerk - was hindert"s dann, dass sich die Krottenschlechtigkeit wunderbar auszahlt?
Keine halben Sachen zweimal: das macht nach Adam Riese. . . ? Keine ganzen. Entsprechend sieht er aus, Howard Deutchs Film, der "jetzt erst recht" (wie der deutsche Untertitel ungeniert verrät) die Rezeptur der ersten halben Sachen wiederholt: Beziehungskrisen, mit Gangsterkriegen verschnitten; oder Gangsterkrisen, von Beziehungskriegen durchwettert - das übliche Wechseldichspiel.
Jimmy (Bruce) lebt hausmännisch zurückgezogen im Staubwüstenbungalow, von nichts sekkiert als seinem scharf schießenden Eheweib, das noch immer der abgebrochenen Killerkarriere hinterherträumt. Eines Tages steht - unangemeldet - Oz in Jimmys Tür, ein Zahnarzt und Nachbar aus früheren Tagen (wie ein schönes manngewordenes Smartie: Matthew Perry). Oz erzählt Jimmy, dass der Gangsterboss Lazlo aus dem Gefängnis entlassen sei (ein Ostblock-Mafioso mit schwarzen Brillenrändern, dick wie Abortdeckel: Kevin Pollak) - und dass Lazlo, um an Jimmy ranzukommen, Oz" Frau entführt habe. Jimmy soll helfen. Weil aber Oz" Frau früher Jimmys Frau gewesen war und weil Jimmys Neue jetzt prompt auch Oz verführen will (und sie zudem haufenweise Intimes verrät aus dem Leben mit Jimmy, von wegen: null Bock im Bett et cetera), ist die Beziehungskacke bald am Dampfen.
Der Rest der Geschichte: zwangsneurotische Tollhäuslerei, fuchtelnde Einfalt, als sei Aufgekratztheit schon ein Erzählprogramm. Der Gangsterboss, stellt sich heraus, ist in Wahrheit Jimmys Erzeuger; und als Jimmys Zweitfrau, die killerkarrieregeile Scharfschützin (Amanda Peet), bekannt gibt, dass sie geschwängert sei, verdrückt Jimmy unter der Strohhutkrempe ein paar Tränen. Sonst? Krakeel, Kofferraumtote, Doofmannsreden - und eine Großmutter als Dauerfurzerin. Geht"s krottendumpfer? Als Bruce Willis und der schöne Matthew Perry traut umklammert nach durchzechter Nacht im Ehebett erwachen, hat Matthew sofort eine Frage: "Warum tut mein Arsch weh?" O Krott!
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