Daniel Kehlmann
Die Vermessung der Welt
Annett Klimpel, dpa, veröffentlicht am 22.09.2005
Foto: Verlag
Aus der Idee zu diesem Buch hätte von der Biografie bis zur wissenschaftlichen Abhandlung alles Mögliche entstehen können: Zwei deutsche Geistesgrößen machen sich im 18. Jahrhundert auf, die Welt zu vermessen. Herausgekommen ist dank Daniel Kehlmann ein Roman, dessen Spiel mit Sprache und Geschichte seinesgleichen sucht.
Kehlmann, bekannt geworden unter anderem mit "Beerholms Vorstellung" und "Ich und Kaminski", hat sich für sein fünftes Buch "Die Vermessung der Welt" niemand geringeren als Alexander von Humboldt (1769-1859) und Carl Friedrich Gauß (1777-1855) als Protagonisten auserkoren. Respektlos und fantasievoll schickt er die zwei intellektuellen Stützen unseres Weltbildes auf die Suche zu fundamentalen Erkenntnissen der Wissenschaft.
Als junge Männer machen sich die beiden Forscher auf ganz unterschiedliche Art daran, die Welt messbar zu machen. Humboldt kämpft sich durch den Urwald, besteigt Vulkane, schifft auf dem Orinoko umher und kriecht in Höhlen. Er kostet Gifte, begegnet Seeungeheuern und meidet Begegnungen mit Frauen und Menschenfressern. Gauß dagegen kann ohne Frauen ebenso wenig leben wie ohne seine vertraute Heimat. Exkursionen unternimmt der Astronom und Mathematiker fast immer nur im eigenen Kopf - der allerdings auch Brillantes birgt.
In jungen Jahren genial und wissenshungrig, in späteren zunehmend berühmt und sonderbar, treffen die beiden naturwissenschaftlichen Größen schließlich 1828 in Berlin zusammen. Kehlmann gelingt das Kunststück, das Leben der zwei Geistesgiganten ebenso anspruchsvoll und intelligent zu beschreiben wie flüssig lesbar und herrlich komisch. Mit überlieferten Anekdoten und Erfundenem spielend erweckt er die Absonderlichkeiten der Genies zum Leben, zeigt ihre Sehnsüchte, beschreibt ihr Scheitern. Man muss sich nicht für Wissenschaft interessieren, um dieses Werk auf die Liste derjenigen Bücher zusetzen, die man in diesem Jahr unbedingt lesen sollte.
Daniel Kehlmann wurde 1975 in München geboren und studierte in Wien Philosophie und Literaturwissenschaft. Für seine Arbeiten erhielt er unter anderem den Förderpreis des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft, ein Stipendium des Literarischen Colloquiums in Berlin und eine Gastdozentur für Poetik an der Universität in Mainz. "Die Vermessung der Welt" ist bei der Deutschen Grammophon Literatur auch als Hörbuch, gelesen von Ulrich Matthes, erhältlich.
Kehlmann, bekannt geworden unter anderem mit "Beerholms Vorstellung" und "Ich und Kaminski", hat sich für sein fünftes Buch "Die Vermessung der Welt" niemand geringeren als Alexander von Humboldt (1769-1859) und Carl Friedrich Gauß (1777-1855) als Protagonisten auserkoren. Respektlos und fantasievoll schickt er die zwei intellektuellen Stützen unseres Weltbildes auf die Suche zu fundamentalen Erkenntnissen der Wissenschaft.
Als junge Männer machen sich die beiden Forscher auf ganz unterschiedliche Art daran, die Welt messbar zu machen. Humboldt kämpft sich durch den Urwald, besteigt Vulkane, schifft auf dem Orinoko umher und kriecht in Höhlen. Er kostet Gifte, begegnet Seeungeheuern und meidet Begegnungen mit Frauen und Menschenfressern. Gauß dagegen kann ohne Frauen ebenso wenig leben wie ohne seine vertraute Heimat. Exkursionen unternimmt der Astronom und Mathematiker fast immer nur im eigenen Kopf - der allerdings auch Brillantes birgt.
In jungen Jahren genial und wissenshungrig, in späteren zunehmend berühmt und sonderbar, treffen die beiden naturwissenschaftlichen Größen schließlich 1828 in Berlin zusammen. Kehlmann gelingt das Kunststück, das Leben der zwei Geistesgiganten ebenso anspruchsvoll und intelligent zu beschreiben wie flüssig lesbar und herrlich komisch. Mit überlieferten Anekdoten und Erfundenem spielend erweckt er die Absonderlichkeiten der Genies zum Leben, zeigt ihre Sehnsüchte, beschreibt ihr Scheitern. Man muss sich nicht für Wissenschaft interessieren, um dieses Werk auf die Liste derjenigen Bücher zusetzen, die man in diesem Jahr unbedingt lesen sollte.
Daniel Kehlmann wurde 1975 in München geboren und studierte in Wien Philosophie und Literaturwissenschaft. Für seine Arbeiten erhielt er unter anderem den Förderpreis des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft, ein Stipendium des Literarischen Colloquiums in Berlin und eine Gastdozentur für Poetik an der Universität in Mainz. "Die Vermessung der Welt" ist bei der Deutschen Grammophon Literatur auch als Hörbuch, gelesen von Ulrich Matthes, erhältlich.
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