Glasers Netzkolumne
Die Welt ist eine Google
Peter Glaser, veröffentlicht am 13.04.2005
In der Einführung seines berühmten Buchs über das Media Lab des Massachusetts Institute of Technology beschrieb der amerikanische Autor Stewart Brand 1987, wie er sich in den besten Kartenfachgeschäften nach einer Karte erkundigte, auf der die Informationsströme der Welt verzeichnet sind, und betriebsame Ratlosigkeit erntete. Noch die exotischsten Sachverhalte waren kartografiert, aber eine solche Karte gab es nicht.
Im 15. Jahrhundert war Portugal Zentrum einer neuen Kunst geworden, der Kartografie. Die Spezialisten waren zu absoluter Geheimhaltung verpflichtet, aber immer wieder sickerten Informationen durch. Auf Kartendiebstahl stand Todesstrafe. Martin Beheim, der in Lissabon lebte, brachte Informationen vom portugiesischen Hof mit und schuf den ersten Globus. Auf dem waren die Proportionen Asiens viel zu groß eingezeichnet, der Weg dorthin erschien ziemlich kurz. Kolumbus richtete sich nach diesen falschen Informationen. Die Portugiesen kannten die richtigen Proportionen und suchten die Gewürze deshalb im Osten.
Friedrich der Große, der den Wert genauer Karten für die Kriegsführung sehr hoch schätzte, verbarg seine wertvolle Kartensammlung über seinen Wohnräumen im Potsdamer Stadtschloss. Eine knarrende Treppe diente ihm als Alarmeinrichtung.
Der israelische Unabhängigkeitskrieg von 1948/49 wurde nicht zuletzt mit Hilfe einer sehr alten Landkarte gewonnen, der Peutinger Karte aus dem 4. Jahrhundert. Der israelische Kommandeur Yigal Yadin wusste, dass auf dieser Karte Teile einer alten Straße von Jerusalem nach Eilat am Golf von Akaba eingezeichnet waren, die vom Wüstensand verschüttet war, aber von Panzern befahren werden konnte.
Im 15. Jahrhundert war Portugal Zentrum einer neuen Kunst geworden, der Kartografie. Die Spezialisten waren zu absoluter Geheimhaltung verpflichtet, aber immer wieder sickerten Informationen durch. Auf Kartendiebstahl stand Todesstrafe. Martin Beheim, der in Lissabon lebte, brachte Informationen vom portugiesischen Hof mit und schuf den ersten Globus. Auf dem waren die Proportionen Asiens viel zu groß eingezeichnet, der Weg dorthin erschien ziemlich kurz. Kolumbus richtete sich nach diesen falschen Informationen. Die Portugiesen kannten die richtigen Proportionen und suchten die Gewürze deshalb im Osten.
Friedrich der Große, der den Wert genauer Karten für die Kriegsführung sehr hoch schätzte, verbarg seine wertvolle Kartensammlung über seinen Wohnräumen im Potsdamer Stadtschloss. Eine knarrende Treppe diente ihm als Alarmeinrichtung.
Der israelische Unabhängigkeitskrieg von 1948/49 wurde nicht zuletzt mit Hilfe einer sehr alten Landkarte gewonnen, der Peutinger Karte aus dem 4. Jahrhundert. Der israelische Kommandeur Yigal Yadin wusste, dass auf dieser Karte Teile einer alten Straße von Jerusalem nach Eilat am Golf von Akaba eingezeichnet waren, die vom Wüstensand verschüttet war, aber von Panzern befahren werden konnte.
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