Geschichte von Marie und Julien
Aus dem Totenreich
ukr, veröffentlicht am 18.11.2004
Filmbeschreibung
Wie vorzüglich doch die Erzähltechniken des europäischen Autorenfilms noch immer funktionieren, wenn sie von einem souveränen Meister wie Jacques Rivette entfaltet werden! Eine geheimnisvolle Begegnung im Park, ein kurzes Gespräch zwischen Marie (Emmanuelle Béart) und Julien (Jerzy Radziwilowicz), das mehr Fragen als Antworten liefert, bevor Marie unvermittelt ein Messer in der Hand hält. Julien erwacht in einer Bar. War die Szene zuvor ein Traum?
Auf der Straße vor der Bar begegnen sich die beiden erneut, man verabredet sich, doch Marie versetzt Julien. Nebenher entwickelt sich eine Krimihandlung: Julien erpresst die geheimnisvolle Fälscherin Madame X. Mit außerordentlicher Behutsamkeit entwickelt sich eine soghafte, labyrinthische und morbide Liebesgeschichte, die Rivette mit allerlei Anspielungen auf Poe, die schwarze Romantik, den "Noir"-Regisseur Jacques Tourneur und Kleists "Penthesilea" auflädt. Nur im Sex überwinden die Liebenden ihre Fremdheit, die, so viel wird rasch klar, daher rührt, dass wir es mit einer ungewöhnlichen, die Grenze zwischen Leben und Tod aufhebenden Gespenstergeschichte zu tun haben.
Bereits 1975 wollte Rivette den Stoff mit Albert Finney und Leslie Caron für seinen Zyklus "Aus dem parallelen Leben" verfilmen, doch nach drei Tagen beendete ein Nervenzusammenbruch des Regisseurs seinerzeit die Dreharbeiten. Heute wirkt dieser Solitär wie eine Flaschenpost aus der Hoch-Zeit des Autorenfilms, als schmerzhafte Erinnerung an eine verlorene Qualität filmischen Erzählens.
Auf der Straße vor der Bar begegnen sich die beiden erneut, man verabredet sich, doch Marie versetzt Julien. Nebenher entwickelt sich eine Krimihandlung: Julien erpresst die geheimnisvolle Fälscherin Madame X. Mit außerordentlicher Behutsamkeit entwickelt sich eine soghafte, labyrinthische und morbide Liebesgeschichte, die Rivette mit allerlei Anspielungen auf Poe, die schwarze Romantik, den "Noir"-Regisseur Jacques Tourneur und Kleists "Penthesilea" auflädt. Nur im Sex überwinden die Liebenden ihre Fremdheit, die, so viel wird rasch klar, daher rührt, dass wir es mit einer ungewöhnlichen, die Grenze zwischen Leben und Tod aufhebenden Gespenstergeschichte zu tun haben.
Bereits 1975 wollte Rivette den Stoff mit Albert Finney und Leslie Caron für seinen Zyklus "Aus dem parallelen Leben" verfilmen, doch nach drei Tagen beendete ein Nervenzusammenbruch des Regisseurs seinerzeit die Dreharbeiten. Heute wirkt dieser Solitär wie eine Flaschenpost aus der Hoch-Zeit des Autorenfilms, als schmerzhafte Erinnerung an eine verlorene Qualität filmischen Erzählens.
Mehr StZ Filmkritiken
Der Junge mit dem Fahrrad Engel in der Kälte
In Darkness Eine wahre Geschichte
Die Unsichtbare Aufgeben gilt nicht, auch wenn’s wehtut
Hugo Cabret 3D Das Phantom des Bahnhofs
Die Summe meiner einzelnen Teile Diagnose: Kapitalismus
Die Kunst zu gewinnen - Moneyball Eine Formel für den Sieg
Sex on the Beach Kretins auf Kreta
Dame, König, As, Spion Im Lügenlabyrinth der Bürointriganten
Zettl - Unschlagbar charakterlos Das hat die Hauptstadt nicht verdient
Ein riskanter Plan Manhattan ist ein Spielbrett
Alle Artikel anzeigen
Anzeigen
Was möchten Sie unternehmen?
Wann möchten Sie etwas unternehmen?

Monat

| Heute | Morgen | Akt. Woche |
| MO | DI | MI | DO | FR | SA | SO |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
Highlights am 11.02.
Premiere: Die Kunst zu Leben - Kinder- und Jugendhaus Zuffenhausen Haus 11
Premiere: Der Froschkönig - FITZ - Zentrum für Figurentheater
Derbe Kerbe - Schräglage
StZ ePaper
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
Für Abonnenten
Für Käufer
Hier können sie sich über Preise informieren, Abos abschließen oder Einzelexemplare kaufen.





