Hostage
Ich bin Star, lasst mich rein
Ulrich Kriest, veröffentlicht am 17.03.2005
Filmbeschreibung
Jürgen Habermas hat es immer gewusst: Der Franzose schätzt die postmoderne Unübersichtlichkeit. Regisseur Florent Siri ist Franzose: Bereits bei seinem fulminanten Gangsterfilm "Das tödliche Wespennest" liebte er es, Konfliktgrenzen zu verwischen, Konflikte zu verdoppeln, zu verschränken und dialektisch zu spiegeln. Dieses Rezept, das ihn nach Hollywood führte, variiert er in "Hostage". Darin geht es - zunächst auf abstraktem, später auf handfestem Niveau - um die Seelenqualen und die Erlösung des professionellen Polizei-Verhandlungsführers Jeff Talley (Bruce Willis). Im hart gesottenen Prolog wird Talley sogleich mit einem traumatischen Fehlschlag konfrontiert. Da präsentiert er sich noch selbstgewiss-lässig wie ein Späthippie mit einem erheblichen Drogenproblem. Analog zum Geiselnehmer schwingt sich der erfolgsverwöhnte Talley zum Herren über Leben und Tod auf.
Ein Jahr später sieht Talley nicht mehr wie ein derangierter Popstar aus, sondern glattrasiert wie: Bruce Willis. Er hat nun Ehe- und Familienprobleme, scheut davor zurück, Verantwortung zu übernehmen. Ein Verbrechen bringt ihn zurück ins Spiel. Jugendliche Kleinkriminelle überfallen die reiche Familie Smith in ihrem festungsartigen Anwesen, erschießen eine Polizistin und nehmen die Familie als Geiseln. "Fucking rich people", sagen die Jugendlichen, sagen aber auch die ausgesperrten Polizisten.
Weil jedoch Vater Smith der Buchhalter einer mysteriösen Organisation ist, entführt diese kurzentschlossen Talleys Familie, um des Helden alte Kreativität herauszukitzeln. Dadurch - und auch durch zahllose Genrezitate - wird nicht nur die Konfliktlandschaft so unübersichtlich, dass beim ausgedehnt blutigen Finale der konservative Status quo nach alter Sitte durch marodierende Familienväter wiederhergestellt werden muss.
Ein Jahr später sieht Talley nicht mehr wie ein derangierter Popstar aus, sondern glattrasiert wie: Bruce Willis. Er hat nun Ehe- und Familienprobleme, scheut davor zurück, Verantwortung zu übernehmen. Ein Verbrechen bringt ihn zurück ins Spiel. Jugendliche Kleinkriminelle überfallen die reiche Familie Smith in ihrem festungsartigen Anwesen, erschießen eine Polizistin und nehmen die Familie als Geiseln. "Fucking rich people", sagen die Jugendlichen, sagen aber auch die ausgesperrten Polizisten.
Weil jedoch Vater Smith der Buchhalter einer mysteriösen Organisation ist, entführt diese kurzentschlossen Talleys Familie, um des Helden alte Kreativität herauszukitzeln. Dadurch - und auch durch zahllose Genrezitate - wird nicht nur die Konfliktlandschaft so unübersichtlich, dass beim ausgedehnt blutigen Finale der konservative Status quo nach alter Sitte durch marodierende Familienväter wiederhergestellt werden muss.
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