79 n.Chr.
Die letzten Stunden von Herculaneum
AP, veröffentlicht am 17.11.2004
Foto: dpa
Berlin - Die letzten Stunden der im Jahr 79 nach Christus vom Vesuv vollständig verschütteten Stadt Herculaneum werden erstmals in einer Ausstellung in Deutschland lebendig. In der Schau, die nächstes Jahr unter anderem in Berlin zu sehen ist, werden Goldschmuck, Bronzeskulpturen, kostbare Wandmalereien, gut erhaltene Skelette aus Bootshäusern und Holzmöbel präsentiert, wie das Berliner Pergamonmuseum am Mittwoch mitteilte. Höhepunkt der Ausstellung sind zwei antike Papyrusrollen aus der berühmten Villa dei Papiri, der einzigen mit ihrem Bestand erhaltenen römischen Bibliothek.
Die Ausstellung über die Nachbarstadt vom Pompeji ist zum ersten Mal außerhalb Italien zu sehen. Vom 25. Mai bis zum 14. August wird die Schau im nordrhein-westfälischen Haltern am See und ab September bis Dezember 2005 in Berlin gezeigt. 2006 wird Herculaneum nach Bremen reisen.
In der rund 5.000 Einwohner zählenden Küstenstadt am Golf von Neapel lebten vor allem begüterte Römer und ihre Sklaven. Erst 1982 stießen italienische Kanalarbeiter durch Zufall auf die antiken Bootshäuser der Stadt. Dort hatten 300 Menschen zusammengedrängt im Dunkeln durch die glühend heiße Asche in Sekunden den Tod gefunden. Dank neuster wissenschaftlicher Techniken waren die Forscher in der Lage, aus den gefundenen Knochen präzise Informationen über Geschlecht, Aussehen, Alter, Ernährung der Menschen, über ihre Krankheiten und ihren sozialen Stand "herauszulesen". Danach fanden sich Spuren harter körperlicher Arbeit, und keiner der Menschen am Strand von Herculaneum war älter als 60 Jahre geworden.
Die Entdeckung Herculaneums begann den Angaben zufolge vor fast 300 Jahren, als ein Bauer 1709 im Ort Resina, dem heutigen Ercolano, beim Brunnenbau auf Marmorblöcke aus römischer Zeit stieß. Davon hörte der österreichische Prinz von Eboeuf, der sich an der Bucht von Neapel eine Villa errichten lassen wollte. Er ließ nach weiteren Kunstwerken suchen. Mit dem dann entdeckten Theater wurde das erste Gebäude der verschütteten Stadt gefunden. Die Entdeckung markierte den Beginn der Ausgrabungen von Herculaneum schon Jahrzehnte bevor Pompeji entdeckt wurde. Die Kunde über die wieder gefundene Stadt verbreitete sich wie ein Lauffeuer und zog zahlreiche Touristen vor allem aus England, Frankreich und Deutschland an.
Projektinitiator Dieter Richter nannte Herculaneum ein "spannendes Lesebuch über Leben und Sterben in einer römischen Kleinstadt". Man könne sich den 24. August 79 gut vorstellen, ein Sommertag am Golf von Neapel. "Eine frische Brise weht vom Meer, während sich die wohlhabenden Römer in den Gärten ihrer luxuriösen Sommervillen entspannen", sagte Richter. Niemand ahne, dass in wenigen Stunden der Vesuv ausbrechen und die ganze Stadt in Schutt und Asche begraben würde.
www.herculaneum-ausstellung.de/
Die Ausstellung über die Nachbarstadt vom Pompeji ist zum ersten Mal außerhalb Italien zu sehen. Vom 25. Mai bis zum 14. August wird die Schau im nordrhein-westfälischen Haltern am See und ab September bis Dezember 2005 in Berlin gezeigt. 2006 wird Herculaneum nach Bremen reisen.
In der rund 5.000 Einwohner zählenden Küstenstadt am Golf von Neapel lebten vor allem begüterte Römer und ihre Sklaven. Erst 1982 stießen italienische Kanalarbeiter durch Zufall auf die antiken Bootshäuser der Stadt. Dort hatten 300 Menschen zusammengedrängt im Dunkeln durch die glühend heiße Asche in Sekunden den Tod gefunden. Dank neuster wissenschaftlicher Techniken waren die Forscher in der Lage, aus den gefundenen Knochen präzise Informationen über Geschlecht, Aussehen, Alter, Ernährung der Menschen, über ihre Krankheiten und ihren sozialen Stand "herauszulesen". Danach fanden sich Spuren harter körperlicher Arbeit, und keiner der Menschen am Strand von Herculaneum war älter als 60 Jahre geworden.
Die Entdeckung Herculaneums begann den Angaben zufolge vor fast 300 Jahren, als ein Bauer 1709 im Ort Resina, dem heutigen Ercolano, beim Brunnenbau auf Marmorblöcke aus römischer Zeit stieß. Davon hörte der österreichische Prinz von Eboeuf, der sich an der Bucht von Neapel eine Villa errichten lassen wollte. Er ließ nach weiteren Kunstwerken suchen. Mit dem dann entdeckten Theater wurde das erste Gebäude der verschütteten Stadt gefunden. Die Entdeckung markierte den Beginn der Ausgrabungen von Herculaneum schon Jahrzehnte bevor Pompeji entdeckt wurde. Die Kunde über die wieder gefundene Stadt verbreitete sich wie ein Lauffeuer und zog zahlreiche Touristen vor allem aus England, Frankreich und Deutschland an.
Projektinitiator Dieter Richter nannte Herculaneum ein "spannendes Lesebuch über Leben und Sterben in einer römischen Kleinstadt". Man könne sich den 24. August 79 gut vorstellen, ein Sommertag am Golf von Neapel. "Eine frische Brise weht vom Meer, während sich die wohlhabenden Römer in den Gärten ihrer luxuriösen Sommervillen entspannen", sagte Richter. Niemand ahne, dass in wenigen Stunden der Vesuv ausbrechen und die ganze Stadt in Schutt und Asche begraben würde.
www.herculaneum-ausstellung.de/
Anzeigen
Anzeige
Anzeige
Veranstaltungen
Finden Sie
Heute können Sie aus 158 Veranstaltungsterminen auswählen
StZ digital
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
Für Abonnenten
Für Käufer
Hier können sie sich über Preise informieren, Abos abschließen oder Einzelexemplare kaufen.
Abonnement-Prämien
Werben Sie einen Freund als Abonnent der Stuttgarter Zeitung.
Für jede Empfehlung erhalten Sie eine Prämie aus unserem Shop.





